Challenge League: Das Hitchcock-Finale naht
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Challenge LeagueDas Hitchcock-Finale naht

In der Challenge League machen Aarau und Bellinzona den Barrageplatz in der letzten Runde unter sich aus. Bei den Vereinen gibt man sich vor dem Showdown siegessicher.

von
Herbie Egli

In der zweithöchsten Schweizer Fussballklasse herrscht vor der letzten Runde Hochspannung. Während der Titel und der damit verbundene Aufstieg bereits an St. Gallen vergeben ist, kämpfen hinter den Ostschweizern mit Aarau und Bellinzona zwei Teams um den 2. Platz, der für die Barragespiele gegen den FC Sion berechtigt. Dramatischer könnte die Ausganglage kaum sein. Beide Mannschaften weisen 56 Punkte aus, das Torverhältnis ist mit +23 identisch. Die Aargauer haben mit 57 geschossenen Toren aber die bessere Offensive als die Tessiner (44) und könnten deshalb um den Auf-/Abstieg spielen.

Aarau hatte im letzten Spiel auswärts in St. Gallen den Kopf gerade noch aus der Schlinge gezogen. Remo Staubli sicherte dem Absteiger von 2010 mit seinem Treffer in der 95. Minute den 2:1-Auswärtssieg. Nun heisst es für ihn und seine Teamkollegen aber vorwärts schauen. In der letzten Runde am Mittwoch spielt Aarau zuhause im Brügglifeld gegen Etoile Carouge. Dass die Mannschaft den zweiten Platz noch verspielt, glaubt Aarau-Präsident Alfred Schmid nicht. «Wir haben einen guten Lauf und ein williges Team mit einem ebensolchen Trainer, das die Barrage unbedingt erreichen will», so Schmid zu 20 Minuten Online.

Die Genfer stehen bereits als Absteiger fest. Doch das macht die Aufgabe für die Aargauer nicht unbedingt einfacher. «Ich rechne nicht damit, dass Carouge nur zum Plausch nach Aarau kommt. Wenn ein Team vom Druck befreit ist, tritt es anders auf. Die wollen sicher noch ein gutes Spiel zeigen», sagt Schmid.

Auch Bellinzona geniesst ein Heimspiel

Wie die Aargauer spielt auch ihr direkter Konkurrent um den Barrageplatz im eigenen Stadion. Bellinzona empfängt im Comunale den FC Wohlen. «Ich erwarte kein einfaches Spiel. Wohlen hat die letzten Partien gut gespielt», warnt Bellenz-Trainer Martin Andermatt gegenüber 20 Minuten Online. Der 51-jährige Zuger ist jedoch überzeugt, dass sein Team torhungrig ist und Aarau auf dem Barrageplatz noch abfängt: «Wir haben eine gute Mannschaft und es ist langsam Zeit, jene Tore zu schiessen, die wir in den letzten Spielen nicht gemacht haben.» Bellinzonas Chancenauswertung war zuletzt tatsächlich nicht die beste.

Die Tessiner müssen aber damit rechnen, dass sich Wohlen nicht einfach so geschlagen gibt. Die Aargauer kämpfen im Fernduell mit Stade Nyonnais, das beim FC Winterthur zu Gast ist, noch um den Klassenerhalt in der Todessaison (Fünf Absteiger). Im Moment haben die Wohlener als Elfte zwei Punkte Vorsprung auf die Westschweizer. Punktet Wohlen tatsächlich in Bellinzona, hätten sie den Ligaerhalt geschafft. Und mit grosser Wahrscheinlichkeit dem Kantonsrivalen Aarau einen Bärendienst erwiesen.

30. und letzte Challenge-League-Runde

Mittwoch, 23. Mai 2012, 20.15 Uhr:

Aarau - Etoile Carouge

Bellinzona - Wohlen

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