Jo mei!: Das ist bald Bayerns neuer Ministerpräsident
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Jo mei!Das ist bald Bayerns neuer Ministerpräsident

Markus Söder soll Horst Seehofer als bayerischer Ministerpräsident beerben. Damit ist der 50-jährige Fasnachts-Aficionado am Ziel seiner Träume angekommen.

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gux
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Markus Söder sei für seinen Ehrgeiz bekannt, aber auch für seine Liebe für seine aufwändigen Fastnachtskostüme, schreibt «Spiegel.de». Den Punk gab er am 10. Februar 2012.

Markus Söder sei für seinen Ehrgeiz bekannt, aber auch für seine Liebe für seine aufwändigen Fastnachtskostüme, schreibt «Spiegel.de». Den Punk gab er am 10. Februar 2012.

KEYSTONE/DPA/Ebener/Karmann/Armer
Söder konnte auch Mahatma Gandhi (am 6. Februar 2015).

Söder konnte auch Mahatma Gandhi (am 6. Februar 2015).

KEYSTONE/DPA/Ebener/Karmann/Armer
Oder auch, bubupidu!, Marilyn Monroe am 1. Februar 2013.

Oder auch, bubupidu!, Marilyn Monroe am 1. Februar 2013.

KEYSTONE/DPA/Ebener/Karmann/Armer

Ämterteilung bei den bayerischen Christsozialen (CSU): Parteichef Horst Seehofer will seinen Platz als Ministerpräsident für Markus Söder räumen. Der 50-jährige Fasnachts-Aficionado gilt als ehrgeizig und hat viele Gesichter, wie Sie der Bildstrecke entnehmen können.

Der Wechsel soll im ersten Quartal 2018 erfolgen. Söder wird dann die CSU als Spitzenkandidat in die bayerische Landtagswahl führen. Söders einziger potenzieller Gegenkandidat, Innenminister Joachim Herrmann, hatte in der Landtagsfraktion seinen Verzicht erklärt. Die Abgeordneten wählten Söder daraufhin einstimmig zu ihrem Wunschkandidaten. Die Abstimmung hat für den Parteitag im Dezember bindende Wirkung, da die Landtagsfraktion den Nachfolger aus ihrer Mitte bestimmt.

Söder bald Ministerpräsident in Bayern

Markus Söder soll Horst Seehofer als bayerischer Ministerpräsident beerben.

Baldiger Ministerpräsident: Söder will Seehofer beerben. Video: Tamedia/AFP

«Gute Zusammenarbeit»

Der 68-jährige Seehofer will sein Amt an der Parteispitze behalten. Er wiederholte in der Fraktion seine bereits am Sonntag durchgesickerte Absicht, auf dem Parteitag erneut für den CSU-Vorsitz zu kandidieren. Seinem Dauerrivalen Söder bot er eine «gute Zusammenarbeit» an. Der Entscheid der Fraktion vom Montag wurde wenig später vom CSU-Parteivorstand bestätigt.

Seehofers erneute Kandidatur für den Parteivorsitz war von vielen Teilen der Partei gefordert worden. Begründet wurde dies unter anderem mit der unklaren Lage in Berlin. Einen Wechsel nach Berlin schloss Seehofer nicht aus, wie es in der engsten Parteispitze hiess. Bayerns Innenminister Herrmann will seinerseits nicht mehr in ein künftiges Bundeskabinett wechseln.

Langjährige Erzfeinde

Der 50-jährige Söder rief zu Geschlossenheit auf. Es gehe nach dem langen Führungsstreit in der Partei nun darum «wieder mehr miteinander als übereinander» zu reden, «Gemeinsamkeit wieder herzustellen» und sich «unterzuhaken». Söder sicherte Seehofer seine «volle Rückendeckung und volle Unterstützung für den Parteivorsitz» zu.

Seehofer und Söder galten über Jahre hinweg als erbitterte Gegner. Erst in den vergangenen Tagen hatte sich Seehofer mehrfach positiv über seinen Minister geäussert.

Entscheidend auf Söders Weg zur Macht war vor allem der grosse Rückhalt für ihn in der Fraktion. Seehofer sei nun klar geworden, dass es eine befriedende Lösung gegen den Willen der Fraktion nicht geben könne, hiess es. Seehofer stand seit dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl unter Druck, mindestens eines seiner Ämter abzugeben.

Erfolge, Machtkampf, Beschimpfungen

Söder sitzt nahezu sein halbes Leben schon im bayerischen Landtag und hat zehn Jahre Regierungserfahrung als Minister. Er war Europaminister, Umwelt- und Gesundheitsminister.

Seit 2011 leitet er das bayerische Finanzministerium, das 2013 mit einem neu geschaffenen Heimatmuseum zum Superministerium ausgebaut wurde - für das Heimatressort durfte Söder in seiner Geburtsstadt Nürnberg eine Aussenstelle errichten.

Der Machtkampf Seehofer-Söder eskalierte nach der CSU-Pleite bei der Bundestagswahl. Die Partei hatte im September mit 38,8 Prozent in Bayern ihr schlechtestes Wahlergebnis seit Jahrzehnten einstecken müssen.

Es sah danach aus, als wolle Seehofer alles daran setzen, seinen stärksten Minister als Nachfolger zu verhindern. Ins Gespräch war dabei der Seehofer-Vertraute Innenmnister Herrmann als möglicher Gegenkandidat gekommen.

In dieser schwierigen Situation zeigte Söder sein strategisches Geschick und baute seine Hausmacht in der CSU konsequent aus. Und Seehofer hielt sich mit Beschimpfungen seines früheren Rivalen zurück. 2012 musste Söder sich von Seehofer noch als «vom Ehrgeiz zerfressen» und für «zu viele Schmutzeleien» beschreiben lassen. (gux/sda)

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