Cut nicht überstanden: «Das ist hart hinzunehmen»
Aktualisiert

Cut nicht überstanden«Das ist hart hinzunehmen»

Sven Bärtschi wurde von den Calgary Flames zurück zu seinem Juniorenteam nach Portland geschickt. Trotzdem kann der Schweizer stolz sein.

von
Jürg Federer

Sven Bärtschi lief in vier teaminternen Spielen und drei NHL-Partien mit den Calgary Flames auf, bis am Montagabend das abrupte Ende kam. Bärtschi musste einen Linienflug nach Portland besteigen, den Privatjet der Calgary Flames liess er hinter sich.

Entscheid kam überraschend

«In meinem ganzen Leben hat mir noch nie jemand gesagt, ich dürfe in einer Mannschaft nicht spielen», sagt Bärtschi gegenüber 20 Minuten Online. «Ich war total überrascht, weil mir die Calgary Flames in allen Partien viel Eiszeit zugestanden haben, ich wurde im Powerplay eingesetzt und ich habe gut gespielt.» Bärtschi habe zwar mit einer weiteren Juniorensaison gerechnet, «doch insgeheim habe ich mir natürlich erhofft, zuerst noch neun Partien in der NHL zu spielen.» Erst beim zehnten NHL-Einsatz hätte sein Millionenvertrag in der NHL Gültigkeit erhalten. Dazu kommt es nun sicher nicht. Er sei enttäuscht, sagt Bärtschi, «vor allem weil man sagt, die Erstrundendrafts würden in der NHL immer eine echte Chance erhalten. Dieser Entscheid trifft mich im Moment hart.»

Keine Profieinsätze in dieser Saison

Das ganze Umfeld in Calgary, die Flüge mit dem Privatjet zu Auswärtsspielen, die leidenschaftlichen kanadischen Fans und die Harmonie in seiner Sturmreihe haben es dem 18-Jährigen angetan. Man liess ihn am Honigtopf riechen, doch kosten darf Bärtschi vom süssen Nektar der NHL noch nicht. Doch Bärtschi kann trotz Enttäuschung stolz sein auf seine Leistung. Von allen kreativen Stürmern der Calgary Flames hat er es bis zum letzten Kaderschnitt geschafft. «Ich bin halt kein Viertlinien-Spieler», erklärt er. «Weil ich als offensiver Stürmer in den ersten beiden Sturmreihen Platz finden muss, war die Hürde unüberwindbar gross.» Bärtschis Chancen, diese Saison noch Profieishockey zu spielen, sind damit auf den Nullpunkt gesunken. Das Reglement sieht vor, dass Bärtschi in der Saison 2010/11 nur dann ins Profigeschäft zurückkehren darf, wenn sein Juniorenteam die Saison beendet hat.

Leaderrolle im Juniorenteam

In Portland, bei den Winterhawks, erwartet Bärtschi eine neue Rolle. Sein Freund Nino Niederreiter wird nicht mehr in der Juniorenliga erwartet, «nun bin ich der Leader im Team», bestätigt Bärtschi. «Mit der Enttäuschung, von Calgary ausgemustert zu werden, kann ich umgehen», sagt er zum Schluss. «Denn schliesslich musste erst ein NHL-Team kommen, bis ich zum ersten Mal in meiner Karriere aus einer Mannschaft ausgeschlossen wurde.»

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