IS enthauptet 2. US-Geisel: Das Hinrichtungs-Video ist echt
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IS enthauptet 2. US-GeiselDas Hinrichtungs-Video ist echt

Die Dschihadisten des «Islamischen Staates» veröffentlichen ein weiteres Enthauptungs-Video. Das Opfer ist Steven Sotloff, ein US-Journalist. Die USA stufen das Video als authentisch ein.

von
pat
Der US-Journalist Steven Sotloff soll von IS-Kämpfern enthauptet worden sein.

Der US-Journalist Steven Sotloff soll von IS-Kämpfern enthauptet worden sein.

Die Dschihadisten des Islamischen Staates veröffentlichen ein weiteres Video mit einer grausamen Enthauptung. Das Opfer ist angeblich ein zweiter US-Journalist. Ein Sprecher der Familie bestätigt seinen Tod.

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat hat aus Vergeltung für US-Luftangriffe im Irak offenbar einen zweiten gefangenen amerikanischen Journalisten enthauptet. Am Dienstag wurde im Internet ein Video veröffentlicht, in dem die Dschihadisten eine Person köpfen, bei der es sich um den 31-jährigen Steven Sotloff handeln soll. Ein Sprecher der Familie Sotloff, Barak Barfi, bestätigte unterdessen den Tod des Reporters.

Familie trauert im Stillen

«Die Familie hat von dieser schrecklichen Tragödie erfahren und trauert im Stillen», sagte er. «Es wird keinen öffentlichen Kommentar seitens der Familie während dieser schwierigen Zeit geben.» Weitere Details gab er nicht bekannt.

Die USA haben das Video von der Enthauptung des Journalisten Steven Sotloff durch die Extremisten der Gruppe Islamischer Staat als authentisch eingestuft. Eine Überprüfung durch die US-Geheimdienste habe ergeben, dass es echt sei, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden.

Sotloff war freier Journalist

Das auf die Beobachtung von Terrorgruppen spezialisierte US-Institut SITE hatte zuerst von dem Video berichtet. Erst vor knapp zwei Wochen war ein ähnliches Video aufgetaucht, in dem der US-Journalist James Foley in Syrien enthauptet wurde.

Sotloff arbeitete als freier Journalist für «Time» und das «Foreign Policy»-Magazin und war im August 2013 in Syrien verschwunden. Nachdem das Video von Foley mit ihm aufgetaucht war, hatte seine Mutter inständig um Gnade für ihren Sohn gefleht. In einer Videobotschaft sagte Shirley Sotloff, ihr Sohn sei ein «unschuldiger Journalist», der nicht für die Aktionen der US-Regierung im Nahen Osten bezahlen sollte.

«Ich bin zurück wegen deiner arroganten Aussenpolitik»

Das Video über die Hinrichtung Sotloffs wurde unter dem Titel «Eine zweite Botschaft an Amerika» veröffentlicht. Die geköpfte Person ist darin in einem ähnlichen orangen Overall zu sehen, wie ihn Sotloff bereits in dem Video von Foley getragen hatte. Die Kämpfer hatten damals gedroht, auch ihn zu töten, sollten die USA ihre Luftangriffe auf den Irak nicht einstellen.

Der Dschihadist, der die mutmassliche Enthauptung Sotloffs verübt, begründet die Tat mit den anhaltenden Angriffen. «Ich bin zurück, Obama. Und ich bin zurück wegen deiner arroganten Aussenpolitik gegen den Islamischen Staat. Trotz unserer ernsten Warnungen», sagt der Kämpfer. Am Ende droht er mit der Tötung eines dritten Gefangenen, des Briten David Cathorne Haines. An US-Präsident Barack Obama gewandt sagte der Extremist weiter:«Wenn deine Raketen weiter unsere Leute treffen, werden unsere Messer weiterhin an den Genicken deiner Leute zuschlagen.»

«Ein paar» Amerikaner in den Fängen der IS

International wurde die Tat scharf verurteilt. Grossbritannien und Frankreich sprachen von einer «barbarischen» Tötung.

Die Sprecherin des US-Aussenministeriums, Jen Psaki, sagte: «Wenn das Video echt ist, sind wir angeekelt von dieser brutalen Tat, bei der das Leben eines weiteren unschuldigen amerikanischen Bürgers ausgelöscht worden wäre.» Die USA vermute, dass «ein paar» weitere Amerikaner in den Fängen des IS seien, sagte Psaki weiter. Darunter ist auch eine 26 Jahre alte Frau, die während eines humanitären Einsatzes in Syrien entführt worden war. (pat/sda)

Entsetzen über Enthauptung

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteile das «abscheuliche» Verbrechen. «Wir sind alle entsetzt über die Berichte aus dem Irak über die brutale Ermordung von Zivilisten durch den Islamischen Staat, einschliesslich der gestern berichteten Enthauptung eines weiteren Journalisten», sagte Ban am Mittwoch bei einem Aufenthalt in Neuseeland.

Auch der britische Premier David Cameron sprach von einem «verachtenswerten und barbarischen Mord». Der französische Präsident François Hollande meinte, die Tat beweise den «schändlichen Charakter der Dschihadisten-Organisation, die die Freiheit infrage stellt und nur den Terror kennt.»

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