FV-Dosto: «Das ist eine Bankrotterklärung der SBB»

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FV-Dosto«Das ist eine Bankrotterklärung der SBB»

Anders als geplant fährt der neue Fernverkehrs-Dosto der SBB nicht schneller. Dies sei eine Bankrotterklärung, sagt FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen.

von
Marino Walser
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Der Fernverkehrs-Dosto fährt in Zukunft nicht schneller als geplant. Der Grund: Das System, das den Zug schneller um die Kurve bringen sollte, ist untauglich.

Der Fernverkehrs-Dosto fährt in Zukunft nicht schneller als geplant. Der Grund: Das System, das den Zug schneller um die Kurve bringen sollte, ist untauglich.

Urs Jaudas/Tamedia AG
FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen findet für das Problem bei der SBB klare Worte: «Das ist eine Bankrotterklärung.» Nur weil der Zug nicht funktioniert, können laut Wasserfallen nicht Milliarden investiert werden, um die Gleise zu begradigen.

FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen findet für das Problem bei der SBB klare Worte: «Das ist eine Bankrotterklärung.» Nur weil der Zug nicht funktioniert, können laut Wasserfallen nicht Milliarden investiert werden, um die Gleise zu begradigen.

20min/Simon Glauser
Die SBB will aber dennoch an ihrem Ziel festhalten, die Fahrzeiten auf Strecken wie zwischen Lausanne und Bern oder Winterthur und St. Margarethen zu verkürzen. Damit das gelingt, müssen Streckenteile begradigt werden, sagt Vincent Ducrot, der Geschäftsführer der SBB, am Freitag. Um dies zu erreichen, sind also teure und zeitintensive Bauprojekte nötig.

Die SBB will aber dennoch an ihrem Ziel festhalten, die Fahrzeiten auf Strecken wie zwischen Lausanne und Bern oder Winterthur und St. Margarethen zu verkürzen. Damit das gelingt, müssen Streckenteile begradigt werden, sagt Vincent Ducrot, der Geschäftsführer der SBB, am Freitag. Um dies zu erreichen, sind also teure und zeitintensive Bauprojekte nötig.

20min/Sonja Mulitze

Darum gehts

Das Ziel der SBB mit dem neuen Dosto-Zug war klar: Dank erhöhter Kurvengeschwindigkeit die Fahrzeiten zu verkürzen. Am Freitag teilte Vincent Ducrot, der Geschäftsführer der SBB, an einer Medienkonferenz mit, dass daraus nichts wird und sprach deshalb auch von einer Fehlinvestition. Laut der SBB habe man bisher 32 Millionen Franken in die Infrastruktur für das kurvenschnelle Fahren investiert, das nun aufgegeben wird.

Der FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen findet dafür klare Worte: «Das ist eine Bankrotterklärung der SBB.» Es könne nicht sein, dass ein moderner Zug nicht «seidenfein» um die Kurve komme, ältere Züge dies aber garantierten. «Die Beschaffung des Dostos war von Anfang an verkorkst», sagt Wasserfallen.

Betriebssicherheit in der Romandie herstellen

Die SBB will aber dennoch an ihrem Ziel festhalten, die Fahrzeiten auf den Strecken wie zwischen Lausanne und Bern und Winterthur und St. Margarethen zu verkürzen. Damit das gelingt, müssen Streckenteile begradigt werden, sagt Ducrot. Um dies zu erreichen, sind also teure und zeitintensive Bauprojekte nötig.

Für Nationalrat Wasserfallen ist das aber eine komplett andere Baustelle: «Die Begradigung der Strecken muss unabhängig von den Problemen des Dosto erfolgen. Nur weil der Zug die Kurven nicht kriegt, sollte man die Bauprojekte nicht auf dieses Problem ausrichten, sondern generell, um den Betrieb zu verbessern.» Laut Wasserfallen sei es umso wichtiger, die Betriebssicherheit vor allem in der Romandie sicherzustellen. «Die Ursachen der Verspätungen kommen meistens aus der Westschweiz. Dort sollen neue Strecken und der Unterhalt dazu beitragen, dass die Passagiere in der ganzen Schweiz pünktlicher und schneller ans Ziel kommen», sagt Wasserfallen.

Abkopplung befürchtet

Über die Entwicklung bei der SBB zeigen sich auch die Westschweizer Kantone nicht erfreut. Die Westschweizer Verkehrskonferenz (CTSO) schreibt in einer Medienmitteilung, dass die Wankkompensations-Technik ein «unverzichtbares Element» für die Anbindung der Westschweiz an das übrige Schweizer Schienennetz sei. Die CTSO befürchtet deshalb eine Abkopplung der Westschweiz vom Rest des Landes.

Aus diesem Grund fordert die CTSO, dass die SBB und der Bund der Achse Genf-Lausanne-Bern höchste Priorität einräumen. Es solle rasch eine neue, leistungsfähige Infrastruktur realisiert werden, da diese schon in früheren Ausbauschritten habe zurückstehen müssen. Dies beeinträchtige die Klimapolitik und die Wettbewerbsfähigkeit der Westschweiz, heisst es in der Medienmitteilung.

«Erstmal Ruhe bewahren»

Der Mitte-Nationalrat Martin Candinas sieht das Problem mit dem Fernverkehrs-Dosto gelassener. Er mahnt, nun erstmal Ruhe zu bewahren. «Man muss es relativieren. Schon einige Male wich die Theorie von der Realität ab. Priorität müssen die Zuverlässigkeit und der Fahrkomfort haben.»

Zum Vorhaben der SBB, gewisse Streckenteile zu begradigen, sagt Candinas: «Wenn man diesem Vorhaben Priorität schenken will, werden andere Ausbauprojekte nicht erfolgen können. Das ist ein politischer Entscheid, den das Parlament zum gegebenen Zeitpunkt zu fällen hat.» 

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