Albträume: 4 einfache Tipps gegen schlechte Träume

Fast alle Menschen träumen gelegentlich schlecht. Doch wer einmal pro Woche oder öfter einen Albtraum hat, sollte sich Hilfe holen. 

Fast alle Menschen träumen gelegentlich schlecht. Doch wer einmal pro Woche oder öfter einen Albtraum hat, sollte sich Hilfe holen. 

Pexels/Sam Pineda
Publiziert

4 TippsDas hilft wirklich gegen deine Albträume

Schlechte, angsteinflössende Träume haben fast alle gelegentlich. Was du gegen sie tun kannst und wann du dir Hilfe holen solltest.

von
Michelle de Oliveira

Ein gruseliges Monster verfolgt dich und du kommst nicht vom Fleck, ein geliebter Mensch stirbt oder du bist lebendig begraben – was klingt wie Szenen aus einem Horrorfilm, erleben manche regelmässig: Albträume.

Von einem Monster verfolgt werden und nicht davonrennen können: Ein typisches Albtraum-Szenario.

Von einem Monster verfolgt werden und nicht davonrennen können: Ein typisches Albtraum-Szenario.

Pexels/Rulo Mora

Vor allem Kinder leiden häufig unter Angstträumen. Das liegt daran, dass eine der Ursachen von Albträumen reale Ängste sind. Gerade Kinder müssen den Umgang damit im Wachzustand noch lernen. Diese Unsicherheit zeigt sich dann oft auch nachts – in Form von erschreckenden Träumen.

Leidest du unter Albträumen?

Aber auch Erwachsene – Frauen etwas häufiger als Männer – werden von gefürchigen Träumen heimgesucht. Forschende haben auch beobachtet, dass sensible, empathische und besonders kreative Menschen etwas häufiger unter Albträumen zu leiden scheinen.

Träumen – warum bloss?

Warum wir überhaupt träumen, ist nicht abschliessend geklärt, es gibt verschiedene Hypothesen. Die evolutionsbiologische Theorie etwa geht davon aus, dass es sich beim Träumen um eine Überlebensstrategie handelt. Im Traum kann man beängstigende Situationen üben und ist so im realen Leben überlebensfähiger.

Material für Albträume: Der Tod einer nahestehenden Person oder gar der eigene.

Material für Albträume: Der Tod einer nahestehenden Person oder gar der eigene.

Pexel/KoolShooters

Manche Psychologinnen und Psychologen gehen davon aus, dass im Traum unverarbeitete Themen auftauchen und das Träumen helfen kann, Lösungen für ganz reale Probleme zu finden. Oft hängen Albträume mit Belastungen im echten Leben zusammen und stellen stark überzeichnete Situationen dieser Ängste und Sorgen dar. Und wieder andere Forschende nehmen an, dass es sich bei Träumen lediglich um ein Abfallprodukt der nächtlichen Gehirnaktivität handelt.

Leidest du unter Albträumen, gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst:

1. Auf einen regelmässigen Schlafrhythmus achten

Wer mehr oder weniger stets zur gleichen Zeit zu Bett geht, gewöhnt den Körper daran. Die Folge ist, dass man schneller einschläft, tendenziell besser schläft und sich am nächsten Tag erholter und ausgeglichener fühlt. Auch Albträume werden meist weniger.

Wer regelmässig zur selben Zeit ins Bett geht, schläft tendenziell besser.

Wer regelmässig zur selben Zeit ins Bett geht, schläft tendenziell besser.

Pexels/cottonbro studio

2. Träume im Wachzustand verarbeiten

Statt Albträume möglichst schnell vergessen zu wollen, kann es helfen, sich im Wachzustand mit ihnen zu beschäftigen. Du kannst ein Traumtagebuch führen und deine Träume darin festhalten. Sie werden so greifbarer und verlieren schneller ihren Schrecken. Und du kannst sie positiv zu Ende denken: dir also eine eigene Geschichte überlegen, wie der Albtraum ein gutes Ende nehmen könnte. Wer das regelmässig tut, stellt oft fest, dass sich auch die Albträume verändern und nicht mehr so beängstigend sind.

Vom Albtraum zum Happy End: Wer seine Träume im Wachzustand verarbeitet, leidet nachts seltener unter Albträumen.

Vom Albtraum zum Happy End: Wer seine Träume im Wachzustand verarbeitet, leidet nachts seltener unter Albträumen.

Pexels/Merlin Lightpainting

3. Abend-Rituale etablieren 

Rund zwei Stunden vor der geplanten Schlafenszeit solltest du etwa auf aufwühlenden Medienkonsum verzichten, am besten schaltest du den Fernseher bereits aus und legst das Handy weg. Eine Tasse Tee, ein warmes Bad, Meditation oder ein paar sanfte Yogaübungen können dich auf den Schlaf vorbereiten. Liegst du dann im Bett, können Atemübungen helfen, den Tag loszulassen und dich komplett zu entspannen.

Abendrituale – zum Beispiel ein warmes Bad – fördern einen gesunden und erholsamen Schlaf. 

Abendrituale – zum Beispiel ein warmes Bad – fördern einen gesunden und erholsamen Schlaf. 

Pexels/cottonbro studio

4. Alkohol, Zigaretten und Koffein reduzieren

Stimulierende Stoffe wie Alkohol, Nikotin und Koffein können die Schlafqualität – und damit auch deine Träume – negativ beeinflussen. Verzichte bewusst darauf oder reduziere den Konsum und beobachte, wie sich das auf deinen Schlaf auswirkt. Auch gewisse Medikamente können für Albträume sorgen. Frage hierzu unbedingt bei einer Fachperson nach, bevor du die Dosierung anpasst oder Medikamente ganz weglässt.

Weniger ist mehr: Zu viel Koffein tagsüber kann sich negativ auf den Schlaf auswirken und schlechte Träume begünstigen.

Weniger ist mehr: Zu viel Koffein tagsüber kann sich negativ auf den Schlaf auswirken und schlechte Träume begünstigen.

Pexels/Victor Freitas

Gelegentlich schlecht zu träumen, ist nicht schlimm und aus medizinischer Sicht nicht ungewöhnlich. Treten die Angstträume aber häufig auf und führen regelmässig zu unruhigen und dadurch kaum erholsamen Nächten, solltest du eine Fachperson, zum Beispiel eine Psychologin oder einen Schlafexperten um Rat fragen. Als Faustregel gilt: Bei einem oder mehreren Albträumen pro Nacht solltest du dir Hilfe holen.

Was hilft dir am besten gegen Albträume? Teile deine Tipps mit der Community.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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