Registrar-Wechsel: Das hat es mit dem .ch-Transfer auf sich
Aktualisiert

Registrar-WechselDas hat es mit dem .ch-Transfer auf sich

Das Bakom hat die Verordnung über Internet-Domain-Namen geändert. Betreiber von 1,2 Millionen Websites mit .ch-Endung müssen handeln.

von
Ph. Stirnemann
Wer seine .ch-Domain bei der Firma Switch hinterlegt hat, muss sie im Lauf der nächsten Monate zu einem anderen Registrar transferieren.

Wer seine .ch-Domain bei der Firma Switch hinterlegt hat, muss sie im Lauf der nächsten Monate zu einem anderen Registrar transferieren.

Bisher war die öffentlich-rechtliche Stiftung Switch in der Schweiz zuständig sowohl für den Betrieb des Domain-Namen-Verzeichnisses als auch für den Verkauf von .ch-Domainnamen. Damit war Switch sowohl Registry wie auch Registrar (siehe Box). Die neue Verordnung des Bakom über Domain-Namen räumt nun mit dieser Schweizer Eigenart auf und trennt die hoheitliche, regulierte Aufgabe (Registry) vom Kundengeschäft (Registrar).

Der Schritt des Bakom hat Auswirkungen auf die rund 1,2 Millionen .ch-Domain-Namen, die bei Switch hinterlegt sind. Webseitenbetreiber müssen im Lauf der nächsten Monate ihre Domains zu einem neuen Registrar transferieren. Switch fordert seit Mitte Januar seine Kunden zum Transfer auf.

Doch wie einfach ist der Domain-Transfer? 20 Minuten hat sich mit Wolfram Schmidt unterhalten, dem CEO des Registrars Switchplus, einer Tochtergesellschaft von Switch. (Eine Liste mit weiteren Registrars finden Sie hier).

Herr Schmidt, wie kompliziert ist der Domain-Transfer respektive wie viel Zeit nimmt er in Anspruch?

Für den Transfer benötigt der Kunde einen Transfercode, den er über sein Switch-Benutzerkonto beantragen kann. Falls er die Zugangsdaten zum Benutzerkonto nicht mehr kennt, kann er über ein entsprechendes Formular den Transfercode von Switch anfordern. Danach muss sich der Kunde einen neuen Registrar suchen, ein neues Benutzerkonto eröffnen und von dort aus den Transfer auslösen. Bei Switchplus kann er das beispielsweise automatisiert über das entsprechende Formular machen.

Dieser Prozess kann wenige Minuten bis ein paar Tage dauern. Letzteres passiert zum Beispiel dann, wenn die E-Mail-Adressdaten im Switch-Benutzerkonto nicht mehr gültig sind und Switch den Transfercode nicht zustellen kann. In diesem Fall muss der Kunde den Transfercode schriftlich bei Switch beantragen.

Birgt der Transfer irgendwelche Risiken? Worauf muss besonders geachtet werden?

Das grösste Risiko hat der Kunde, falls sein Transfercode in falsche Hände gerät. Es gibt verschiedene Anbieter, die von Kunden die Switch-Zugangsdaten über die Anbieter-Website erfragen. Sollte es sich dabei um eine Phishing-Website handeln, ist der Domain-Name verloren, da mit den Switch-Zugangsdaten der Domain-Name an einen beliebigen neuen Halter transferiert werden kann.

Technisch gibt es normalerweise keine Risiken, da bei einem ordnungsgemäss durchgeführten Transfer keine Name-Serve- Änderungen vorgenommen werden.

Was sind Ihre Tipps für einen reibungslosen Transfer?

Der Kunde kann sich jetzt schon darum kümmern, dass die in seinem Switch-Konto hinterlegte E-Mail-Adresse korrekt ist, da ihm ansonsten der Transfercode nicht zugestellt werden kann. Offiziell zum Transfer aufgefordert wird er drei Monate vor Abo-Ablauf. Innerhalb dieser drei Monate erinnert Switch ihn mehrmals an den Transfer.

Der Kunde sollte nur zu einem Anbieter wechseln, den er kennt oder über den er ausreichend Informationen im Web finden kann, da es inzwischen auch sehr viele Anbieter im Markt gibt, bei denen man nicht sieht, wer dahintersteht.

Registry

Unter Registry, häufig auch Network Information Center (NIC) genannt, versteht man Organisationen, die die Ressourcen für den Betrieb des Domain Name Systems (DNS) eines Landes zentral verwalten. Diese sind insbesondere für die Vergabe von Domainnamen des jeweiligen Landes zuständig (zum Beispiel «nic.at» für Österreich oder «denic.de» für Deutschland). In der Schweiz ist Switch vom Bakom mit der Vergabe von Domainnamen der Länderendung «.ch» betraut.

Registrar

Als Registrar versteht man Unternehmen, die ihren Kunden die Registrierung von Domainnamen und zusätzliche Dienstleistungen wie beispielsweise E-Mail oder Website-Hosting anbieten. Der Registrar agiert somit als Partner der Registry und ist damit Schnittstelle zwischen Registry und dem Endkunden (Domain-Namen-Halter).

FAQ zum Transfer von Domain-Namen:

Wer sich zusätzlich über den Domain-Transfer informieren möchte oder Fragen dazu hat, findet auf www.nic.ch alle nötigen Angaben.

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