Aktualisiert 18.10.2017 15:03

350 Millionen EuroDas ist die teuerste Villa der Welt

Die Villa Les Cèdres in Südfrankreich gehörte einst einem König. Nun wird sie von Campari verkauft.

von
M. Steiger
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Das ist sie, die Villa Les Cèdres. Der Name stammt von den diversen Zedern, die neben Olivenbäumen und Palmen auf dem gigantischen Grundstück (141'640 Quadratmeter) wachsen.

Das ist sie, die Villa Les Cèdres. Der Name stammt von den diversen Zedern, die neben Olivenbäumen und Palmen auf dem gigantischen Grundstück (141'640 Quadratmeter) wachsen.

/Bloomberg
Im Inneren regieren prunkkvolle Kronleuchter, Cheminées und alte Gemälde. Einen grossen Teil des Kaufpreises macht wohl auch die hauseigene holzgetäfelte Bibliothek aus: Dort befindet sich unter anderem ein botanischer Index aus dem Jahr 1640, der allein mehrere Hunderttausend Euro wert sein soll.

Im Inneren regieren prunkkvolle Kronleuchter, Cheminées und alte Gemälde. Einen grossen Teil des Kaufpreises macht wohl auch die hauseigene holzgetäfelte Bibliothek aus: Dort befindet sich unter anderem ein botanischer Index aus dem Jahr 1640, der allein mehrere Hunderttausend Euro wert sein soll.

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Die 187 Jahre alte Villa befindet sich in Südfrankreich, in Saint-Jean-Cap-Ferrat. Die Optik des Hauses ist auf Einflüsse des Königreichs Sardinien zurückzuführen, das diese Gegend bis 1860 regierte.

Die 187 Jahre alte Villa befindet sich in Südfrankreich, in Saint-Jean-Cap-Ferrat. Die Optik des Hauses ist auf Einflüsse des Königreichs Sardinien zurückzuführen, das diese Gegend bis 1860 regierte.

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In Südfrankreich treffen sich schon seit dem letzten Jahrhundert die Reichen und Schönen. An der Côte d'Azur reihen sich so auch Villen an Schlösser und andere prunkvolle Bauten. Aber keine ist so exklusiv, so teuer wie die Villa Les Cèdres.

Das teuerste Haus der Welt

Die Villa stammt von 1830, ist also 187 Jahre alt und hat 1672 Quadratmeter Wohnfläche. Darauf verteilen sich unter anderem 14 Schlafzimmer. Erbaut hat sie der Bürgermeister von Villefranche-sur-Mer – damals wurde das riesige Grundstück (141'640 Quadratmeter!) noch als Olivenplantage genutzt. Einige der Olivenbäume sind gar älter als das Haus: Sie werden auf 300 Jahre geschätzt.

Das Haus wurde 1904 an den belgischen König Leopold II. verkauft. Dieser verdankte seinen Reichtum unter anderem dem Kautschuk-Handel im Kongo, damals eine belgische Kolonie. Mit dem Geld vergrösserte der umstrittene König die Gärten noch weiter.

Sardische Einflüsse

Die Optik des Hauses stammt nicht von ungefähr: Saint-Jean-Cap-Ferrat, das Gebiet, in dem sich die Villa Les Cèdres befindet, wurde bis 1860 vom Königreich Sardinien regiert – und die lachs- und sandfarbenen Wände waren dort gerade im Trend.

Die Auffahrt zur Villa ist von Palmen und Zedern gesäumt (Zedern = Cèdres). Vor dem Eingang steht eine Bronzestatue Athenas, einer griechischen Göttin. Sie ist die Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes, der Kunst, des Handwerks und der Handarbeit.

Bibliothek mit wertvollen Dokumenten

Im Inneren der Villa erkennt man die Einflüsse des frühen 19. Jahrhunderts sofort: Grosse Zimmer, pompöse Kronleuchter und deckenhohe Gemälde machen die Villa Les Cèdres aber noch nicht zu dem, was sie ist: Ein grosser Teil des Kaufpreises ist auf die holzgetäfelte Bibliothek zurückzuführen.

Dort gibt es über 3000 Bücher über die Tier- und Pflanzenwelt, darunter auch ein botanischer Index aus dem Jahr 1640, der allein schon mehrere Hunderttausend Euro wert sein soll. Mit einem Verkaufspreis von 350 Millionen Euro ist die Villa Les Cèdres die derzeit teuerste Privatresidenz auf dem Markt.

Alkoholproduzenten besitzen die Villa ab 1924

1924, 15 Jahre nach dem Tod von König Leopold, wurde Les Cèdres von einer einflussreichen Familie gekauft: den Marnier-Lapostolles. Die Unternehmerfamilie produziert unter anderem den Grand-Marnier-Likör. Die folgenden 80 Jahre lebte die Familie in der Villa und erntete im Garten die Bitterorangen, die dem Grand Marnier seinen Geschmack geben.

Les Cèdres blieb bis 2016 im Besitz der Marnier-Lapostolle-Familie, bis Campari das ehemalige Familienunternehmen für 684 Millionen Euro aufkaufte und damit zum neuen Besitzer der Villa wurde. Campari realisierte schnell, dass diese Villa 20 Prozent eines Jahresumsatzes wert war – und stellte sie zum Verkauf.

Kaufpreis von einer Milliarde «ein Gerücht»

Einige Medien rechneten mit einem Verkaufspreis von einer Milliarde Euro. «Das ist absurd!», sagt Fabio Di Fede, Manager des Grand-Marnier-Zweigs und ehemaliger Mitarbeiter bei Campari. «Aber auch die 350 Millionen sind ein Schätzwert. Es geht dabei vor allem um den riesigen Umschwung und die fantastische Lage.»

Um den Verkauf kümmert sich ein fünfköpfiges Team, bestehend aus Mitgliedern der Marnier-Familie und Di Fede, der Campari vertritt.

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