Microsofts Surface: «Das ist keine billige iPad-Kopie»
Aktualisiert

Microsofts Surface«Das ist keine billige iPad-Kopie»

Microsoft will Tablets und Laptops verschmelzen. Kann das gelingen?
Ausgewählte Medien konnten das Surface bereits unter die Lupe nehmen. Es gibt viel Lob und leise Kritik.

von
owi

Bereits am Freitag kommt das Microsoft-Tablet namens Surface in die Läden. Vorerst allerdings nur in den wichtigsten Absatzmärkten wie den USA, England oder Deutschland. Schweizer müssen sich wohl noch ein paar Wochen gedulden. Aus Übersee und Deutschland erreichen uns bereits heute die ersten Testberichte.

«Wunderschön und stabil»

Besonders gespannt durfte man auf das Urteil des «Wall Street Journals» sein. Star-Journalist Walt Mossberg liess es sich wie üblich nicht nehmen, das neuste Gadget persönlich zu testen.

Das Surface «ist wunderschön und stabil verarbeitet», beginnt Mossberg seinen Testbericht und lobt: «Das ist keine billige iPad-Kopie. Es ist ein einzigartiges Tablet mit einem Magnesium-Gehäuse», das sich hochwertig anfühle. Weitere Lorbeeren heimst Microsoft für sein Touch Cover ein – eine magnetische Schutzhülle, die ausgeklappt als Tastatur dient. Das Touch Cover «ist besser als jede externe Tastatur, die ich für das iPad gesehen habe», schreibt Mossberg.

Allerdings sei das eigentlich smarte Touch Cover nicht in jeder Situation die beste Wahl: Nutzt man das Surface auf den Knien, sei das Touch Cover «fast nutzlos». Der Grund ist klar: Im Unterschied zu Laptops gibt es kein Drehgelenk, das den Bildschirm aufrechthält. Das Surface unterscheidet sich zudem durch den auf der Rückseite ausklappbaren Ständer von anderen Tablets. Das funktioniere gut auf einer stabilen Unterlage, aber weniger gut auf den Knien. Das Fazit des bekennenden Apple-Fans Mossberg fällt positiv aus: Trotz der erwähnten Einschränkungen sei das Surface besser zum Arbeiten geeignet als jedes andere Tablet.

Endlich eine gute Tastatur für ein Tablet

Der bekannte Tech-Blog Engadget streicht den grossen Bildschirm heraus, der Webseiten besser darstelle als das iPad. Lädt man die gleiche Webseite auf beiden Tablets, zeige Surface dank dem 10:9-Format deutlich mehr Inhalte an, als das iPad im 4:3-Format. Bemängelt wird die im Vergleich zum Apple-Tablet schlechtere Auflösung. Die Tech-Experten weisen aber darauf hin, dass die Auflösung alleine noch keinen guten Bildschirm ausmache. Das iPad habe weiterhin das schärfste Display, das dünne und sehr helle Display im Surface spiegle dafür deutlich weniger und auch beim Kontrast scheint das Microsoft-Tablet zu punkten.

Erstaunt zeigt sich Engadget von der Qualität der Touch-Cover-Tastatur. Mit der Schutzhülle, die auch als Tastatur dient, werde das Surface ein «erstaunlich geeigneter Laptop-Ersatz». Den Testern gefällt besonders, dass alle vom PC gewohnten Tastenkürzel auf der ultradünnen Tastatur funktionieren. Bis man die gleiche Geschwindigkeit wie auf der PC-Tastatur erreiche, brauche man aber einige Tage Übung.

Uneins sind sich Engadget und das WSJ bei der Batterielaufzeit: Während Walt Mossberg auf lediglich sieben Stunden kam, lief das Surface im Test von Engadget 9.36 Stunden.

Die «Edel-Flunder»

Spiegel Online spricht von der «Edel-Flunder», die Microsoft gegen Apple in den Kampf schickt. Auf den ersten Blick zeigt sich der Tester allerdings leise enttäuscht: «Der Ständer klappt nicht mit einem satten Klack heraus, wie es Microsoft in seiner Fernsehwerbung suggeriert. Die Rückseite schimmert weniger metallisch als erwartet.»

Klick-klick

Quelle: YouTube/Microsoft

Nach der ersten Enttäuschung überwiegen allerdings die positiven Töne. Lob zollt Spiegel Online für das bislang einzigartige Touch Cover: «Blitzschnell lässt sich der magnetisch gehaltene Tastenschutzumschlag an- und abmontieren.» Auf dem Touch Cover lasse sich tatsächlich besser tippen als zum Beispiel auf der Bildschirmtastatur eines iPad. Dennoch könne es eine vollwertige Tastatur noch nicht ersetzen. Spiegel Online findet noch einen markanten Unterschied zum iPad: «Im Surface ist vieles von dem dran, was Apple dem Verbraucher bislang penetrant verweigert: USB-Anschluss, MicroSD-Steckplatz, HD-Video-Ausgang.»

Viele Apps fehlen noch

Bei allem Lob für Microsofts Tablet-Premiere, ein gewichtiges Minus bleibt den Testern nicht verborgen. Im Windows-8-App-Store wird es zum Verkaufsstart am Freitag «nur» rund 10 000 Apps haben. Im Schweizer App-Store sind es derzeit noch weit weniger. Apple-Nutzer haben mit über 700 000 Apps (davon über 250 000 iPad-Apps) die Qual der Wahl. Fairerweise muss gesagt werden, dass das erste iPad im April 2010 mit nur 3000 Apps an den Start ging. Dank der enormen Verbreitung von Windows wird sich auch der Windows-App-Store zweifellos rasch füllen.

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Microsoft erklärt Surface

Quelle: Youtube/Microsoft

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