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Meili kehrt zurück«Das ist jetzt der Todesstoss»

Mit grossem Getöse kündigte Christoph Meili gestern seine Rückkehr in die Schweiz an. Das gefällt nicht jedem, allen voran nicht seiner Mutter. Sie hätte es vorgezogen, wenn ihr Sohn auf leisen Sohlen in die Schweiz zurückgekehrt wäre.

«Das kannst du doch nicht machen. Kannst du nicht mal still sein!»: Mit diesen Worten reagierte Christoph Meilis Mutter auf seine Ankündigung, er werde wieder in die Schweiz zurückkehren, die er gestern im «SonntagsBlick» publik machte. Sie rief ihn gleich am Sonntagmorgen an. Sein Bruder werde jetzt im Zug angepöbelt.

Meili zeigt sich gegenüber dem «Blick» enttäuscht von der Reaktion seiner Mutter und gibt sich trotzig: «Meine Familie hat nie viel für mich getan.» Er werde nach seiner Rückkehr erst mal bei einem Freund unterkommen. Die Aussage seiner Mutter sei der «Todesstoss» für ihre gegenseitige Beziehung.

«Eine Pause tut uns gut»

Noch diese Woche will Christoph Meili in die Schweiz zurückfliegen. Seine Lebensgefährtin Grace und ihr gemeinsamer Sohn Simon bleiben in den USA. Er sei froh um ein bisschen Abstand zu seiner Frau, lässt sich Meili im Blick zitieren. «Eine Pause tut uns gut. Simon werde ich vermissen. Aber er ist in den USA besser aufgehoben.»

Meili lässt auch die Kinder seiner ersten Ehe mit Giusi in den USA zurück. Giusi, mit der Meili elf Jahre zusammen war, weiss erst seit letztem Samstag von seinen Plänen. Sie habe mit der Vergangenheit abgeschlossen und will nur noch ihre Ruhe, vor allem für ihre Kinder: «Die sollen all dem nicht ausgesetzt werden.»

(mlu)

Meili und die Banken

Christoph Meili arbeitete 1997 als Wachmann bei der UBS. Ihm fielen hochbrisante Dokumente über Guthaben von Kontoinhabern in die Hände, die von den Nazis getötet wurden. Meili rettet die Dokumente vor dem Shredder und spielt sie der jüdischen Gemeinde zu. Ein Jahr später sehen sich die Schweizer Banken gezwungen, 1,25 Milliarden Franken zur Entschädigung von Nazi-Opfern auszuzahlen. Meili wurde als Nestbeschmutzer beschimpft und verliess die Schweiz in Richtung USA.

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