Neues Produktionsverfahren: Das hintere Tesla-Chassis kommt in Zukunft aus einem Guss
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Neues ProduktionsverfahrenDas hintere Tesla-Chassis kommt in Zukunft aus einem Guss

Tesla will die Autoproduktion durch ein neues Verfahren deutlich vereinfachen. Bei der hinteren Karosserie des Modell Y sollen statt 70 nur noch 4 und in Zukunft gar nur noch ein Gussstück verwendet werden. Damit dürfte der Autohersteller den Abstand zur Konkurrenz weiter ausbauen.

von
Fabian Pöschl
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Tesla hat ein neues Produktionsverfahren für das Model Y angekündigt.

Tesla hat ein neues Produktionsverfahren für das Model Y angekündigt.

Tesla
Mit einer gigantischen Giessmaschine  des italienischen Herstellers Idra soll das hintere Chassis des Model Y in Zukunft nur noch aus einem statt 70 Teilen bestehen.

Mit einer gigantischen Giessmaschine des italienischen Herstellers Idra soll das hintere Chassis des Model Y in Zukunft nur noch aus einem statt 70 Teilen bestehen.

Tesla
Die mehr als 400 Tonnen und Einfamilienhausgrosse Maschine soll die Produktionskosten von Tesla deutlich senken.

Die mehr als 400 Tonnen und Einfamilienhausgrosse Maschine soll die Produktionskosten von Tesla deutlich senken.

Idra Group

Darum gehts

  • Tesla hat ein neues Produktionsverfahren für das Model Y angekündigt.
  • In Zukunft soll das hintere Chassis nur noch aus einem statt aus 70 Teilen bestehen.
  • Dadurch könnte Tesla die Produktionskosten deutlich senken.

Tesla-Chef Elon Musk weiss, wie man für Aufmerksamkeit sorgt. Mit seiner neusten Ankündigung dürfte er vor allem die Konkurrenz aufwirbeln. Die hintere Karosse des Modells Y will der Unternehmer aus einem Guss produzieren, wie er auf Twitter schreibt.

Zunächst will der kalifornische Autohersteller laut dem Blog Tesmanian.com nur noch vier grosse Gussstücke statt etwa siebzig kleine zusammensetzen, später soll gar nur noch eines verwendet werden. Möglich sei dies dank der sogenannten Unibody Casting Machine, einer gigantischen Giessmaschine des italienischen Herstellers Idra, für die Tesla im Vorjahr ein Patent angemeldet hat.

Teslas «dritte Revolution im Autobau»

Mit der Maschine könnte Tesla die Produktionskosten deutlich senken. «Zusätzlich wird die Qualität der Rohkarosse steigen, denn Schweissnähte und Ähnliches gibt es dann nicht mehr», sagt der Autopapst Ferdinand Dudenhöffer vom Duisburger Institut CAR – Center Automotive Research.

Dudenhöffer ist begeistert: «Das ist Teslas dritte Revolution im Autobau.» Erst habe Musks Firma den Antrieb mit dem Elektromotor revolutioniert und dann einen Chip entwickelt, mit dem sich das komplette Fahrzeug steuern lasse.

Tesla könne sich durch den neuen Prozess im Karrosseriebau weiter von der Konkurrenz abheben, sagt Dudenhöffer: «Tesla ist unendlich innovativ und schnell und deshalb der ernstzunehmendste Wettberwerber aller Autobauer.»

Tesla wird wertvoller

Das neue Verfahren soll spätestens nächstes Jahr angewendet werden. Zwar ist noch nicht klar, ob sich das neue System tatsächlich durchsetzen wird, doch der Experte ist zuversichtlich: «Musk hat schon vieles hingekriegt, woran andere scheiterten, deshalb glaube ich zu 99 Prozent an einen Erfolg», so Dudenhöffer.

Ob ein Tesla-Auto nun günstiger wird, lasse sich nicht sagen. Da Tesla beim neuen, günstigeren Produktionsverfahren auf das teurere Aluminium statt anderen Materialien setze, werde das Auto zumindest wertvoller bei niedrigeren Herstellungskosten.

Was Tesla für die neue Druckgussmaschine bezahlte, ist nicht bekannt. Gebaut wird das mehr als 400 Tonnen wiegende und Einfamilienhausgrosse Gerät mit der Bezeichnung OL6100 CS vom italienischen Hersteller Idra. Tesla hat das Patent für die Maschine, der Eigenanteil von Tesla lässt sich laut Dudenhöffer aber schlecht bestimmen.

LETZTER PLATZ

Tesla quietscht und rasselt

Tesla hat einige Fans. Doch in Tests kommen die Autos nicht immer gut weg. Dass die Fahrzeuge viele Probleme haben, zeigt eine Qualitätsstudie der renommierten US-Verbraucherschutzorganisation J.D. Power. Tesla ist das erste Mal im Test vertreten und landet auf dem letzten Platz aller 32 grossen in den USA verkauften Fahrzeugmarken. Für das Ranking befragte die Organisation Neuwagenkäufer. Sie wollte wissen, wie die Leistung der Neufahrzeuge in den ersten 90 Tagen war. Bei 100 neu ausgelieferten Fahrzeugen des Modelljahrs 2020 treten im Durchschnitt 166 Probleme auf. Bei den Tesla-Modellen S, X, Y oder 3 sind es 250 Probleme. Die Probleme der Tesla-Wagen sind in erster Linie Lackmängel oder schlecht sitzende Karosserieteile, wie CNBC schreibt. Ausserdem quietscht und rasselt es an vielen Ecken im Auto. Die Kunden würden sich ausserdem über die ungenaue Reichweitenmessung beschweren.

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