Bodio TI: «Das ist der Schulweg meiner Tochter» – Wolf sorgt in Tessiner Dorf für Angst

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Bodio TI«Das ist der Schulweg meiner Tochter» – Wolf sorgt in Tessiner Dorf für Angst

Mit dem Wintereinbruch und der damit knapper werdenden Nahrung dürfte sich der Wolf mehr und mehr in bewohnte Gebiete vorwagen, wie die Einwohner von Bodio mit eigenen Augen beobachten mussten.

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Diese Wolfsichtung in Bodio sorgt derzeit für Verunsicherung in der Bevölkerung.

Diese Wolfsichtung in Bodio sorgt derzeit für Verunsicherung in der Bevölkerung.

Tio.ch/News-Scout
Nun hat die Politikerin Sara Imelli bei den Tessiner Behörden eine Anfrage eingereicht.

Nun hat die Politikerin Sara Imelli bei den Tessiner Behörden eine Anfrage eingereicht.

Facebook/Sara Imelli

Darum gehts

  • Ein Wolf spazierte am Dienstagmorgen in Bodio über eine Strasse.

  • Bei einigen Anwohnerinnen und Anwohnern geht deshalb nun die Angst um.

  • Der Wolf wird von den Behörden als scheu eigenstuft.

Am Dienstagmorgen wurde in Bodio im Kanton Tessin auf einer Strasse im Dorf ein Wolf gesichtet. Dass sich das Raubtier so nahe an die Bevölkerung herantraut, sorgt in der Bevölkerung für Unruhe. So sagt etwa die Mutter eines Schulkindes: «Meine Tochter geht zu Fuss zur Schule – jetzt hat sie Angst, und wir auch.»

Während die Revision des Jagdgesetzes abgewartet wird, werden die Rufe nach dem Abschuss von Rudeln und Einzelexemplaren immer lauter. Und zwar nicht nur dort, wo die Landwirtschaft gefährdet ist, sondern auch dann, wenn diese Tiere mit dem Einbruch des Winters und dem damit verbundenen Nahrungsmangel weniger vorsichtig werden und sich bewohnten Gebieten und damit auch dem Menschen nähern.

Wolf ist laut Regierung «scheu und geheimnisvoll»

Nun hat Sara Imelli, die in Bodio im Stadtrat ist, bei den Behörden eine Anfrage eingereicht. Diese hat den in Bodio gesichteten Wolf zuvor als scheu und geheimnisvoll eingestuft. Laut der Politikerin schleiche er aber um Fabriken, Verkehrswege und, wie im Fall von Bodio, direkt um das an das bewohnte Dorf angrenzende Gemüse- und Geflügelzuchtgebiet herum, wie Tio.ch berichtet.

Gehört der Wolf in die Schweiz?

«Dies ist leider die natürliche Entwicklung des bisherigen schändlichen Umgangs des Kantons mit dem Wolfsproblem: Nachdem die Alpwirtschaft und viele Bauernhöfe in die Knie gezwungen wurden, berührt das Problem nun die Wohngebiete und weckt berechtigte Sorgen in der Bevölkerung», so Imelli.

«Appell stiess auf taube Ohren»

Imelli erinnert sich auch daran, wie das «Centro» von Leventina, Blenio und Mendrisio bereits in den letzten Monaten Alarm geschlagen hatte, um «vorherzusagen, was tatsächlich passieren würde». Dieser Appell sei leider auf taube Ohren gestossen. «Die Frage betrifft im Wesentlichen die Regierung, ob eine Strategie festgelegt wurde, ob beabsichtigt ist, dringende Massnahmen zur Eindämmung des Problems zu ergreifen, und ob eine Überwachung in den Gebieten geplant ist, in denen das Tier gesichtet wurde.» 

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(Tio.ch/bho)

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