Aktualisiert 07.02.2020 14:51

Coronavirus-Alarm

Das ist der sechste Gesundheitsnotstand

Ende Januar hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Oft ist es dazu noch nicht gekommen.

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Seit Ende des letzten Jahres hält ein bislang unbekanntes Coronavirus die Menschen in China in Atem. Erstmals aufgetaucht war der Erreger in der Millionenmetropole Wuhan. (Im Bild: Ein Bioabfallcontainer wird aus dem Wuhan Medical Treatment Center geschoben).

Seit Ende des letzten Jahres hält ein bislang unbekanntes Coronavirus die Menschen in China in Atem. Erstmals aufgetaucht war der Erreger in der Millionenmetropole Wuhan. (Im Bild: Ein Bioabfallcontainer wird aus dem Wuhan Medical Treatment Center geschoben).

Keystone/AP/Dake Kang
Bis Mittwoch, 5. Februar 2020, wurden weltweit 426 Todesfälle und 20'630 Erkrankte gezählt.

Bis Mittwoch, 5. Februar 2020, wurden weltweit 426 Todesfälle und 20'630 Erkrankte gezählt.

Keystone/AP/Mark Schiefelbein
Auch in Hongkong (Bild) gab es erste Fälle. Es dürfte jedoch eine Dunkelziffer geben, befürchten Experten. Auch ausserhalb des Landes sind Menschen an dem vorläufig 2019-nCo genannten Virus erkrankt.

Auch in Hongkong (Bild) gab es erste Fälle. Es dürfte jedoch eine Dunkelziffer geben, befürchten Experten. Auch ausserhalb des Landes sind Menschen an dem vorläufig 2019-nCo genannten Virus erkrankt.

AP/kin Cheung

Nach mehreren Krisensitzungen zum neuartigen Coronavirus hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Ende Januar 2020 eine «gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite» ausgerufen. 2005 lanciert, ist es erst das sechste Mal, dass er nötig wird.

Ebola 2018

Zuletzt hatte die WHO im Jahr 2019 den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Nötig machte das damals der neunte bekannte Ebola-Ausbruch. Die lebensgefährliche Krankheit ist auch nach über einem Jahr noch nicht gestoppt. Bis zum Januar 2020 notierte die Behörde mit Sitz in Genf 3414 Erkrankungen und 2237 Todesfälle.

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Ein Helfer mit Schutzmaske: Das lebensgefährliche Ebola-Virus hat im Jahr 2018 in der Demokratischen Republik Kongo eine Millionenstadt erreicht.

Ein Helfer mit Schutzmaske: Das lebensgefährliche Ebola-Virus hat im Jahr 2018 in der Demokratischen Republik Kongo eine Millionenstadt erreicht.

AFP/Mark Naftalin
Die WHO hatte erst eine Woche zuvor über den erneuten Ebola-Ausbruch im Kongo informiert, bei dem bis dato etwa 20 Menschen starben.

Die WHO hatte erst eine Woche zuvor über den erneuten Ebola-Ausbruch im Kongo informiert, bei dem bis dato etwa 20 Menschen starben.

AFP/Mark Naftalin
Es war bereits der neunte bekannte Ausbruch der Viruskrankheit in dem zentralafrikanischen Land seit 1976.

Es war bereits der neunte bekannte Ausbruch der Viruskrankheit in dem zentralafrikanischen Land seit 1976.

AFP/Mark Naftalin

Zika 2016

Im Jahr 2015 tauchte das Zika-Virus in Brasilien auf. Zwar verläuft die von ihm ausgelöste Infektion in den meisten Fällen ohne Symptome, doch Ansteckungen während der Schwangerschaft können zu Schädelmissbildungen beim Ungeborenen führen. Die WHO rief den internationalen Gesundheitsnotstand im Februar 2016 aus, im November wurde er für beendet erklärt.

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In Süd- und Zentralamerika breitete sich im Jahr 2016 das Zika-Virus rasant aus. Das Virus kann vor allem für Schwangere gefährlich werden. Es wird vermutet, dass es zu Missbildungen am Schädel beim Embryo führen kann. Im Bild: die zwei Monate alte Ludmilla Hadassa Dias de Vasconcelos aus Recife, Brasilien.

In Süd- und Zentralamerika breitete sich im Jahr 2016 das Zika-Virus rasant aus. Das Virus kann vor allem für Schwangere gefährlich werden. Es wird vermutet, dass es zu Missbildungen am Schädel beim Embryo führen kann. Im Bild: die zwei Monate alte Ludmilla Hadassa Dias de Vasconcelos aus Recife, Brasilien.

Getty Images/Mario Tama
Betroffene Babys werden mit Mikrozephalie (Verringerung des Schädelvolumens) geboren. Im Bild: Ana Beatriz Martin aus Recife.

