Serienmörder: «Das ist grausam» – neue Netflix-Serie «Dahmer» erntet scharfe Kritik

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Serienmörder«Das ist grausam» – neue Netflix-Serie «Dahmer» erntet scharfe Kritik

Mit «Dahmer» hat sich Netflix einen neuen Hit verschafft. Doch nicht alle sind über die neue Aufarbeitung der Geschichte des berühmtesten Serienkillers der USA erfreut. 

von
Katja Fässler
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Der US-amerikanische Schauspieler Evan Peters verkörpert den Serienmörder Jeffrey Dahmer.

Der US-amerikanische Schauspieler Evan Peters verkörpert den Serienmörder Jeffrey Dahmer.

COURTESY OF NETFLIX
Der aus Milwaukee, Wisconsin, stammende Jeffrey Lionel Dahmer trug auch den Übernamen «Milwaukee Kannibale».

Der aus Milwaukee, Wisconsin, stammende Jeffrey Lionel Dahmer trug auch den Übernamen «Milwaukee Kannibale».

SER BAFFO/NETFLIX
Seine Opfer hatte er sexuell missbraucht, sie ermordet und deren Leichen geschändet. In einigen Fällen praktizierte er Kannibalismus. 

Seine Opfer hatte er sexuell missbraucht, sie ermordet und deren Leichen geschändet. In einigen Fällen praktizierte er Kannibalismus. 

SER BAFFO/NETFLIX

Darum gehts

Die Geschichte des Serienmörders Jeffrey Dahmer wurde in diversen Filmen und Dokumentationen immer wieder neu aufgearbeitet. Die Faszination an True-Crime-Geschichten ist ungebrochen. So hat sich auch Netflix an die brutalen Morde, die sich von 1978 bis 1991 im US-Bundesstaat Wisconsin ereigneten, herangewagt. 17 junge, überwiegend homosexuelle Männer und Jugendliche hatte er in dieser Zeit sexuell misshandelt und ermordet. Er nahm sexuelle Handlungen an den Leichen vor und praktizierte in einigen Fällen auch Kannibalismus.

Seit dem 21. September läuft «Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer» auf Netflix und landete unmittelbar in den Top 10 der meistgesehenen Serien beim Streamingriesen – in der Schweiz sogar auf dem ersten Platz. Doch nun äussert ein Angehöriger eines der Opfer Dahmers Kritik an den Machern der Miniserie. 

«Ich will niemandem vorschreiben, was er sich ansehen soll. Ich weiss, True Crime ist gross, aber wenn ihr euch wirklich für die Opfer interessiert: Meine Familie ist wütend über diese Serie. Sie ist retraumatisierend, immer und immer wieder und wofür? Wie viele Filme/Serien und Dokumentationen brauchen wir denn noch?», schreibt Eric Thulhu auf Twitter. Thulhus Cousin wurde von Jeffrey Dahmer brutal gefoltert und dann ermordet. Seine Cousine Rita Isbell stand während des Prozesses gegen Dahmer im Fokus.

«Meine Familie wusste nichts von der Serie»

Die damals 19-jährige Rita Isbell erlitt einen emotionalen Zusammenbruch und wollte im Gerichtssaal auf den Mörder losgehen. Die Szene wurde den echten Gerichtsaufnahmen von 1992 gegenübergestellt. 

In einem zweiten Tweet schreibt Thulhu: «Meine Familie erfuhr von der Serie erst, als es alle anderen auch wussten. Sie wurden nicht kontaktiert oder entschädigt. Meine Cousinen und Cousins wachen alle paar Monate auf und haben eine Ladung von Anrufen und Nachrichten auf dem Handy. Dann wissen sie, dass eine weitere Dahmer-Serie veröffentlicht wurde. Es ist grausam.»

Mit der Kritik an «Dahmer» scheint die Diskussion um die moralische Rechtfertigung von True-Crime-Serien neu entfacht. Davon zeugen diverse Tweets, die sich um die Serie drehen. Teilweise rufen die Userinnen und User auch dazu auf, die Serie nicht zu schauen, damit «Netflix nicht von dem Trauma der Familie profitiert». 

Schaust du dir «Dahmer» an?

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma erlitten?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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