Sargans SG: «Das ist jugendlicher Blödsinn auf tiefem Niveau»
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Sargans SG«Das ist jugendlicher Blödsinn auf tiefem Niveau»

Über Auffahrt verschwand nachts in Sargans ein Gullydeckel von einem Trottoir. Während es in Sargans ein Einzelfall ist, werden in Mels öfters solche Deckel entfernt. 

von
Leo Butie
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In der Nacht auf Auffahrt verschwand hier ein Gullydeckel in Sargans.

In der Nacht auf Auffahrt verschwand hier ein Gullydeckel in Sargans.

Privat
Ein Ersatz konnte schnell gefunden werden. Das Original wurde am Mittwoch neben den Bahngeleisen entdeckt. 

Ein Ersatz konnte schnell gefunden werden. Das Original wurde am Mittwoch neben den Bahngeleisen entdeckt. 

Privat

Darum gehts

Ein klaffendes Loch wurde am vergangenen Donnerstag in Sargans auf dem Trottoir der Rheinstrasse vorgefunden. In der Nacht zuvor wurde offenbar der Gullydeckel von Jugendlichen entfernt, wie Anwohnerin Bernadette Stucky berichtet. «Ich bin nachts aufgewacht und habe Jugendliche gesehen», sagt Stucky. Sie habe sich zuerst nichts dabei gedacht. 

Am nächsten Tag sah man aber, dass eben dieser Gullydeckel verschwunden war. «Zum Glück war es schon hell. Es ist der Horror, wenn man denkt, was hätte passieren können», sagt Stucky. Sie wisse nicht, wieso man so etwas machen würde. «Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Es ist ein jugendlicher Blödsinn, aber auf tiefem Niveau.»

Schacht ist mehrere Meter tief

Ein Sturz in den offenen Schacht hätte gravierende Folgen gehabt. «Es geht dort ein paar Meter runter. Beim Hereinfallen hätte man sich wohl das Bein gebrochen», meint die Sarganserin. Der Deckel wurde schnell ersetzt. Am Mittwoch wurde zudem das Original gefunden. «Er wurde in der Nähe der Bahngleise entdeckt», sagt ihr Neffe zu 20 Minuten. 

Stucky könne sich nicht erinnern, dass in Sargans jemals ein Deckel entwendet wurde. Bei der Gemeinde Sargans ist es kein bekanntes Phänomen. «Mir ist nur dieser Fall bekannt. In den vergangenen Jahren ist es kaum zu solchen Vorkommnissen gekommen», sagt stellvertretender Gemeinderatsschreiber Daniel Bärtsch.

In Mels SG komme es vor, dass Schachtdeckel entfernt werden. «Ja, es kommt leider gelegentlich vor und es ist auch sehr gefährlich», sagt Gemeinderatsschreiber Stefan Bertsch. Glücklicherweise sei es bisher zu keinen Unfällen gekommen und «es ist in Mels kein akutes Problem», so Bertsch. Trotzdem seien die Vorkommnisse sehr ärgerlich für die Gemeinde und sie könnten bei Unfällen böse Folgen haben. 

Deckel landen im Schacht

Oft werden die Deckel in den Schacht geworfen. «Wir müssen dann die Deckel meist um Mitternacht aufwendig aus dem Schacht fischen und wieder aufsetzen», sagt der Werksmeister des Werkhofs am Bach in Mels zum «Sarganserländer». Im Verdacht stehen Personen, die vom Ausgang nach Hause kehren. «Es geschieht seit ungefähr fünf Jahren rund vier- bis sechsmal pro Jahr. Wir denken, dass es immer dieselben Täter sind», sagt der Werksmeister.

Bei anderen Gemeinden in der Nähe scheint das Entfernen von Schachtdeckeln kein Problem zu sein. «Davon haben wir keine Kenntnis», sagt ein Mitarbeiter der Gemeinde Flums. Auch in Walenstadt SG, Bad Ragaz SG und in Sevelen SG ist das Problem nicht bekannt.

Laut der Kantonspolizei St. Gallen sei das Entfernen der Schachtdeckel sehr selten. «Die Vorfälle kann man pro Jahr an einer Hand abzählen», sagt Mediensprecher Hanspeter Krüsi. Trotzdem sei es nicht als Lausbubenstreich zu werten. «Das ist überhaupt kein Streich. Das ist eine sehr grosse Gefahr für Fussgänger und andere Verkehrsteilnehmer», so Krüsi. Falls man einen Schacht ohne Deckel entdeckt, sollte man dies «unbedingt» der Polizei melden.   

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