Omikron-Welle – Das ist der Plan B des Bundesrats, falls Omikron hart zuschlägt
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Omikron-WelleDas ist der Plan B des Bundesrats, falls Omikron hart zuschlägt

Sollte sich die Lage in den Spitälern verschlechtern, sind härtere Massnahmen möglich. Dazu zählen Teilschliessungen und eine verschärfte Maskenpflicht.

von
Bettina Zanni
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Der Bundesrat behält sich vor, rasch weitergehende Massnahmen zu beschliessen, sollte sich die Lage in den Spitälern stark verschlechtern. 

Der Bundesrat behält sich vor, rasch weitergehende Massnahmen zu beschliessen, sollte sich die Lage in den Spitälern stark verschlechtern.

20min/Matthias Spicher
Teilschliessungen: Orte ohne Möglichkeit einer Masken- oder Sitzpflicht müssten schliessen. Betroffen wären demnach Restaurants, Clubs, Badeanstalten und Fitnesszentren.

Teilschliessungen: Orte ohne Möglichkeit einer Masken- oder Sitzpflicht müssten schliessen. Betroffen wären demnach Restaurants, Clubs, Badeanstalten und Fitnesszentren.

20min/Marco Zangger
Kapazitätsbeschränkungen bei Grossanlässen: Grossveranstalter müssten sich bei der maximal zugelassenen Anzahl Gäste an eine bestimmte Grenze halten.

Kapazitätsbeschränkungen bei Grossanlässen: Grossveranstalter müssten sich bei der maximal zugelassenen Anzahl Gäste an eine bestimmte Grenze halten.

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Darum gehts

  • Orte ohne Möglichkeit einer Masken- oder Sitzpflicht müssten schliessen.

  • Die Maskenpflicht könnte schon ab acht Jahren gelten.

  • Diese und weitere Pfeiler hat der Bundesrat im Falle einer verschlechterten Lage in den Spitälern im Köcher.

Der Bundesrat ergreift derzeit keine härteren Massnahmen gegen den drohenden steilen Anstieg der Omikron-Infektionszahlen. Die Taskforce rechnet noch im Januar mit bis zu 2,5 Millionen Infektionen. Die Regierung begründet ihre zurückhaltende Strategie damit, dass trotz der rasch ansteigenden Fallzahlen weniger Menschen in den Spitälern und auf den IPS-Stationen landeten. Der Bundesrat behält sich jedoch vor, rasch weitergehende Massnahmen zu beschliessen, sollte sich die Lage in den Spitälern stark verschlechtern. Dazu läuft in den nächsten Tagen eine Konsultation.

Ausgeschlossen ist dies nicht: Die Taskforce rechnet zum Höhepunkt der Omikron-Welle innert einer Woche schlimmstenfalls mit bis zu 300 zusätzlichen IPS-Patienten und bis zu 10’000 zusätzlichen Hospitalisierten. Diese Pfeile hat der Bundesrat in diesem Fall noch im Köcher:

Teilschliessungen

Orte ohne Möglichkeit einer Masken- oder Sitzpflicht müssten schliessen. Betroffen wären demnach Restaurants, Clubs, Badeanstalten und Fitnesszentren. Auch wären kulturelle und sportliche Freizeitaktivitäten in Innenräumen nicht mehr zulässig, bei denen keine Maske getragen werden kann. Die Teilschliessungen könnte der Bundesrat unabhängig von der Konsultation beschliessen.

Kapazitätsbeschränkungen bei Grossanlässen

Grossveranstalter müssten sich bei der maximal zugelassenen Anzahl Gäste an eine bestimmte Grenze halten. Auch diese Massnahme könnte der Bundesrat ohne den Segen der Kantone umsetzen.

Stimmen die Kantone zu, sind zudem folgende Verschärfungen möglich:

Verschärfte Maskenpflicht

Die Maskenpflicht in den Innenbereichen von öffentlich zugänglichen Betrieben und Einrichtungen mit Zertifikatspflicht gälte bereits ab acht Jahren. Aktuell müssen unter Zwölfjährige keine Maske tragen.

Im Ortsverkehr würde ein Konsumationsverbot eingeführt. Aktuell dürfen Passagiere die Maske für den Verzehr eines kleinen Picknicks abnehmen.

Bei Menschenansammlungen im Freien wie Haltestellen des ÖV bestünde eine Maskenpflicht. Dasselbe gälte für Anstehende in Skigebieten und Grossveranstaltungen. Im Juni 2021 hob der Bundesrat die Maskenpflicht in den Aussenbereichen auf. Die ÖV-Branche fordert jedoch schon länger eine Rückkehr der Maskenpflicht an Haltestellen.

Verbot des Präsenzunterrichts

Der Präsenzunterricht auf Tertiärstufe würde verboten. Im Dezember hatte der Bundesrat aufgrund der anstehenden Semesterferien darauf verzichtet.

Kapazitätsbeschränkungen

Für öffentlich zugängliche Einrichtungen und Betriebe sowie Veranstaltungen und private Zusammenkünfte würden Kapazitätsbeschränkungen eingeführt. Bereits wieder eingeschränkt sind die privaten Treffen: Dort gilt eine 10-Personen-Regel, ist eine ungeimpfte Person dabei. Das Covid-Gesetz schreibt vor, dass Kapazitätsbeschränkungen aufzuheben sind, sobald der impfwillige Teil der Bevölkerung «ausreichend geimpft» ist. Die Beschränkungen sind deshalb seit Dezember aufgehoben.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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