Aktualisiert 27.09.2019 16:22

Gaht's-no!-Priis

Das ist der absurdeste Bürokratie-Fall

Die Zürcher FDP verlieh am Freitag den Preis für die absurdeste Bürokratiegeschichte. Und der «Gahts-no!-Priis» geht an ….

von
tam
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Am 27. September 2019 verlieh die Zürcher FDP den Preis für die absurdeste Bürokratiegeschichte an .einen Uhrenverkäufer, der nach 29 Jahren die Preise seiner Uhren im Schaufenster anschreiben musste.

Am 27. September 2019 verlieh die Zürcher FDP den Preis für die absurdeste Bürokratiegeschichte an .einen Uhrenverkäufer, der nach 29 Jahren die Preise seiner Uhren im Schaufenster anschreiben musste.

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Die anderen vier Nominierten waren: Ein Autofahrer, der eine Busse von 40 Franken erhielt, weil seine Parkscheibe zu klein war.

Die anderen vier Nominierten waren: Ein Autofahrer, der eine Busse von 40 Franken erhielt, weil seine Parkscheibe zu klein war.

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Viel Gebühren für Bremshebel: Dieser Töff-Bremshebel kostet mit Montage 95 Franken. Doch die Kunden müssen für die Aufwände im Strassenverkehrsamt insgesamt 290 Franken bezahlen.

Viel Gebühren für Bremshebel: Dieser Töff-Bremshebel kostet mit Montage 95 Franken. Doch die Kunden müssen für die Aufwände im Strassenverkehrsamt insgesamt 290 Franken bezahlen.

Screenshot Fokus KMU

Unnötiger Papierkram, zeitaufwendige Verfahren und vermeidbarer Stress: Die FDP kämpft seit Jahren gegen schlimme Bürokratie-Erlebnisse. Am Freitag hat die Partei deshalb auch dieses Jahr den absurdesten Vorfall ausgezeichnet. Und der Gewinner ist … der Besitzer des Uhrengeschäfts Antique Watch in Zürich, der nach 30 Jahren plötzlich bei allen seinen Produkten die Preise anschreiben muss.

Fehlende Preisangaben bei Uhren

Im kleinen Uhrengeschäft Antique Watch auf der Gemüsebrücke in Zürich waren die Preise 29 Jahre lang nicht angeschrieben – bis eine Beamtin der Wirtschaftspolizei vorbeikam. Sie teilte laut der «Neuen Zürcher Zeitung» dem Inhaber Beat Baumgartner mit, dass er die Preise seiner Uhren im Schaufenster anbringen müsse. Ihm drohte auch eine Busse, wenn er es nicht macht. Anschreiben wollte Baumgartner die Uhren auf keinen Fall, unter anderem um Gelegenheitsdiebe nicht auf dumme Gedanken zu bringen.

Eine vierköpfige Jury der Partei hat aus insgesamt fünf Geschichten, die von Betroffenen aus der Bevölkerung eingereicht wurden, den Sieger gekürt. Das waren die anderen vier Nominierten:

Busse wegen zu kleiner Parkscheibe

Auch wenn die Parkscheibe richtig eingestellt ist und man rechtzeitig wieder wegfährt, kann es eine Busse geben. So ging es einem Autofahrer in Zürich. Er benutzte eine Parkscheibe, die nicht den Vorschriften entsprach und erhielt deshalb eine Busse von 40 Franken. Seine Parkscheibe war 10 Zentimeter breit und 12 Zentimeter hoch – statt 11 Zentimeter und 15 Zentimeter. Mit der Busse klemmte aber auch gleich eine neue Parkscheibe unter dem Scheibenwischer.

Viel Gebühren für Bremshebel

Ein Bremshebel für ein Motorrad kostet im Geschäft Michel Zweiräder in Wabern bei Bern 60 Franken, die Montage 35 Franken. Doch seinen Kunden muss der Geschäftsführer Adrian Michel 290 Franken in Rechnung stellen für die Aufwände im Strassenverkehrsamt, wie der Schweizerische Gewerbeverband in einem Video berichtet. Zu den 95 Franken kommen 60 Franken für die Prüfung, 35 Franken für den Eintrag im Ausweis und 100 Franken für den Aufwand des Garagisten hinzu.

Ladung nicht gesichert

Ein Landwirt musste seinen Pferdeanhänger bei der Motorfahrzeugkontrolle in Hinwil vorführen. Dazu belud er den Anhänger mit einem Siloballen. Die Prüfung und auch der Bremsstopp verliefen einwandfrei, doch der Experte wollte am Schluss noch einen Blick ins Innere des Anhängers werfen. Dabei bemerkte er, dass der Siloballen nicht mit einer Gurte gesichert war. Wegen dieser Verletzung der Vorschriften wurde die Abnahme des Anhängers verweigert. Zwei Tage später nahm ein anderer Experte den Anhänger ab. Er inspizierte die Beladung nicht.

Keine Tische draussen

Wirt Matteo Trivisano wollte im Sommerhalbjahr zusätzliche Bistrotische vor seiner Lachsbar Frisk Fisk in Winterthur aufstellen. Die Stadt lehnte laut dem «Landboten» das Gesuch mit Verweis auf die Altstadtrichtlinien ab – trotz Einverständnis der Nachbarn vom Copy-Print-Laden. Trivisano hat deshalb erneut ein Gesuch eingereicht, das er um eine Petition mit 60 Unterschriften ergänzt hatte. Unterstützung erhielt er von umliegenden Geschäften und auch von Konkurrenten.

Bei der Preisverleihung am Freitag gibt es eine Auszeichnung sowie eine Plexiglas-Statue zu gewinnen.

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