23.07.2020 17:58

80’000 Franken pro Woche

Das ist die teuerste Suchtklinik der Welt – und sie steht in Zürich

Für einen Aufenthalt in der teuersten Suchtklinik der Welt zahlt man wöchentlich 80’000 Franken – und kann von der Yogalektion bis zur Goldpflasterkur sämtliche ausgefallenen Heilmethoden buchen.

von
Bianca Lüthy
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Marta Ra ist ehemalige Bankerin und heute als CEO bei Paracelsus Recovery im Amt.

Marta Ra ist ehemalige Bankerin und heute als CEO bei Paracelsus Recovery im Amt.

Foto: Andrea Zahler
Die Klinik ist auf Kunden der High Society ausgerichtet.

Die Klinik ist auf Kunden der High Society ausgerichtet.

Screenshot: Paracelsus Recovery
Die Klinik befindet sich im Zürcher Seefeldquartier.

Die Klinik befindet sich im Zürcher Seefeldquartier.

Screenshot: Paracelsus Recovery

Darum gehts

  • Die teuerste Suchtklinik der Welt befindet sich in der Schweiz.
  • Für 80’000 Franken pro Woche kann man sich in der Zürcher Klinik behandeln lassen.
  • Die Klinik wendet auch umstrittene Methoden zur Heilung ihrer Patienten an.

Eine Klinik für die Schönen und Reichen – die Paracelsus-Recovery-Klinik ist die teuerste Suchtklinik der Schweiz. So zahlt die Klientel für einen Aufenthalt in der Zürcher Klinik 80’000 Franken pro Woche.

Ein Team von 15 Personen inklusive Koch, Butler und Pfleger kümmert sich um die Patienten. Spa- und Wellnessbehandlungen im Dolder sowie Yogalektionen sind nur eine der wenigen Extraservices, die sich suchterkrankte Personen dazubuchen können.

Wer in die «Rehab» muss, kann sich direkt vom Flughafen Zürich in die Paracelsus-Recovery-Klinik bringen lassen. Aber nicht im normalen Taxi, sondern vom Privatchauffeur im Bentley. Dort angekommen, wird man in einem Penthouse untergebracht. Dieses muss man aber nicht mit anderen Patienten teilen, so ist jeweils nur ein Kunde aufs Mal erlaubt.

Umstrittene Heilmethoden

Für das Magazin «Vice» hat die Bloggerin Sydney Lima die Suchtklinik getestet. Sie gab an, ab und zu Kokain und Alkohol zu konsumieren, so wurde ihr gleich das Rundumpaket verschrieben. 24/7 steht den Patienten der «Rehab» ein Psychotherapeut zur Verfügung.

Doch die Klinik wendet auch unkonventionellere Methoden zur Heilung ihrer Patienten an, wie zum Beispiel die Behandlung von Allergien mit einem Pflaster aus purem Gold oder die umstrittene Bioresonanztherapie.

Das Fazit der Kliniktesterin von «Vice» fiel wie folgt aus: «Ich freue mich, wieder nach Hause zu können. Und ich freue mich auf ein Glas Wein, auch wenn ich das nun wahrscheinlich nicht hätte sagen dürfen.» Viele der Methoden bezeichnet Sydney Lima als «Beschäftigungstherapie». Einen Sinn konnte sie bei einigen Heilmethoden nicht erkennen.

Patienten aus Königshäusern

Laut der Geschäftsführerin der Klinik, Marta Ra, die früher Bankerin war, ist das spezielle Angebot gerechtfertigt, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. «Das Bedürfnis nach Zwischenmenschlichkeit ist bei den Superreichen oft nicht abgedeckt», so Ra. Ihre Klientel stamme teils aus Königshäusern aus dem Mittleren Osten. «Manchmal steigt jemand am Flughafen aus dem Privatjet und erleidet sofort einen Zusammenbruch, weil sich so viel angestaut hat», sagt sie. Eine Welt, in der Menschen alles im Überfluss hätten, bringe eine ganz spezifische Problemlage hervor. Deshalb benötige diese Minderheit auch eine gesonderte Form von Therapie.

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34 Kommentare
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Lux

24.07.2020, 05:26

Die Leute, die dort hingehen möchten unter sich sein. Das ist legitim, da sie es ja selbst zahlen. Ob sie das Geld nun für Ferien oder einen „Entzug“ ausgeben, geht uns nichts an.

Urs

24.07.2020, 03:43

Sehr unmoralisch. Und die Fachleute nicht einmal ordentlich ausgebildet. Hoffentlich macht das Beispiel nicht Schule. Nachdem der Zürcher Finanzplatz von solchen Geldgierigen Martas ruiniert wurde, sehen sie es auf das Gesundheitssystem ab. Wehret den Anfängen!

Swiffer25

24.07.2020, 03:05

Es gibt eine Art Leitfaden zur "Behandlung" für Entzugseinrichtungen weltweit. In Ellikon äußerte ein Psychologe offen,dass maximal ca.4 von 100 Patienten einen erfolgreichen Entzug erleben. Dasselbe habe ich auch in Deutschland erfahren. Das sind 80.000CHF fürn Poppo,der Entzug beginnt im Kopf.