Gewürzstreuer haben die dreckigste Oberflächen in der Küche

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Praxistest zeigtDas ist die dreckigste Stelle in deiner Küche

Schwämme, Schneidebrettchen, Abtropfsieb: An potenziellen Kandidaten für die dreckigste Oberfläche in der Küche mangelt es nicht. In einer US-Studie macht nun aber eine andere Produktkategorie das Rennen.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Beim Zubereiten von Lebensmitteln sollten Arbeitsbereich und verwendete Küchenutensilien sauber und hygienisch sein. 

Beim Zubereiten von Lebensmitteln sollten Arbeitsbereich und verwendete Küchenutensilien sauber und hygienisch sein. 

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Schliesslich soll das Essen nicht zu Bauchkrämpfen oder schlimmer noch einer Lebensmittelvergiftung führen. 

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Doch trotz aller Vorsicht kommt es immer wieder dazu. 

Doch trotz aller Vorsicht kommt es immer wieder dazu. 

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Darum gehts

Schätzungen zufolge wird einer von fünf Fällen von Lebensmittelvergiftung im Haushalt erworben. Wie sich jedoch Krankheitserreger bei der Zubereitung von Lebensmitteln durch die Küchenumgebung bewegen, ist nicht gut beschrieben. Das ändert nun eine im «Journal of Food Protection» veröffentlichte Studie.

Laut dieser sorgen vor allem Gewürzbehälter und -streuer für die Verbreitung von Keimen. Sie werden beim Kochen leicht mit gesundheitsgefährdenden Mikroorganismen kontaminiert. Und von dort gelangen sie auch leicht wieder auf andere Gegenstände – und Lebensmittel – in der Küche. Kreuzkontamination nennen das die Fachleute.

Arbeitsauftrag: Burger zubereiten

Für die Studie hat das Forschungsteam der US-Universitäten Rutgers und North Carolina State 371 Personen in unterschiedlich grossen Küchen jeweils Truthahn-Burger zubereiten lassen. Das Rezept war vorgegeben, das Fleisch für die Patties mit Bakteriophagen der Art MS2 präpariert. Dabei handelt es sich um Viren, die ausschliesslich Bakterien infizieren, nicht aber Menschen. Auf diese Weise konnten die Forschenden den Weg der Keime verfolgen. Dass es dem Team um Lebensmittelwissenschaftler Donald Schaffner darum ging, erfuhren die Teilnehmenden erst nach dem Kochen.

Nach der Zubereitung der Mahlzeit nahmen die Forschenden Abstriche von verschiedenen Küchenutensilien, Reinigungsbereichen und Küchenoberflächen, um sie auf die Anwesenheit von MS2 zu testen. Aufgrund ihrer Beobachtungen während des Kochens entschieden sie sich, auch Proben von Oberflächen zu nehmen, über die sie vorher nicht nachgedacht hatten. Dazu zählten etwa die Gewürzbehälter und die Armaturen.

Ergebnis sorgt für Überraschung

Das Ergebnis gab den Forschenden recht. Tatsächlich entpuppten sich die Gewürzbehälter als am dreckigsten. 48 Prozent der untersuchten Gläser und Streuer wiesen Anzeichen einer MS2-Kontamination auf. Schneidebretter belegten den zweiten und Mülleimerdeckel den dritten Platz in Bezug auf die Verschmutzung. Wasserhahngriffe waren das am wenigsten kontaminierte untersuchte Objekt.

Das zeigt laut Schaffner und seinem Team, dass es neben den offensichtlichen Oberflächen wie Schneidebrettern, Mülleimerdeckeln und Kühlschrankgriffen noch andere gibt, die man beim Putzen der Küche berücksichtigen sollte. «Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass jeder Gewürzbehälter, den Sie bei der Zubereitung von rohem Fleisch berühren, mit anderen Gewürzen kontaminiert werden kann. Darauf sollten Sie während oder nach der Zubereitung der Mahlzeit achten.»

Die Forschenden erklären das auch für sie überraschende Ergebnis so: «Die meisten Untersuchungen zur Kreuzkontamination von Küchenoberflächen durch den Umgang mit rohem Fleisch oder Geflügelprodukten haben sich auf Küchenschneidebretter oder Wasserhahngriffe konzentriert.» Die Oberflächen von Gewürzbehältern, Mülleimerdeckeln und anderen Küchenutensilien seien dagegen vernachlässigt worden – bis jetzt.

Link zur Studie: «Cross-Contamination to Surfaces in Consumer Kitchens with MS2 as a Tracer Organism in Ground Turkey Patties» im «Journal of Food Protection».

So reduzierst du die Keimbelastung

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Ebenfalls keimbelastet sind Küchenschwämme. Wie stark, untersuchten deutsche Forscher im Jahr 2017. Das Ergebnis überraschte selbst sie.

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Sie entdeckten mehr als 300 verschiedene Bakterienarten, von denen einige als potenziell krank machend (pathogen) gelten. Immerhin: Fäkalbakterien, toxische Mikroben oder Durchfallerreger fanden die Wissenschaftler kaum. (Im Bild: Keime (rot) auf einem Schwamm im 3-D-Modell)

Sie entdeckten mehr als 300 verschiedene Bakterienarten, von denen einige als potenziell krank machend (pathogen) gelten. Immerhin: Fäkalbakterien, toxische Mikroben oder Durchfallerreger fanden die Wissenschaftler kaum. (Im Bild: Keime (rot) auf einem Schwamm im 3-D-Modell)

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Die hohe Konzentration an pathogenen Keimen könnte immungeschwächten Menschen gefährlich werden.

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