Rücktritt vom Rücktritt: Das Hin und Her des «Emirs vom Kaukasus»
Aktualisiert

Rücktritt vom RücktrittDas Hin und Her des «Emirs vom Kaukasus»

Der tschetschenische Rebellenführer und selbsternannte «Emir vom Kaukasus», Doku Umarow, will entgegen eigener Ankündigungen seinen Posten nun doch behalten.

«Angesichts der Situation im Kaukasus erachte ich es als unmöglich, mein Amt abzugeben», sagte Umarow in einem Video, das am Mittwoch auf mehreren den Rebellen nahestehenden Webseiten sowie dem Internetportal YouTube zu sehen war.

Umarow, der sich zu den Anschlägen auf die Moskauer U-Bahn Ende März bekannt hatte, widersprach damit seiner Ankündigung von Anfang Woche, er ziehe sich zurück und sein Mitstreiter Aslambek Wadalow solle neuer «Emir» werden.

Umarow gehört seit dem ersten Tschetschenienkrieg 1994 zu den meistgesuchten Männern Russlands. Seine zuvor gemachte Ankündigung sei aufgehoben, sagte Umarow im neuen Video. Die Aufnahme zeigt den langbärtigen Rebellenführer in einer militärischen Tarnweste in einem Waldgebiet.

Bei guter Gesundheit

Russische Medien hatten in den vergangenen Monaten wiederholt über schwere Erkrankungen, Verletzungen oder sogar den Tod Umarows spekuliert. In den beiden nun veröffentlichten Videobotschaften schien der selbsternannte «Emir vom Kaukasus» jedoch bei guter Gesundheit zu sein.

Experten sehen Umarow als Vordenker der Ausbreitung und islamischen Radikalisierung des Aufstandes im Kaukasus. In der verarmten Region mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung werden regelmässig Anschläge auf russische Soldaten und Vertreter der Regierung verübt. (sda)

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