Aktualisiert 15.12.2010 17:10

UBS-Dresscode«Das ist Einmischung in die Privatsphäre»

20-Minuten-Online-Leser ärgern sich zum Teil über den neuen Dresscode der UBS. Expertinnen finden ihn vernünftig. UBS-Mitarbeiter haben laut der Bank keine protestiert.

von
feb
Die Dresscode-Bibel der UBS umfasst 44 Seiten.

Die Dresscode-Bibel der UBS umfasst 44 Seiten.

Der UBS-Dresscode, der das Verhalten der Mitarbeiter bis ins Intimste regelt, schlägt hohe Wellen. 20 Minuten Online-User «Gegner» schreibt: «Unglaublich. Hoffentlich lassen sich die Mitarbeiter das nicht gefallen.» «Mei Mei» findet, der Dresscode sei eine unverschämte Einmischung in die Privatsphäre und «Albert» meint ganz einfach «ein Grund mehr, nicht zu dieser Bank zu gehen.»

Userin «Walla Beate» hingegen ist einverstanden mit den neuen Richtlinien der Grossbank. Heute werde viel zu wenig auf ein ordentliches Auftreten geachtet, vor allem im Geschäftsbereich. «Fredi» schreibt: Die UBS zahlt gut, also kann sie auch erwarten, dass die Angestellten angemessen erscheinen. Für «John Doe» ist «korrektes Auftreten» wichtig. Es gebe viele Männer, die nie gelernt hätten, sich richtig zu kleiden.

«Ein T-Shirt darunter hilft gegen Schweiss»

Für Stylistin Louisa Rossi machen die Richtlinien Sinn - auch die Unterwäsche-Empfehlung.« Wenn es ums Geld geht, soll nichts ablenken», sagt Rossi etwas überspitzt. Ein richtiger BH sorge dafür, dass die Bluse richtig sitze. Spitzen oder Muster seien unpassend.

Auch bei Männern findet sie Regelungen angebracht. Ein T-Shirt unter dem Hemd sorge dafür, dass allfälliger Schweiss nicht ins Hemd gelange. Auch seien so Haare nicht sichtbar.

Für Katharina Lanfranconi von der Imageberatung «concept&style» sind die Tipps allesamt vernünftig und sollten jedem erfolgreich agierenden Verkäufer - was Banker ja letztlich seien - geläufig sein. «Hautfarbene Damenunterwäsche sitzt bei jeder Bekleidung und jeder Figur besser und wirkt erst noch viel sexier.» Für Männer empfiehlt sie weisse Baumwollboxershorts.

Banker sollten für Kleidung Entschädigung bekommen

Bei Dieter Biegger, Präsident der internen Arbeitnehmervertretung der UBS, sind noch keine Reklamationen betreffend dem Dresscodes eingegangen. Und auch Denise Chevret, Sprecherin des Bankpersonalverbands, liegt nichts vor. Gewisse Regeln, für Leute, die mit Kunden zu tun hätten, seien für sie nur logisch. Allerdings müsse man sich fragen, ob Angestellte, für welche allenfalls Mehrkosten wegen Kleidervorschriften entstünden, nicht entsprechend entschädigt werden müssten.

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