08.04.2018 07:51

Von Tesla inspiriert

Das ist die erste Seilbahn mit Batteriebetrieb

Gastrounternehmer Daniel Lüchinger wurde von seinem Tesla inspiriert, die erste batteriebetriebene Bergbahn der Welt zu bauen. Dieses Wochenende startet der Betrieb auf die Staubern.

von
jeb
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Die Bahn fährt von Frümsen SG auf die Staubern im Alpsteingebiet.

Die Bahn fährt von Frümsen SG auf die Staubern im Alpsteingebiet.

zvg
Die Bergstation liegt auf 1750 Meter über Meer. Von dort hat man einen Blick über das Rheintal, Liechtenstein und Vorarlberg (A).

Die Bergstation liegt auf 1750 Meter über Meer. Von dort hat man einen Blick über das Rheintal, Liechtenstein und Vorarlberg (A).

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Seit Generationen werden das Berggasthaus und die Bahn von der Familie Lüchinger geführt. Auf dem Bild sind vier Generationen zu sehen.

Seit Generationen werden das Berggasthaus und die Bahn von der Familie Lüchinger geführt. Auf dem Bild sind vier Generationen zu sehen.

radikom

Premiere am Alpstein. Dieses Wochenende wird die neue, mit Solarstrom betriebene Staubern-Seilbahn eröffnet. Sie führt vom Dorf Frümsen im St. Galler Rheintal zum 1250 Meter höher gelegenen Berggasthaus Staubern am beliebten Höhenwanderweg vom Hohen Kasten.

Das Spezielle an der Bergbahn: Sie wird mit Solarstrom betrieben – dank einer Batterie auch bei schlechtem Wetter. Betreiber Daniel Lüchinger ist begeisterter Tesla-Fahrer und wurde von seinem Auto zur neuen Seilbahntechnologie inspiriert, wie er der Zeitung «Wirtschaft regional» sagte. «Ich bin schon lange begeisterter Tesla-Fahrer.» Die Zukunftstechnologie von Tesla habe ihn dermassen fasziniert, dass er sie nicht nur im eigenen Auto nutzen wollte.

Tesla konnte nicht liefern

Doch bei Tesla bekam er die gewünschte Batterie nicht, da das Unternehmen selber mit Engpässen kämpft. Lüchinger fand Ingenieure und Unternehmen aus der Region, die eine ähnliche Technologie wie Tesla für die Bergbahn entwickelten. Das Design der Gondel stammt übrigens auch von einem Autobauer: dem Zukunftslabor von Porsche Designstudio.

Bremsen und Sonne erzeugen Strom

Die neue Seilbahn kostet rund fünf Millionen Franken und wird privat finanziert von der Familie Lüchinger, die seit mehreren Generationen das Berggasthaus Staubern führt. Die Kosten seien etwa zehn Prozent höher, als beim Bau einer konventionellen Bahn angefallen wären. Den Strom für die Bahn liefern zwei Photovoltaik-Anlagen an der Talstation und auf Staubern.

Der Solarstrom und die Bremsenergie, die beim Abwärtsfahren entstehen, werden in zwei Batterien gespeichert. Die neue Staubern-Bahn gilt damit als erste batteriebetriebene Seilbahn der Welt. In den Tragseilen der beiden Gondeln befinden sich zudem Leitungen, die das Berggasthaus mit Strom versorgen. An der Talstation können Elektroautos geladen werden.

Die neue Seilbahn kann pro Stunde 60 bis 75 Personen transportieren. Sie hat damit mehr als die doppelte Leistung der alten Staubern-Bahn, die aus dem Jahr 1979 stammte und abgebrochen wurde.

Spektakuläre Aussicht – riesen Nusstorte

Die beiden Gondeln sind der einzige Bahnzubringer vom Rheintal in den Alpstein. Sie führen von Frümsen (500 m ü. M.) zum Berggasthaus auf 1750 Metern am Fuss der imposanten Staubern-Kanzel (1860 m ü. M.). Das Gasthaus liegt auf der Grenze zwischen St. Gallen und Appenzell Innerrhoden.

Es bietet Wanderern auf dem Höhenweg vom Hohen Kasten zur Saxerlücke eine Möglichkeit einzukehren. Die spektakuläre Aussicht reicht vom Alpstein über die Ebene des Rheintals bis zum Bodensee und nach Liechtenstein und Vorarlberg. Wer zu Fuss von Frümsen zum Berggasthaus aufsteigt, braucht dafür rund drei Stunden.

Am Eröffnungswochenende der weltweit ersten energieunabhängigen Bergbahn vom 6. bis 8. April finden diverse Anlässe wie Konzerte oder ein Sonntagsbrunch statt. Zudem wird eine 70 Meter lange Nusstorte aufgetischt. (jeb/sda)

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