13.09.2017 09:35

Neues Apple-FlaggschiffDas iPhone X ist ein Meilenstein für Apple

XXL-Display, neuartige Bedienung, bessere Kamera: Das iPhone X überzeugt Fans. Für 1200 Franken wird es aber mehr als je zuvor zu einem Statussymbol.

von
tob

Animierte Emojis, Gesichtserkennung und ein fast randloses Display: Das iPhone X im ersten Test. (Video: 20M)

Apples neuer Hauptsitz ist kolossal, durchdacht und ringförmig. Mit seiner Form erinnert das Gebäude auch an den Homebutton. An den Knopf, der das Aussehen des iPhones lange Zeit geprägt hat. Dass damit nun Schluss ist, mutet fast schon ein bisschen ironisch an.

Denn mit dem iPhone X begräbt Apple den Knopf. Die Nutzer werden ihr Mobiltelefon in Zukunft nur noch mit Wischgesten steuern. Statt einmal auf den Knopf zu drücken, muss man neu einfach vom unteren Bildschirmrand nach oben wischen. Was etwas komisch tönt, ist überraschend intuitiv, wie ein Test zeigt.

Gesicht statt Fingerabdruck

Auch vom Fingerabdruck-Sensor verabschiedet sich der Konzern. Das iPhone X kann dafür mit dem eigenen Konterfei entsperrt werden. Das sogenannte Face ID soll schneller und sicherer sein als der Fingerabdruck, sagt Apple. Während der Demonstration auf der Bühne ging das beim ersten Versuch allerdings schief.

Beim anschliessenden Test in der sogenannten Hands-on-Area, wo Journalisten die iPhones ausprobieren konnten, war Face ID dann zuverlässiger. Sobald das iPhone das zuvor erfasste Gesicht sah, wurde das Gerät entsperrt. Die Einrichtung dauert rund zehn Sekunden.

Die Gesichtsdaten werden direkt auf dem iPhone in einer sicheren Enklave gespeichert. Das System soll sich weder mit Fotos noch mit Masken austricksen lassen. Ob das wirklich der Fall ist, wird aber wohl erst ein ausführlicher Test zeigen. Dass Face ID auch zum Bezahlen eingesetzt werden kann, zeigt vor allem eines: Dass sich Apple sicher ist, dass das System wirklich funktioniert.

Neuheiten für Foto-Fans

Einen sehr guten Eindruck hat die neue Dualkamera hinterlassen. Neu haben beide verbauten Objektive einen Bildstabilisator, was Foto-Fans freuen wird. So wird es einfacher, auch mit Zoom noch Bilder zu machen, die scharf sind. Spannend ist definitiv auch der neue Porträtmodus. Dank dem A11-Chip und der neuen Kamera können verschiedene Beleuchtungsmodi ausgewählt werden. Das soll Fotos einen professionellen Look verleihen. Beim Test ging dies beeindruckend gut. Allerdings war der Testbereich auch gut ausgeleuchtet. Ob die Funktion genauso zuverlässig ist, wenn nur wenig Licht vorhanden ist, wird sich zeigen.

Aus Vision wird Realität

«Seit mehr als zehn Jahren ist es unsere Absicht, ein iPhone zu bauen, das nur noch Display ist. Mit dem iPhone X haben wir diese Vision verwirklicht», sagt Chef-Designer Jony Ive. In der Tat ist der Bildschirm des iPhone X das Hauptaugenmerk des Geräts. Apple-Fans erhalten nun erstmals ein fast randloses Handy. Für den Konzern ist das ein Meilenstein. Das Gerät wirkt dadurch so futuristisch wie nie zuvor. Android-Fans dürften aber nur müde lächeln: Denn bei der Konkurrenz sind solche Bildschirme keine Seltenheit mehr.

Sicher ist: Das iPhone X ist genau das Telefon, das sich die Fans schon seit Jahren wünschen. Und für genug Gesprächsstoff ist mit den neuen Funktionen auch gesorgt. Spätestens beim Preis wird es dem einen oder anderen aber die Sprache verschlagen. In der Schweiz wird das iPhone X nämlich ab 1199 Franken verkauft.

So funktioniert FaceID

Face ID projiziert über 30'000 Infrarotpunkte auf das Gesicht. Daraus wird ein Muster generiert, das direkt auf dem Gerät gespeichert wird. Will man das Gerät mit dem Gesicht entsperren, muss man es direkt ansehen. Das System lernt und merkt sich auch, wenn sich das Äussere verändert, etwa wenn man sich den Bart abrasiert oder eine Brille trägt. Laut Apple funktioniert Face ID auch im Dunkeln.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.