20.07.2017 03:43

Renten-BilanzDas heisst die AHV-Reform für Ihr Portemonnaie

Profitieren Sie von der Altersreform 2020 oder zahlen Sie mehr ein? Eine Übersicht zeigt die finanziellen Auswirkungen des Gesetzes auf.

von
Nikolai Thelitz
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Am 24. September stimmt die Schweiz über die Altersreform 2020 ab. Diese sieht höhere Abgaben für das Rentensystem vor. Der Tabelle können Sie Ihre persönlichen jährlichen Mehrkosten entnehmen. Ob sie am Schluss profitieren ...

Am 24. September stimmt die Schweiz über die Altersreform 2020 ab. Diese sieht höhere Abgaben für das Rentensystem vor. Der Tabelle können Sie Ihre persönlichen jährlichen Mehrkosten entnehmen. Ob sie am Schluss profitieren ...

... zeigt diese Tabelle, denn die AHV-Rente wird um 70 Franken erhöht und tiefe Einkommen werden besser versichert, zudem gilt für alle mit Jahrgang 1973 und älter eine Besitzstandgarantie. Diese Grafik gilt für Männer, ...

... zeigt diese Tabelle, denn die AHV-Rente wird um 70 Franken erhöht und tiefe Einkommen werden besser versichert, zudem gilt für alle mit Jahrgang 1973 und älter eine Besitzstandgarantie. Diese Grafik gilt für Männer, ...

... die Frauen sind noch etwas besser gestellt, denn obwohl sie ein zusätzliches Jahr arbeiten und einzahlen müssen, profitieren sie dank höherer Lebenserwartung länger von den erhöhten Rentenzahlungen.

... die Frauen sind noch etwas besser gestellt, denn obwohl sie ein zusätzliches Jahr arbeiten und einzahlen müssen, profitieren sie dank höherer Lebenserwartung länger von den erhöhten Rentenzahlungen.

Am 24. September stimmt die Schweiz über die Altersreform 2020 ab. Weil immer weniger junge Menschen für immer mehr Rentner aufkommen müssen, soll die Finanzierung von Pensionskasse und AHV neu geregelt werden.

Der Bundesrat schlägt vor, den Umwandlungssatz zu senken. Wer 100'000 Franken in der Pensionskasse angespart hat, würde eine Jahresrente von 6000 statt 6800 Franken erhalten. Zusätzlich sollen die Mehrwertsteuer um 0,3 Prozent und die AHV-Beiträge um 0,15 Prozent erhöht werden. Zudem sollen Frauen künftig bis 65 arbeiten.

Im Gegenzug wird die AHV für Neurentner um 70 Franken pro Monat erhöht. Wer Teilzeit arbeitet oder wenig verdient, soll bessergestellt werden, indem mehr vom Lohn versichert wird.

Erst zahlen Sie mehr, dann erhalten Sie mehr zurück

Wie sich die Reform konkret auf Ihr Portemonnaie auswirkt, hängt von Ihrem Alter, Ihrem Geschlecht und Ihrem Lohn ab. Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat für Männer und Frauen in verschiedenen Lohn- und Altersklassen berechnet, wie viel Sie bis zur Rente zusätzlich bezahlen müssen, und wie sich die Jahresrente verändert.

20 Minuten hat dies mit Zahlen zur Lebenserwartung von Herr und Frau Schweizer kombiniert und berechnet, ob einem am Ende des Lebens die Reform eher geschadet oder genützt hat. In der Regel gilt: Die meisten Schweizer müssen wegen der Reform während der Erwerbstätigkeit mehr Geld einzahlen, bekommen aber nach der Pension auch mehr Geld ausbezahlt.

Zunächst gilt für die Arbeitnehmer: Sie zahlen über die Mehrwertsteuer und die Lohnabzüge mehr Geld in die erste und die zweite Säule ein. Während ein 24-jähriger Mann, der 40'000 Franken im Jahr verdient, pro Jahr 364 Franken zusätzlich einzahlt, kostet die Reform eine 44-jährige Frau mit einem Einkommen 84'600 Franken (0der mehr*) jedes Jahr 708 Franken. In der folgenden Tabelle können Sie nachschauen, was Sie die Reform jährlich kosten würde, wenn diese 2021 voll umgesetzt ist.

Auf der andern Seite winken aufgrund der Reform bei der Pensionierung auch höhere Rentenzahlungen. Dabei werden die höheren Beiträge aber nicht überall gleich stark kompensiert. Vor allem Niedrigverdienende und Teilzeitarbeitende können im Ruhestand profitieren – solange das System bis zu ihrer Pensionierung nicht erneut reformiert wird. Zudem sind die Jahrgänge 1973 und älter durch eine Besitzstandgarantie geschützt und erhalten mehr Geld, als sie die Reform gekostet hat.

Ein Beispiel: Ein Mann, der Ende 2018 44 Jahre alt ist und 84'600 Franken oder mehr verdient, zahlt unter dem Strich wegen der Reform zusätzlich 19'399 Franken. Dies, weil der Mann vom tieferen Umwandlungssatz betroffen ist und höhere Beiträge einzahlen muss. Das grössere Altersguthaben in der Pensionskasse sowie die 70 Franken mehr AHV können die Verluste aber nicht kompensieren.

Der Saldo für alle zusätzlichen Ein- und Auszahlungen gestaltet sich wie in der Tabelle dargestellt:

Bei den Frauen zeigt sich: Obwohl sie ein Jahr länger arbeiten müssen und somit auch mehr Beiträge einzahlen, stehen Sie besser da als die Männer: Weil sie bis zu 4 Jahre länger leben, können sie auch länger von der höheren AHV und den gestiegenen Pensionskassen-Beiträgen profitieren.

Auch hier ein Beispiel: Eine 44-jährige Frau, die Teilzeit arbeitet und 40'000 Franken verdient, wird durch die Reform besser gestellt, sie erhält unter dem Strich 27'460 Franken mehr, weil dank der Reform ein grösserer Teil ihres Lohnes in der Pensionskasse versichert ist, und sie dank ihrer höheren Lebenserwartung länger als ihr Mann von den gestiegenen Beiträgen profitieren kann. Auch sie bekommt 70 Franken mehr AHV-Rente.

*Die 84'600 Franken entspechen dem maximalen Lohn, der obligatorisch versichert ist. Alles darüber wird von den Pensionskasen individuell verrechnet, hier ist vielerorts der Umwandlungssatz bereits gesunken.

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