CL-Playoff-Rückspiel: Das Hoffen des FCB auf die Statistik
Aktualisiert

CL-Playoff-RückspielDas Hoffen des FCB auf die Statistik

Der FC Basel muss am Mittwoch in Rumänien seinen Fehltritt aus dem Playoff-Hinspiel (1:2) korrigieren. Ein schwieriges Unterfangen, aber nicht unmöglich. Die Statistik lässt hoffen.

von
Eva Tedesco
Cluj

Kurz nach 9 Uhr am Dienstagmorgen hob der Sonderflug FHE 1893 der Hello in Richtung Rumänien ab. Champions League und Rampenlicht für die Spieler im elitärsten Klubwettbewerb oder Europa League, in der man trotz aller Aufwertungsbemühungen halt eben doch kaum beachtet wird, lautet die Frage für den FC Basel. Bruttoeinnahmen von rund 20 Millionen in der Champions League oder rund 5 Millionen in der Europa League, die andere. Die Equipe von FCB-Trainer Heiko Vogel, die während dem frühen Flug noch müde in ihren Sitzen hing, muss am Mittwoch hellwach sein. Denn sie kann noch selbst die Weichen stellen, wohin es gehen soll und in welchem europäischen Schaufenster sie sich präsentieren will: Beletage oder Sous-sol.

Noch, denn man sei schon gegen den norwegischen Meister Molde mit «eineinhalb Beinen raus gewesen», so Marco Streller, hätte nicht Goalie Yann Sommer in letzter Minute einen Penalty und sein Team im Rennen gehalten. Der FCB-Captain war sich vor dem Playoff-Hinspiel gegen Cluj deshalb sicher, dass «nun jeder weiss, was es geschlagen hat». Der 31-jährige Stürmer musste sich letzten Dienstag im Joggeli eines besseren belehren lassen. Seine Mannschaft verlor das Hinspiel gegen Cluj 1:2. Und hatte es auch vier Tage später nicht intus und kassierte auch in der Super League die erste Saison-Niederlage. Ausgerechnet gegen den Aufsteiger aus St. Gallen (1:2). Eine «Ergebniskrise», die zur Unzeit kommt.

Spektakuläre Entscheidungen

Denn der FCB steht im Playoff-Rückspiel mit dem Rücken zur Wand. Gefragt sind Nervenstärke und Selbstvertrauen. Beides haben Rotblaue Teams in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen. Immerhin klopft Basel in Cluj seit 2002 bereits zum siebten Mal an der Tür zur europäischen Eliteklasse an. Dreimal (2002, 2008, 2010) verschaffte er sich die Teilnahme. 2011 war der FCB direkt qualifiziert. Zweimal war den Bebbi der Eintritt verwehrt. Zuletzt 2005 gegen Werder Bremen. Wie letzten Dienstag im Heimspiel gegen Cluj hat der FCB Ausgabe 2005 im Joggeli hochkarätige Chancen ausgelassen, kassierte wie aus dem Nichts den Gegentreffer durch Miro Klose und verlor das Hinspiel 1:2. Im Rückspiel musste sich Basel dem Bundesligisten 0:3 beugen.

Spektakulär und heute noch bei vielen FCB-Anhängern in Erinnerung verlief die letzte Qualifikationsrunde zur Gruppenphase 2002 gegen Celtic Glasgow. 1:3 hatten die Bebbi auswärts verloren. Im Heimspiel führten die Basler nach 22 Minuten 2:0. Die Torschützen: Christian Gimenez und Murat Yakin. Danach begann das grosse Zittern. Ein Schuss von Chris Suttons verfehlte das Tor in den Schlussminuten knapp. Der FCB feierte eine unvergessliche Premiere in der Königsklasse.

Das Unmögliche möglich machen

«Vom Resultat her haben wir nicht viel zu verlieren. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand», sagt auch Alex Frei. «Aber wir sind durchaus fähig, den Spielstand zu drehen und mit diesem Selbstvertrauen treten wir in Cluj an. Es kann in einer Qualifikation immer passieren, das man ein Spiel verliert, Unglücklich ist, dass es in einem Heimspiel passiert ist, was die Sache erschwert. Aber wir werden versuchen das Unmöglich möglich zu machen», so der FCB-Stürmer.

Und dann gibt es wieder magische Nächte in der Champions League. Wer erinnert sich nicht gern an Siege gegen Manchester und Bayern München in der letzten Saison - sind noch im Bereich des Möglichen. Cluj ist keine Übermannschaft. Aber der FCB auch nicht auf Betriebstemperatur. Das haben nicht nur die Resultate gezeigt, sondern vor allem die fehlende Bereitschaft sich für den anderen aufzuopfern und zu kämpfen. Erwartungshaltung hin, Umbau der Mannschaft her, der FCB hat noch eine Chance – packt sie.

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