Steckbrief: Das ist der typische Milliardär
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SteckbriefDas ist der typische Milliardär

Männlich, verheiratet, drei Kinder und ein Bachelor-Abschluss: Das sind die Merkmale eines Milliardärs von heute.

von
Dorothea Vollenweider
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Entspricht genau dem Bild des Durchschnitts-Milliardärs: Der reichste Schweizer auf der Forbes-Liste ist Biotech-Chef Ernesto Bertarelli mit einem Vermögen von 8,6 Milliarden. Er ist verheiratet mit der Sängerin und Songwriterin Kirsty Bertarelli und Vater von drei Kindern.

Entspricht genau dem Bild des Durchschnitts-Milliardärs: Der reichste Schweizer auf der Forbes-Liste ist Biotech-Chef Ernesto Bertarelli mit einem Vermögen von 8,6 Milliarden. Er ist verheiratet mit der Sängerin und Songwriterin Kirsty Bertarelli und Vater von drei Kindern.

Keystone/Jean-Christophe Bott
Weniger dem Durchschnitt entspricht die jüngste Milliardärin der Forbes-Liste: Die Norwegerin Alexandra Andresen ist 19-jährig und Besitzerin eines Vermögens von 1,2 Milliarden. Sie hält 42 Prozent des Familien-Unternehmens Ferd AS (früher Tiedemanns), das unter anderem im Tabakgeschäft tätig ist.

Weniger dem Durchschnitt entspricht die jüngste Milliardärin der Forbes-Liste: Die Norwegerin Alexandra Andresen ist 19-jährig und Besitzerin eines Vermögens von 1,2 Milliarden. Sie hält 42 Prozent des Familien-Unternehmens Ferd AS (früher Tiedemanns), das unter anderem im Tabakgeschäft tätig ist.

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Die reichste Frau im Milliardärs-Club ist die Französin Liliane Bettencourt, Inhaberin von L'Oreal, mit einem Vermögen von 36,1 Milliarden. Damit liegt sie auf Rang 11.

Die reichste Frau im Milliardärs-Club ist die Französin Liliane Bettencourt, Inhaberin von L'Oreal, mit einem Vermögen von 36,1 Milliarden. Damit liegt sie auf Rang 11.

EPA/Horst Ossinger

Europäische Männer mit Bachelor-Abschluss haben weltweit die grössten Chancen, irgendwann zu den reichsten der Reichen zu gehören. Laut einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Wealth-X ist der durchschnittliche Milliardär derzeit nämlich männlich, 63 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Zudem stammt er aus Europa und hat einen Bachelor-Abschluss.

Jedes Jahr untersucht Wealth-X die Bevölkerungsgruppe der Superreichen, jene unter uns, die über mehr als eine Milliarde Dollar verfügen. Laut der Studie waren das 2015 so viel wie noch nie: Insgesamt 2473 Milliardäre gibts derzeit weltweit, 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch das Gesamtvermögen der Superreichen ist im vergangenen Jahr auf einen bisherigen Höchstwert von 7,7 Billionen Dollar angestiegen – 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Jeder Dritte aus Europa

Den grössten Zuwachs an Superreichen gab es in Asien, wo die Anzahl Milliardäre um 15 Prozent auf 645 zunahm. Doch Europa bleibt mit 806 Superreichen Spitzenreiter und beheimatet damit jeden dritten Milliardär der Welt. Jeder vierte stammt aus Nordamerika, wo insgesamt 628 Milliardäre leben. Zudem wird der Club der Superreichen von Männern dominiert. 140 der insgesamt 148 Neuzukömmlinge sind männlich. Insgesamt gibt es rund achtmal mehr Männer als Frauen in dem Club. Über 70 Prozent haben einen Bachelor-Abschluss, gerade mal 22 Prozent einen Master's Degree.

Neu sind es auch vermehrt Selfmade-Milliardäre, die es in den exklusiven Club geschafft haben. Nur noch 13 Prozent von ihnen verdanken ihr Vermögen ihrer Herkunft, das sind 29 Prozent weniger als im Vorjahr. Mehr als 55 Prozent – sieben Prozent mehr als im Vorjahr – haben sich ihr Geld selbst verdient. Das ist laut der Studie nicht zuletzt auf Internet-Firmen wie Airbnb und Uber zurückzuführen. Die IT-Branche hat demnach für eine Welle neuer Selfmade-Milliardäre gesorgt.

Kinder sind «in», Fussball «out»

Doch Wealth-X hat nicht nur die demographischen Merkmale der Superreichen analysiert, sondern gewährt uns auch einen Einblick ins Privatleben der Milliardäre: Über 85 Prozent sind verheiratet – bei den Männern sind es sogar 88 Prozent. Und die meisten bevorzugen eine grosse Familie. So ist die Anzahl Kinder von zwei im Jahr 2014 auf drei angestiegen.

Und was machen die Reichen, um sich die Zeit zu vertreiben? Das mit Abstand beliebteste Hobby der Milliardäre ist die Philantrophie. Mehr als 56 Prozent widmen sich in ihrer Freizeit wohltätigen Zwecken. Jeder Dritte interessiert sich fürs Reisen, darauf folgen Kunst und Mode. Etwas abgefallen sind Hobbys, wie sie Normalsterbliche ausüben. Skifahren beispielsweise mögen gerade mal 7 Prozent, Lesen 12 Prozent und Fussball 13 Prozent.

So liquide wie nie

Ebenfalls spannend ist, was die Reichsten unter den Reichen mit ihrem Geld machen. Offensichtlich horten sie ihr Vermögen derzeit lieber, statt es in Aktien oder Immobilien zu investieren. Von den insgesamt 7,7 Billionen Dollar werden 22,2 Prozent in bar gehalten. Die Milliardäre sind damit so liquide wie noch nie. Laut der Studie ist das auf die unsichere wirtschaftliche Lage zurückzuführen.

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