Betroffene Babys werden mit Mikrozephalie (Verringerung des Schädelvolumens) geboren. Im Bild: Ana Beatriz Martin aus Recife.

Percio Campos
Kopf-Tomogramme eines normal entwickelten Kindes und rechts eines Kindes mit Mikrozephalie.

Kopf-Tomogramme eines normal entwickelten Kindes und rechts eines Kindes mit Mikrozephalie.

Wikimedia Commons/CC BY 2.5

Ebola 2014

Beim bisher folgenschwersten Ausbruch des Ebola-Fiebers 2014 in Westafrika erkrankten offiziell mehr als 28'000 Menschen, über 11'000 starben, weswegen die WHO den internationalen Gesundheitsnotstand ausrief. Vor allem Guinea, Liberia und Sierra Leone waren betroffen. Zwei Jahre nach dem Start der Epidemie konnte der Notstand wieder aufgehoben werden.

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Mehrere Monate nach dem Ausbruch im Jahr 2014 nahm die Zahl der Ebola-Infektionen und -Toten in Westafrika weiterhin zu.

Mehrere Monate nach dem Ausbruch im Jahr 2014 nahm die Zahl der Ebola-Infektionen und -Toten in Westafrika weiterhin zu.

AFP/Zoom Dosso
Sie steige viel schneller als die Kapazitäten zur Bewältigung der Fälle, warnte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan damals.

Sie steige viel schneller als die Kapazitäten zur Bewältigung der Fälle, warnte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan damals.

Keystone/Martial Trezzini
Die Situation drohte ausser Kontrolle zu geraten: Innerhalb von 21 Tagen infizierten sich so viele Menschen wie im halben Jahr zuvor, hiess es im <a href="http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/133546/1/roadmapupdate16sept14_eng.pdf?ua=1" target="_blank"> «Ebola Response Roadmap Update»</a> der WHO.

Die Situation drohte ausser Kontrolle zu geraten: Innerhalb von 21 Tagen infizierten sich so viele Menschen wie im halben Jahr zuvor, hiess es im <a href="http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/133546/1/roadmapupdate16sept14_eng.pdf?ua=1" target="_blank"> «Ebola Response Roadmap Update»</a> der WHO.

Keystone/Salvatore di Nolfi

Polio 2014

Im gleichen Jahr wurde der Notfall wegen der Kinderlähmung Polio ausgerufen. Er dauert – anders als die anderen, die die WHO nach der Eindämmung aufhob – bis heute an. Eine Übertragung der Polio-Erreger gab es 2018 und 2019 nur in Afghanistan und Pakistan.

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Die Kinderlähmung (Poliomyelitis), so meldete es die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2014, ist als Problem der öffentlichen Gesundheit wieder ein Thema.

Die Kinderlähmung (Poliomyelitis), so meldete es die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2014, ist als Problem der öffentlichen Gesundheit wieder ein Thema.

AP/Muhammed Muheisen
Da der Erreger bereits in zehn Ländern aufgetreten sei, ist die Ausbreitung der Krankheit wieder eine ernste Bedrohung, die eine internationale Antwort erfordere, hiess es damals.

Da der Erreger bereits in zehn Ländern aufgetreten sei, ist die Ausbreitung der Krankheit wieder eine ernste Bedrohung, die eine internationale Antwort erfordere, hiess es damals.

AP/K.m. Chaudary
Seit Jahresbeginn seien in drei Ländern wieder Polio-Erkrankungen nachgewiesen worden, erklärte Bruce Aylward von der WHO damals bei einer Telefonkonferenz. Dies mache die Anstrengungen, die Krankheit weltweit auszurotten, zunichte. Eigentlich hatte die WHO geplant, die Krankheit bis 2018 ganz auszurotten.

Seit Jahresbeginn seien in drei Ländern wieder Polio-Erkrankungen nachgewiesen worden, erklärte Bruce Aylward von der WHO damals bei einer Telefonkonferenz. Dies mache die Anstrengungen, die Krankheit weltweit auszurotten, zunichte. Eigentlich hatte die WHO geplant, die Krankheit bis 2018 ganz auszurotten.

epa/Akhter Gulfam

Schweinegrippe 2009

2009 verursachte der neuartige H1N1-Subtyp eine Grippe-Epidemie mit etlichen Todesfällen. Die als Schweinegrippe bekanntgewordene Infektion startete Anfang des Jahres in Mexiko. Ende April 2009 warnte die WHO vor einer weltweiten Verbreitung. Im Juni 2009 rief sie den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Heute ist die Schweinegrippe Teil der saisonalen Grippe, für die es Impfungen gibt.

Auch China war damals von H1N1-Infektionen betroffen, wie dieses Bild aus Peking zeigt. (Bild: Keystone)

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