Berlin: Amokfahrer Gor H. (29) soll in die Psychiatrie 

Aktualisiert

BerlinAmokfahrer Gor H. (29) soll in die Psychiatrie 

Über den Amokfahrer von Berlin ist noch wenig bekannt. Fest steht: Gor H. war bereits wegen Diebstählen polizeilich bekannt. Laut seiner Schwester leidet er unter schweren psychischen Problemen.

1 / 4
Gor H. liess sich von der Polizei widerstandslos festnehmen.

Gor H. liess sich von der Polizei widerstandslos festnehmen.

Screenshot Twitter
Er soll laut Augenzeugen «hilflos» gewirkt haben.

Er soll laut Augenzeugen «hilflos» gewirkt haben.

Screenshot Twitter
Die Polizei brachte den Deutsch-Armenier …

Die Polizei brachte den Deutsch-Armenier …

Screenshot Twitter

Darum gehts

Noch immer sitzt in Berlin der Schock tief: Am Mittwoch raste ein Mann in einem silberfarbenen Renault Clio in der Nähe des Berliner Kurfürstendamms im Stadtteil Charlottenburg in eine Menschenmenge und war erst in einem Schaufenster zum Stehen gekommen. Dabei starb eine Lehrerin aus Hessen und es wurden 29 Menschen verletzt, vor allem aus der dazugehörigen Schülergruppe. Von der Bundes- und Landesregierung wurde der Vorfall als Amoktat eingestuft.

Fahrer soll an paranoider Schizophrenie leiden

Nach der Tat wurde der Fahrer des Wagens, der 29 Jahre alte Deutsch-Armenier Gor H., von Passanten festgehalten. Als die Polizei vor Ort erschien, liess er sich widerstandslos festnehmen. In seinem Wagen fand die Polizei «Plakate mit Bezug zur Türkei». Nun versuchen die Ermittler herauszufinden, was Gor H. zu seiner Tat antrieb. Mit Hilfe eines Dolmetschers werde versucht, mehr «aus den teilweise wirren Äusserungen, die er tätigt, herauszufinden».

Inzwischen ist sich die Staatsanwaltschaft sicher: Eine psychische Erkrankung des Autofahrers hat nach Überzeugung der Ermittler dazu geführt, dass der 29-Jährige in die Menschengruppen gerast ist. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der festgenommene Mann an einer paranoiden Schizophrenie leide, sagte am Donnerstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Sebastian Büchner. Bei der Durchsuchung der Wohnung des 29-Jährigen seien Medikamente gefunden worden.

Niemand traute ihm die Tat zu

Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, war der übergewichtige 29-Jährige der Polizei bereits wegen Eigentumsdelikten, also Diebstählen, bekannt. Er lebe seit mindestens 14 Jahren mit seiner Mutter, einer Pflegerin in einem Behindertenheim, und einer Schwester wenige Kilometer vom Tatort in Charlottenburg. In der Nachbarschaft ist er als liebenswerter «kleiner, runder Mann» bekannt, der immer freundlich grüsste. Eine solche Tat hatte ihm niemand zugetraut.

Doch unter der scheinbar friedlichen Oberfläche brodelte es. Seine Schwester sagte den Journalisten, Gor habe «schwerwiegende Probleme». Auch Franziska Giffey, Berlins regierende Bürgermeisterin, gibt an, durch die Ermittlungen der Polizei sei klar geworden, «dass es sich um die Amoktat eines psychisch schwer beeinträchtigten Menschen handelt».

Nach der Tat hatte die Polizei seine Wohnung durchsucht, aber weder gefährliche Materialien oder Waffen oder Hinweise auf ein Motiv gefunden.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

(DPA/AFP/trx)

Deine Meinung