Eidgenössisches Schwingfest: «Das ist bitter» – keine Tickets für Schwingerinnen an Eidgenössischen

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Eidgenössisches Schwingfest«Das ist bitter» – keine Tickets für Schwingerinnen an Eidgenössischen

Fürs Eidgenössische Schwingfest gelangten nur wenige Tickets in den freien Verkauf. Die meisten Plätze verteilt der Schwingerverband an seine Mitglieder. Schwingerinnen gehen dabei leer aus.

von
Lukas Hausendorf
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2019 gewann Christian Stucki das Eidgenössische in Zug. Ende August steigt er in Pratteln ins Sägemehl. Im Publikum wird es aber kaum Schwingerinnen haben.

2019 gewann Christian Stucki das Eidgenössische in Zug. Ende August steigt er in Pratteln ins Sägemehl. Im Publikum wird es aber kaum Schwingerinnen haben.

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Denn: Der Eidgenössische Frauenschwingverband wurde bei der Vergabe der Tickets nicht berücksichtigt.

Denn: Der Eidgenössische Frauenschwingverband wurde bei der Vergabe der Tickets nicht berücksichtigt.

EFSV
Die 31’000 Verbandskarten sind für den Eidgenössischen Schwingerverbands reserviert, dessen Mitglieder vom Vorkaufsrecht profitieren können.

Die 31’000 Verbandskarten sind für den Eidgenössischen Schwingerverbands reserviert, dessen Mitglieder vom Vorkaufsrecht profitieren können.

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Darum gehts

  • Aktive Schwinger sollen beim Eidgenössischen in Pratteln nicht zu kurz kommen.

  • Mitglieder des Eidgenössischen Schwingerverbands geniessen deshalb ein Vorkaufsrecht für die  begehrten Plätze in der Arena.

  • Nicht so die Frauen: Der Eidgenössische Frauenschwingverband geht beim ESAF leer aus.

Gerade mal 4500 Tickets für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, das Ende August in Pratteln stattfindet, gingen in den freien Verkauf. Und waren innert einer Stunde weg. Das erstaunt, fasst die Arena doch über 40’000 Personen. Die Erklärung: Ein Grossteil der Tickets wird unter der Hand vergeben. So sind 31’000 Karten für Mitglieder des Eidgenössischen Schwingerverbands reserviert. Schwingerinnen gehen dabei leer aus, wie das «Regionaljournal» von SRF berichtet.

Die Mitglieder des Eidgenössischen Frauenschwingverbands (EFSV) haben kein einziges Vorkaufsrecht für das ESAF. Damit sind viele Mädchen und Frauen, die selbst aktiv als Turnerinnen oder Sennerinnen schwingen, faktisch vom grössten Event ihres Sports ausgeschlossen. «Das ist bitter», sagt Natalie Siffert, Sprecherin des Eidgenössischen Frauenschwingverbands gegenüber SRF. Für Siffert zeige dies auch, dass Schwingen in den Köpfen vieler kein Frauensport sei. Und dies obschon der EFSV schon seit 1992 bestehe.

Die Organisatoren des ESAF weisen jegliche Verantwortung von sich. Die Verteilung der Tickets sei Angelegenheit der Verbände. Und der Eidgenössische Schwingerverband, also jener der Männer, teilte gegenüber SRF mit, dass man neutral sei, auch in Gender-Fragen. Man habe auch schon mehrfach eine Zusammenarbeit der Verbände angestrebt, was aber immer wegen des Frauenverbands gescheitert sei.

Wenigstens zwei Schwingerinnen werden am ESAF in Pratteln einen guten Platz in der Arena haben. Die vierfache Schwingerkönigin Sonia Kälin und Nachwuchsschwingerin Aurélie Gisler haben ihre Sitze als Botschafterinnen der Baselbieter Kantonalbank, dem Hauptsponsor des Fests, auf sicher.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, aufgrund der Geschlechtsidentität diskriminiert? 

Hier findest du Hilfe:

Gleichstellungsgesetz.ch, Datenbank der Fälle aus Deutschschweizer Kantonen

Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

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