Aktualisiert 28.10.2018 14:15

Antisemitisches Verbrechen

Das ist der Todesschütze von Pittsburgh

Elf Menschen starben bei einem Amoklauf in einer Synagoge im Bundestaat Pennsylvania. Nun kommen Details zum Täter ans Licht.

von
fss
1 / 17
Robert Bowers erschoss elf Menschen in einer Synagoge in Pittsburgh.

Robert Bowers erschoss elf Menschen in einer Synagoge in Pittsburgh.

AFP/-
In den Sozialen Medien wimmelte es nur so von antisemitischen Äusserungen des Verhafteten.

In den Sozialen Medien wimmelte es nur so von antisemitischen Äusserungen des Verhafteten.

AP
Viele Menschen in Pittsburgh hielten nach der tödlichen Schiesserei in einer Synagoge am Samstagabend eine Mahnwache ab. (27. Oktober 2018)

Viele Menschen in Pittsburgh hielten nach der tödlichen Schiesserei in einer Synagoge am Samstagabend eine Mahnwache ab. (27. Oktober 2018)

AP/Matt Rourke

Mehrere Monate lang verbreitete der 46-jährige Robert D. Bowers aus Pittsburgh wütende Hasstiraden auf den sozialen Medien. Einwanderer nannte er «Eindringlinge», er postete rassistische Bilder und behauptete, dass die Juden der «Feind der Weissen» sind.

Kurz vor seinem Amoklauf in einer Synagoge in Pittsburgh postete der Attentäter ein letztes Statement, wie die New York Times berichtet: «Ich kann nicht daneben sitzen und zusehen, wie meine Leute abgeschlachtet werden. Scheiss auf Eure Sichtweise, ich gehe rein.»

Täter war der Polizei nicht bekannt

Das Attentat forderte 11 Menschenleben, 6 Personen wurden verletzt. Darunter auch vier Polizisten. Trotzdem konnten die Beamten Bowers festnehmen. 21 Waffen waren auf den 46-Jährigen registriert. Bislang fiel der Amerikaner erst durch ein kleines Verkehrsvergehen der Polizei auf.

Bowers lebte nur 25 Autominuten von der Synagoge entfernt. Oft wurde er beim Rauchen ausserhalb seiner Wohnung gesehen. Ein Nachbar sagte, dass er sich nicht erinnern konnte, dass Bowers jemals mit jemandem gesprochen habe.

«Lügen bringen Geld»

Auf der sozialen Plattform «Gab» fand Bowers gleichgesinnte. Immer wieder postete er antisemitische Inhalte. Zu einem Bild des Konzentrationslagers Ausschwitz schrieb er: «Lügen bringen Geld.» In einem anderen Beitrag stand: «Öffnet eure Augen, es sind die bösen Juden, die die bösen Muslime ins Land bringen.» Mittlerweile hat die soziale Plattform, das Profil von Bowers von der Seite genommen.

Das US-Justizministerium teilte mit, es strebe die Todesstrafe für den Täter an. Bowers wurde offiziell mehrerer Verbrechen beschuldigt, darunter der tödliche Einsatz von Feuerwaffen in elf Fällen. Der Staatsanwalt sagte: «Die Handlungen von Robert Bowers zeigen das Schlimmste der Menschheit.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.