Fünfte Welle – Diese Corona-Massnahmen hat der Bundesrat beschlossen
Aktualisiert

Fünfte WelleDiese Corona-Massnahmen hat der Bundesrat beschlossen

Ausweitung der Maskenpflicht, dringende Homeoffice-Empfehlung und 2G in Restaurants oder Bars, wo die Betreiber dies wollen: So greift der Bundesrat jetzt durch.

von
Pascal Michel

Darum gehts

  • Die Fallzahlen in der Schweiz erreichen neue Höchstwerte.

  • Viele Spitäler sind bereits voll belegt.

  • Am Freitag präsentierte der Bundesrat seine Massnahmen, um die neue Welle einzudämmen.

Angesichts der sich verschärfenden Situation hat der Bundesrat am Freitag neue Massnahmen beschlossen. «Die Infektionen nehmen seit einigen Wochen stark zu. Neben lokalen Ausbrüchen hauptsächlich in Schulen sowie in Alters- und Pflegeheimen breitet sich das Virus auch wieder in der breiten Bevölkerung aus», heisst es in einer Mitteilung. In den letzten Wochen sei die Zahl der schweren Erkrankungen und damit der Druck auf den Intensivstationen wieder stark gestiegen. «Bei Geimpften und Genesenen ist der Verlauf der Infektion in der Regel milde.»

Corona-Zertifikat in einem Restaurant/Bar am 07.09.21.

Corona-Zertifikat in einem Restaurant/Bar am 07.09.21.

20min/Celia Nogler

Da der Bundesrat die Situation als «sehr kritisch» beurteilt, greift er nun zu Massnahmen, die noch in der Vernehmlassung von Kantonen und Verbänden kritisiert worden sind. Die Massnahmen umfassen ab dem nächsten Montag:

Ausweitung der Zertifikatspflicht

Ein Zertifikat braucht man neu auch «in Innenräumen für alle öffentlichen Veranstaltungen sowie für alle sportlichen und kulturellen Aktivitäten von Laien». Die bestehende Ausnahme für beständige Gruppen unter 30 Personen wird aufgehoben. Härtere Regeln gelten bei Veranstaltungen im Freien: Es gilt nun bereits ab 300 Teilnehmenden die Zertifikatspflicht. Bisher lag die Grenze bei 1000 Personen.

Eine wichtigere Rolle spielt in der weiteren Pandemiebekämpfung die Maske. «Die Maske hat sich als einfaches und kostengünstiges Mittel bewährt, um die Übertragung des Virus zu verhindern.» Eine Maskenpflicht gilt drinnen neu überall dort, wo eine Zertifikatspflicht gilt – ausser bei privaten Treffen.

2G im Club

Die Gastro-Branche warnte eindringlich vor weiteren Massnahmen, die die Branche hart treffen würden. Der Bundesrat zeigt dabei Verständnis: Grundsätzlich gelten Sitz- und Maskenpflicht in Innenräumen. Diese kann jedoch durch die 2G-Regel aufgehoben werden. Um zu erkennen, ob ein Gast geimpft, genesen oder getestet ist, muss jedoch die Prüf-App erst noch umgerüstet werden. Diese soll bis am 13. Dezember zur Verfügung stehen. «Bis dann müssen die Betreiber der Einrichtungen oder die Veranstalter manuell prüfen, ob die entsprechende Person geimpft oder genesen ist.»

Homeoffice-Empfehlung

Ebenfalls umstritten waren in der Vernehmlassung die drei vorgeschlagenen Homeoffice-Modelle. Nun beschränkt sich der Bundesrat auf eine «dringliche Empfehlung». «Zudem müssen alle Mitarbeitenden in Innenräumen, in denen sich mehrere Personen aufhalten, eine Maske tragen.»

Anpassung der Quarantäne

Der Bundesrat streicht ab Samstag alle Länder von der Quarantäneliste. «Um die Einschleppung der neuen Omikron-Variante weiterhin möglichst zu verhindern, gilt bei sämtlichen Einreisen in die Schweiz neu ein verschärftes Testregime. Diese Testpflicht gilt auch für geimpfte und genesene Personen.»

Kürzere Testdauer

Antigen-Schnelltests waren bisher 48 Stunden lang gültig. Der Bundesrat verkürzt diese Dauer nun auf 24 Stunden ab dem Zeitpunkt der Probeentnahme. «Die kürzere Gültigkeit erhöht die Aussagekraft der Testresultate; die Zeitdauer, in welcher Personen mit gültigem Testzertifikat infektiös werden können, wird dadurch stark reduziert. PCR-Tests sind nach wie vor 72 Stunden gültig.»

Aufhebung der Kapazitätsbeschränkungen

Da das Parlament diesen Passus ins Gesetz geschrieben hat, bleiben dem Bundesrat hier keine Handlungsmöglichkeiten mehr. «Deshalb werden die verbleibenden Kapazitätsbeschränkungen aufgehoben, etwa für religiöse Zusammenkünfte, im Bildungsbereich und für Veranstaltungen draussen. Die Kantone können weiterhin Kapazitätsbeschränkungen vorsehen.»

Keine Testpflicht an Schulen

Repetitive Tests an der obligatorischen Schule werden nicht verpflichtend. Zwar ist die Regierung von der Wirksamkeit überzeugt. Doch der Widerstand der Kantone war zu gross. «17 von 26 Kantonen lehnten eine solche Verpflichtung ab», heisst es.

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