Achtung, Gelbgefahr!: Das heisse Farbenspiel der Nati-Trainer

Aktualisiert

Achtung, Gelbgefahr!Das heisse Farbenspiel der Nati-Trainer

Es klingt schräg. Doch auch die Gelben Karten könnten darüber entscheiden, ob sich die Schweiz oder Portugal direkt für die WM qualifiziert.

von
E. Tedesco

Diesen Nati-Spielern droht bei Gelb eine Sperre: Michael Lang, Ricardo Rodriguez, Admir Mehmedi und Blerim Dzemaili. (Video: 20 Minuten)

In Budapest lief die 89. Minute. Portugal führte gegen Ungarn in der WM-Qualifikation 1:0, als sich Cristiano Ronaldo zu einem Nachtreten hinreissen liess. Der Real-Superstar kassierte die Gelbe Karte. Sieht Ronaldo auch am Samstag in Andorra den Karton, wäre er beim finalen Spiel in Lissabon gegen die Schweiz gesperrt.

Bringt Trainer Fernando Santos Ronaldo gegen den «Fussballzwerg» und riskiert damit, dass sein Superstar am Dienstag gesperrt ist? Zur Erinnerung: Im Hinspiel in Basel fehlte CR7 verletzungsbedingt. Portugal kassierte die einzige Niederlage in dieser Kampagne gegen die Schweiz, ein 0:2.

Bestmarke oder Risiko?

«Er will sicher spielen, denn er will den Torrekord knacken», sagt der Schweizer Nati-Trainer Vladimir Petkovic. Ronaldo (14 Tore) belegt zusammen mit Predrag Mijatovic (Jugoslawien, WM-Quali 1998) die Ranglistenspitze der Spieler mit den meisten Treffern in einer WM-Qualifikation. «Aber ich glaube nicht, dass der Trainer ihn dort spielen lassen wird», so Petkovic weiter, will sich aber noch nicht mit dem Spiel gegen den Europameister beschäftigen. Aber auch er weiss: Neben Ronaldo sind sechs weitere Portugiesen gelbgefährdet: André Gomes, Ricardo Quaresma, Cédric, Adrien Silva, José Fonte und Gelson Martins CR7.

Weniger zupfen, nicht motzen

Ein Vabanquespiel gibt es auch für Petkovic. Vier seiner Spieler riskieren am Samstag gegen Ungarn eine Gelbsperre fürs Finale in Lissabon: Blerim Dzemaili, Ricardo Rodriguez, Admir Mehmedi und Michael Lang. Wie viel riskiert Petkovic? «Ich werde erst am Spieltag entscheiden», sagt der Nati-Trainer.

«Im Spiel denkt man nicht an eine mögliche Sperre, zudem sind auch immer Emotionen dabei», sagt Blerim Dzemaili, einer aus dem Quartett, der bei der nächsten Gelben Karte in Lissabon nur als Zuschauer dabei sein würde. «Man kann höchstens weniger dumme Fouls machen, wie am Leibchen des Gegners ziehen oder so», sagt der 58-fache Internationale. «Oder so» würde auch beinhalten, die Klappe zu halten, denn auch fürs Reklamieren gibt es Gelb.

Portugal (noch) ausblenden

Das Spiel gegen Portugal soll aber noch gar nicht in den Köpfen der Spieler sein. «Der Trainer hat uns am Montag und am Dienstag noch einmal eingeschärft, dass wir nur an Ungarn denken müssen», so Dzemaili, «denn wir brauchen den Punkt. Erst dann dürfen wir an Portugal denken.»

Den knappen 3:2-Sieg im Hinspiel in Ungarn, praktisch in letzter Minute, hat Dzemaili nicht vergessen. Dennoch sagt er: «Wer 24 Punkte hat, kann sich nicht auf gleicher Ebene wie Ungarn sehen. Wir dürfen sie trotzdem nicht unterschätzen. Wir müssen das Spiel sehr, sehr ernst nehmen und unsere Qualität auf den Platz bringen. Ich glaube, wir haben mehr Qualität als Ungarn. Wichtig ist aber, dass man das auch zeigt.»

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