Mein Horrordate : «Das Hausfest wurde plötzlich zu einer Sexparty!»
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Mein Horrordate «Das Hausfest wurde plötzlich zu einer Sexparty!»

Rebecca* (23) fährt mit ihrem Date Andreas* (29) zu einer Hausparty. Diese wird im Laufe des Abends aber zunehmend spicy.

von
Gabriela Graber
Meret Steiger
Rebecca (23) besucht mit Date Andreas (29) ein Frühlingsfest bei Bekannten. Im Laufe des Abends stellt sich raus, dass die Party noch sehr viel freizügiger werden soll.

Rebecca (23) besucht mit Date Andreas (29) ein Frühlingsfest bei Bekannten. Im Laufe des Abends stellt sich raus, dass die Party noch sehr viel freizügiger werden soll.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

«Es klang eigentlich nett und harmlos: eine Feier mit Schwimmen, Potluck-Dinner und einer Jam inklusive Übernachten. Eine Pyjamaparty für Erwachsene, wie bei richtigen Neo-Hippies üblich. Dazu lud mich mein Date Andreas ein. Gastgeber war einer seiner besten Freunde: Manuel, 35 Jahre alt, frisch getrennt, ein Kind – und auffällig attraktiv, aber nicht mein Typ.

So fahren Andreas und ich also, mit Snacks und Wein bepackt, ins Dorf von Manuel. Der Abend beginnt mit einem Badibesuch, was ich seltsam, aber noch gut finde, denn ich war an dem Tag unglaublich gestresst. Vor dem Bad warten ein paar andere Gäste. Sie begrüssen uns, wir gehen rein, schlüpfen in Bikini und Badehose und hüpfen ins kühle Nass.

«Es kommt mir vor, als ob er sein Testosteron in der Badi versprüht»

Rund eine Stunde planschen wir im Wasser. Manuel ist der Mittelpunkt des Geschehens und scheint sein Territorium markieren zu wollen: Er nähert sich allen und es kommt mir vor, als ob er sein Testosteron hemmungslos in der Badi versprühen würde. Ich scheine die Einzige, die sich daran stört, und beobachte die Situation aus der Ferne.

Nach dem Schwumm fahren wir zu Manuel – in das Haus, das er mit seiner Ex-Freundin gekauft und bis vor wenigen Monaten bewohnt hat und wo bis heute sein vierjähriges Kind lebt. Es werden Snacks ausgepackt, aufgewärmt und geschnitten – und im Wohnzimmer die Spielsachen verräumt.

«Ich bin in einer Sexparty gelandet!»

Alle scheinen sich sehr gut zu kennen und quatschen wild und laut durcheinander. Alle, ausser mir, Andreas und Yvonne, seine Mitbewohnerin, die merklich unbehaglich neben mir sitzt. Auf einmal fragt der Gastgeber sie: ‹Gell, du bleibst nicht nach der Jam?› Als sie den Kopf schüttelt, erwidert er – mit schelmischem Blick und seltsamem Unterton: ‹Schade, du verpasst das Beste!› Da wird mir mit einem Schlag bewusst: Ich bin in einer Sexparty gelandet.

So sitze ich also da, geschockt. OMG! Sind wir also nur schwimmen gegangen, damit alle sauber werden? Ich brauche Luft und gehe nach draussen. Yvonne folgt mir – und bestätigt meinen Verdacht: Auf der Fahrt von der Badi zum Haus hat sie erfahren, dass sich die Gruppe öfters zu tantrischen Swingerpartys trifft und dass auch die Fete heute in diesem Vibe stattfinden wird. Eigentlich wäre sogar ein Tantra-Guru eingeladen gewesen, der den Abend hätte leiten sollen. WTF! Wieso zum Teufel hat man uns nicht darüber informiert – und uns eingeladen?

«Ich stelle schnell fest, dass die Hormone jetzt schon ein paar Grad wärmer kochen»

Yvonne und ich besprechen einen Aktionsplan, wie wir unbemerkt schnell von hier wegkommen können. Wieder drinnen, stellen wir fest, dass die Hormone der Truppe schon ein paar Grad wärmer kochen: Vis-à-vis massiert ein ungepflegt aussehender Mann Manuels Date Priska und eine andere Frau. Eine dritte Frau langt sich ins Dekolleté und streichelt ihre Brüste. Der Kerl zieht den Pulli von Priska hoch und küsst ihren Bauch – mit Zunge. Es folgen feuchte Küsse auf vielen Mündern.

Um mich ist es geschehen. Ich breche in schallendes Gelächter aus. Was für eine skurrile Situation! Ich rede mit Andreas und wir entscheiden, asap nach Hause zu gehen.

«Alle scheinen übertrieben traurig, dass wir jetzt gehen …»

Vor der Abfahrt muss ich noch kurz ins Bad, wo ich Bücher über Sex finde. Wir gehen. Alle scheinen übertrieben traurig darüber zu sein und wir müssen versprechen, dass wir nächstes Mal auch für den zweiten Teil bleiben. Jaja, klar doch …

Im Auto erfahre ich, dass Manu eine sehr unglückliche Ehe hinter sich hat und seine neue Freiheit nun in vollen Zügen auslebt. Schön für ihn, aber bitte nicht mit mir, ohne mich vorher darüber zu informieren! Mit Andreas habe ich mich danach weiterhin getroffen, aber nur noch bei Hauspartys mit Kleidung.»

*Namen geändert.

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