Topeka, Kansas: Das ist «Gottes» Plakat für den Bibel-Gürtel
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Topeka, KansasDas ist «Gottes» Plakat für den Bibel-Gürtel

Als Antwort auf die Hassparolen einer Kirchgemeinde hat ein Facebook-User namens «Gott» ein schwulenfreundliches Plakat in Kansas aufgestellt. Die Religionsfanatiker sind erzürnt.

von
cfr

«God Loves Gays» (Gott liebt Homosexuelle) steht in grossen Buchstaben auf der Reklamewand. Im Hintergrund ein Regenbogen und eine Cartoonfigur von Gott, der hinter weissen Wolken hervorspäht. Der Banner steht in Topeka im US-Bundesstaat Kansas, der zum hochreligiösen «Bible Belt» (Bibelgürtel) gehört.

Gerichtet ist die Nachricht an die Mitglieder der Westboro Baptist Church, die ihren Sitz in Topeka hat. Die Kirchgemeinde ist für ihre homophoben Kundgebungen bekannt. So protestieren ihre Mitglieder regelmässig gegen Homosexuelle und ziehen mit «Gott hasst Tunten»-Schildern durch die Strassen.

Über 80'000 Franken für Plakate gesammelt

Jetzt hat sich ein Facebook-Nutzer, der sich «Gott» nennt, die Kirchengemeinde vorgenommen. In einer Videobotschaft sagt dieser «Gott»: «Es gibt viele gute Menschen auf der Welt. Aber es gibt auch einige fanatische Idioten. Diese sagen, dass Gott Homosexuelle hasst. Das stimmt nicht! Ich liebe Homosexuelle. Ich habe genug von diesem Irrsinn. Es ist Zeit für Gott, zurückzuschlagen. Mit Liebe!» - und mit einem eindeutigen Plakat (siehe Video). Wer hinter dem Account mit mittlerweile 1,7 Millionen Followern steht, ist nicht bekannt.

Gemäss Mashable wurde «Gott» die Idee für das Plakat von seiner eigenen Online-Fanschaft zugetragen. Im August fragte er seine Facebook-Anhänger: «Was sollte Gott in der wirklichen Welt tun?» Die überwältigende Mehrheit setzte sich für eine Reklametafel in Topeka ein.

Mit einer Crowdfunding-Aktion sammelte die selbsternannte Facebook-Gottheit umgerechnet rund 80'000 Franken. Damit will er weitere Plakate und Werbungen finanzieren sowie eine Organisation unterstützen, die sich für Suizid-Prävention in der homosexuellen Gemeinschaft einsetzt.

Westboro-Kirche stellt «ewige Pein» in Aussicht

Die Westboro Baptist Church reagiert gereizt auf das Plakat. Über Twitter verkündet sie: «Wir können mit Lügen und Hohn umgehen.» Dazu ein mit Photoshop modifiziertes Bild des Plakats mit der Aufschrift: «Gott hasst Homosexuelle» und darunter dem Link www.ReadTheBibleAndStopLyingOnGod.com (zu Deutsch: Lies-die-Bibel-und-höre-auf-Lügen-über-Gott-zu-verbreiten.com).

Auf Nachfrage schreibt Shirley Phelps-Roper, Sprecherin der Kirche, in einem E-Mail an Mashable, dass sie mit schweren göttlichen Strafen für alle rechnet, die bei der Aktion mitgewirkt haben: «Jede Seele, die mit Geld oder Worten zu diesem lügenden Plakat beigetragen hat, wird voller Schande vor Gott stehen. Es wird zu spät für Busse sein und ewige Pein wird folgen.»

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