Aktualisiert 27.09.2018 15:52

Wil SG

«Das ist der asozialste Event des Jahres»

In einem Leserbrief beschwert sich ein Wiler über die Jungtambourenwettspiele vom Wochenende. Er spricht gar von «monotonem Terror». Das stösst auf Unverständnis.

von
taw
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Vom 22. bis 23. September fand in Wil das 39. Ostschweizerische Jungtambourenwettspiel statt.

Vom 22. bis 23. September fand in Wil das 39. Ostschweizerische Jungtambourenwettspiel statt.

Stadttambouren Wil
Gastgeber waren die Stadttambouren Wil.

Gastgeber waren die Stadttambouren Wil.

Stadttambouren Wil
Das Event kam offenbar nicht überall gut an.

Das Event kam offenbar nicht überall gut an.

Stadttambouren Wil

«Da kommt man frisch erholt aus den Ferien zurück und freut sich auf ein gemütliches Wochenende zu Hause, um gemütlich den Urlaub ausklingen zu lassen ... und wird vom asozialsten Event des Jahres zwei Tage lang terrorisiert», so beginnt ein Leserbrief, der am Donnerstag in den«Wiler Nachrichten» abgedruckt wurde. Mit dem «asozialsten Event des Jahres» ist das Ostschweizerische Jungtambourenwettspiel gemeint, das vergangenes Wochenende in Wil stattfand.

Er habe bislang gar nicht gewusst, fährt der Schreiber fort, dass er das Musikinstrument Trommel nicht mag, gar hassen könnte, aber spätestens seit Sonntag sei das Ding zum «puren Aggressor» geworden. Er sei nämlich bereits am Samstagmorgen davon geweckt worden und danach fast durchgehend bis abends genötigt gewesen, «immer und immer wieder dieselben, durch die Echos des Quartiers verzerrten Rhythmen zu hören».

Musik als Terror?

Doch damit nicht genug. Weiter heisst es nämlich, dass er niemals gedacht hätte, dass es Menschen gebe, die in der Schweiz eine ganze Nachbarschaft geplant zum Wahnsinn treiben wollen. Für ihn war dies hier offenbar der Fall. «Entweder sind die Organisatoren schlicht dumm und kennen die Wirkung des 'Instruments' Trommel nicht oder sie erfreuen sich daran, Menschen zu terrorisieren», so sein Fazit. Eine Lösung für das «Problem» hat er auch schon parat: «So was gehört in einen schallisolierten Raum.»

Gastgeber des 39. Ostschweizer Jungtambourenwettspiels waren die Stadttambouren Wil. Wie es auf Anfrage heisst, hat man bereits Kenntnis vom Leserbrief und wundert sich darüber. «An diesem Wochenende haben sich rund 300 Jungtambouren aus der ganzen Ostschweiz mit Begeisterung im Einzelwettspiel sowie im Sektionswettspiel gemessen», erklärt der Präsident. Sie hätten nur positives Feedback erhalten und es sei doch toll, wenn Jugendliche solch ein Hobby hätten. Der Leserbrief sei zwar bedauerlich, aber man spüre sonst breite Akzeptanz in der Bevölkerung und die Unterstützung der Stadt. Dafür sei man dankbar.

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