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UmfrageDas Image der UEFA ist im Keller

Die Stadien voller VIPs, Verkaufsmonopole für Sponsoren, absurde Kleidervorschriften: Der Europäische Fussballverband hat mit seiner Kommerzstrategie keine neuen Freunde gewonnen – im Gegenteil. Wie eine grosse Online-Umfrage zeigt, hat das Image der UEFA arg gelitten.

von
Olaf Kunz

Ob Ticketverkauf, Bekleidungsvorschriften für die Fan-Zonen oder hohe Gebühren für Public Viewings - schon im Vorfeld der EM hat die UEFA mit immer neuen Gängelungen von Fans und Veranstaltern Negativ-Schlagzeilen am laufenden Band produziert. Das hinterlässt Spuren in der öffentlichen Meinung über den Europäischen Fussballverband. Drei Viertel der Schweizer hätten nichts dagegen, wenn die Organisation die Schweiz verliesse. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von 20 Minuten Online.

Gegen Bier-Monopol

Selbst Fans, die mit guter Laune ins Stadion oder zu den Public Viewings anreisen, werden vielfach enttäuscht. Der Grund für die schlechte Stimmung liegt dabei nicht immer nur auf dem Platz. So stören sich 44 Prozent enorm an der massiven Präsenz der Uefa-Sponsoren. Und auch das Monopol der offiziellen Getränke-Lieferanten stösst bitter auf. 67 Prozent vergeht dabei der Durst, was wiederum zu Unmut bei Standbetreibern führt. So bleibt zum Beispiel der Bierkonsum in Stadien und Fan-Zonen weit hinter den Erwartungen zurück. Dabei sind die Fans im Basler Raum am unzufriedensten, vor Zürich. Glimpflich kommt nur Bern weg. Vielleicht auch, weil die Stadt einfach von der orangen Party-Welle überschwappt wurde.

Millionen-Einnahmen steuerfrei

In diesem Jahr hat die Fussball-Organisation zum ersten Mal auch die Produktion der Fernsehbilder an sich gerissen. Doch Schnitt, Regie und Kameraführung bei den Übertragungen kommen gar nicht gut an. 81 Prozent aller Zuschauer stören sich daran, dass die UEFA hier den klassischen Sendeanstalten ins Handwerk pfuscht. Dies ist auch unter steuerpolitischen Gesichtspunkten eine mehr als fragwürdige Praxis. Die UEFA zahlt als gemeinnütziger Verein keine Steuern. Fast 95 Prozent finden, das geht gar nicht und sehen die Organisation in der Pflicht. Mit ein Grund dafür ist, dass die Kommerzialisierung des Fussballs nicht mehr aufhaltbar scheint. Davon sind über 70 Prozent der Internetnutzer, die an der Umfrage teilgenommen haben, überzeugt.

Mittlerweile kursieren im Web schon erste Anti-UEFA-Kampagnen in Form von Karikaturen sowie kritischen Songs auf YouTube.

Was halten Sie von der UEFA? Welche Erfahrungen haben Sie im Stadion oder in den Fan-Zonen gemacht?

An der grossen Online-Umfrage haben sich insgesamt 5036 Internet-Nutzer beteiligt. Davon 4192 Männer und 844 Frauen. Die Umfrage lief vom 16. Juni, 16 Uhr bis 19. Juni, 14 Uhr.

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