Post-Kahlschlag: «Das ist doppelte Kunden-Unfreundlickeit»
Aktualisiert

Post-Kahlschlag«Das ist doppelte Kunden-Unfreundlickeit»

In drei Jahren will die Post ihre Filialen von 1400 auf 800 fast halbieren. Konsumentenschützerin Sara Stalder kritisiert die Pläne.

von
I. Strassheim

Konsumentenschützerin Sara Stalder kritisiert die Schliessungswelle bei der Post.

Die Post will bis 2020 bis zu 600 ihrer Filialen streichen. Sie sollen durch Agenturen oder andere Angebote ersetzt werden. Dies reicht Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) nicht: Das bedeute deutlich weniger Leistung, wie sie im Video erklärt.

Dass sich die Post anders aufstellen muss, ist für SP-Nationalrat Matthias Aebischer klar: «Die Dienstleistungen, die bei der Post abgeholt werden, verändern sich. Deswegen kann die Post nicht so bleiben, wie sie ist», sagt Aebischer zu 20 Minuten. Allerdings müsse die Änderung sozialverträglich erfolgen. Und die Schliessung einer Postfiliale dürfe nicht von oben herab ohne Einbezug der Gemeinde stattfinden. Aebischer hatte sich diesen Juni bei der Debatte um die Initiative «Pro Service public» für eine Grundversorgung ausgesprochen.

Anders als früher plant die Post nun eine Vorab-Information der Kantone und Diskussionsveranstaltungen in den Gemeinden, wie Poststellen-Leiter Thomas Bauer ankündigte.

Nathalie Rickli will noch stärkere Post-Privatisierung

SVP-Parlamentarierin Nathalie Rickli zeigt Verständnis für die Schrumpfung des Postnetzes: «Die Realität ist, dass viele Poststellen nicht mehr gut frequentiert sind. Darum kann ich die Stossrichtung der Post verstehen.» Namentlich in ländlichen Gebieten könne es sogar ein Mehrwert sein, wenn zum Beispiel ein Volg die Post-Aufgaben übernehme.

Für Rickli geht das aber noch nicht weit genug. Sie präsidiert die Fernmeldekommission und fordert eine noch stärkere Privatisierung der Post: «Dass die Post vermehrt Dienstleistungen an Private auslagert, zeigt aber vor allem auch, dass dies bei verschiedenen Dienstleistungen möglich ist und das Briefmonopol der Post aufgehoben werden muss.» Die Politikerin will auch die Löhne unter die Lupe nehmen: «Ebenfalls muss jetzt in der Chefetage gespart werden, die Löhne müssen dort gesenkt werden.»

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