Besuch in Berlin: «Das ist der Geist von Berlin»
Aktualisiert

Besuch in Berlin«Das ist der Geist von Berlin»

In seiner Rede hat US-Präsident Barack Obama seine Zuhörer aufgefordert, sich für die Freiheit aller Menschen weltweit einzusetzen. Dafür stehe die Geschichte der deutschen Hauptstadt.

von
zum

Obama nahm Bezug auf Kennedys Rede. Vor seinem berühmten Satz «Ich bin ein Berliner» habe dieser gesagt: «Erheben wir den Blick über die Grenzen der eigenen Stadt und richten ihn auf die gesamte Menschheit.» Vor diesem Hintergrund sprach Obama die Notwendigkeit der atomaren Abrüstung an. Danach nahm er Bezug auf Reagans Rede, der Gorbatschow aufgefordert hatte, die Berliner Mauer abzureissen. Man müsse noch viel mehr Mauern einreissen, sagte Obama und forderte die Gleichheit der Geschlechter und aller Religionen. Selbst auf den Umweltschutz, Aids und soziale Gerechtigkeit kam Obama zu sprechen.

Mit der Bemerkung, die Bedrohung der Freiheit komme nicht nur von aussen, sondern auch von innen, kam er zum Schluss seiner Rede. Er zitierte den vierten US-Präsidenten und Hauptautor der US-Verfassung, James Madison: «Wer im Krieg ist, findet keinen Frieden.» Deshalb müsse Guantánamo geschlossen und eine Balance zwischen Sicherheit und Privatsphäre gefunden werden. Denn es gehe immer um Freiheit. Das sei auch der Geist von Berlin: «Wir dürfen nicht nur für die eigene Freiheit kämpfen, sondern für die Freiheit aller Menschen auf der Welt.»

Zuvor führten Obama und Merkel ein längeres Gespräch. Nein, US-Kampfdrohnen starten ihre tödlichen Einsätze nicht aus Deutschland. Ja, die USA scannen Daten aus Telefon und Internet. Ja, die USA halten auch weiterhin zu den Verbündeten in Europa.

Dies die Eckpunkte aus Obamas Gespräch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Während der US-Präsident bei der aktuellen Politik blieb, besichtigte First Lady Michelle Obama unter der Führung von Merkels Ehemann Joachim Sauer die Reste der Berliner Mauer.

Jetzt wird Barack Obama vor dem Brandenburger Tor eine Rede halten. Vor vier Jahren jubelten ihm noch 200'000 Fans zu. Heute werden maximal 4000 Personen direkt vor Ort sein.

Hier können Sie Obamas Rede live mitverfolgen.

Wie denken Sie über Barack Obama: Macht er seine Sache gut? Hat seine Politik der Schweiz alles in allem eher Vorteile oder Nachteile gebracht? Und in welchen Politikfeldern sehen Sie die grössten Defizite seiner Präsidentschaft? Nehmen Sie teil an der grossen Umfrage! Zur Umfrage >>

Deine Meinung