Aktualisiert 18.12.2008 14:34

Das war 2008Das iPhone und die Schweiz

Kein anderes Gadget sorgte für 2008 für so viel Gesprächsstoff wie das iPhone. Die Vorfreude auf das Apple-Handy war auch hierzulande entsprechend gross. Am 11. Juli war es dann soweit: Das iPhone 3G landete offiziell in der Schweiz - und 20 weiteren Destinationen ausserhalb der USA.

von
Manuel Bühlmann

Die Swisscom öffnete für den Verkaufsstart am 11. Juli 2008 extra um Mitternacht ihren Shop an der Füsslistrasse in Zürich und zog so Hunderte von iPhone-Jüngern an, die sich schon neun Stunden vorher vor dem Laden in Position brachten. Und das zu Recht, denn die Geräte gingen weg wie warme Semmel. So kam es schon beim Mitternachtsverkauf zu Engpässen, der Grossteil der Wartenden ging leer aus.

Am Anfang stand der Lieferengpass

Und die Misere hielt an: In den ersten Wochen konnten weder Swisscom noch Orange die grosse Nachfrage bedienen. Ein zusätzliches Problem stellte die Tatsache dar, dass das iPhone ohne Vertrag in keinem anderen Land zu so attraktiven Konditionen verkauft wurde. Dies hatte zur Folge, dass aus dem Ausland regelrechte Hamsterkäufe getätigt wurden. Orange wie auch die Swisscom sahen sich zum Handeln gezwungen und passten die Preise für das iPhone ohne Vertrag nach oben an.

Einmalige Erfolgsgeschichte

Mittlerweile hat sich die Situation verbessert und in der Schweiz sind geschätzte 200 000 Geräte im Einsatz. «Der Ansturm auf das Gerät war bisher einmalig. Wir sind mit der verkauften Stückzahl sehr zufrieden», sagt Orange-Pressesprecherin Therese Wenger auf Anfrage von 20 Minuten Online.

Swisscom-Mediensprecher Carsten Roetz weiss auch, warum das Apple-Handy bei der Kundschaft so begehrt ist: «Das iPhone hat eine einzigartige Benutzeroberfläche. Es ist das erste Mobiltelefon, das mobiles Internet wirklich selbstverständlich erscheinen lässt. Es vereint auf ideale Weise einen Musikplayer, eine Spielkonsole und ein Kommunikationsterminal. Über den AppStore und die Möglichkeit zu Software-Updates kann man es beliebig erweitern und optimieren. Und nicht zuletzt hat das iPhone natürlich auch dank der Marke Apple einen grossen Kultstatus erlangt.»

Erfolgsgarant AppStore

In der Tat stellt der erwähnte AppStore ein Novum im Mobilfunkmarkt dar. Darin finden iPhone-und iPod-Touch-Besitzer Programme von Drittanbietern. Ein Grossteil der Software ist gratis. Standen am Anfang noch 500 Applikation im AppStore bereit, sind es mittlerweile gegen 8000 Apps. Alleine in der Kategorie Unterhaltung stehen über 1200 Programme zum Download bereit. Seit Juli haben iPhone-Besitzer rund 300 Millionen Programme runtergeladen. Apple spült dies Hunderte von Millionen in die Kasse, da sie sich an den kostenpflichtigen Angeboten rund 30 Prozent Provision sichern.

Windows Mobile abgehängt

Auf dem Markt der Smartphone-Betriebssysteme konnte sich Apple mit ihrem Produkt schnell behaupten. Mittlerweile hat das iPhone-Betriebssystem mehr Marktanteile als Windows Mobile. Mit einem Marktanteil von 12,9 Prozent steht es direkt hinter dem Blackberry von RIM (15,9 Prozent) und dem Marktführer Nokia (49,8 Prozent).

Konkurrenz dürfte das iPhone vom Google-Handy HTC G1 bekommen, das ab 2009 in der Schweiz erhältlich sein wird. Damit lässt sich ähnlich dem AppStore auf einen Shop mit Applikation von Drittanbietern zugreifen.

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