02.07.2020 09:53

Sprengstoff fehlt bei Elite-Trupp

«Das ist keine Kleinigkeit, das macht mir grosse Sorge»

Eine Kompanie der deutschen Elite-Truppe KSK wird aufgelöst. Der Militärgeheimdienst prüft rund 20 Verdachtsfälle wegen rechtsextremer Umtriebe. Man vermisst mehrere Kilogramm Sprengstoff und 48’000 Schuss Munition.

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Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer will das Kommando Spezialkräfte KSK der Bundeswehr nach einer Serie rechtsextremer Vorfälle grundlegend umstrukturieren.

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer will das Kommando Spezialkräfte KSK der Bundeswehr nach einer Serie rechtsextremer Vorfälle grundlegend umstrukturieren.

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Eine Kompanie soll komplett aufgelöst werden.

Eine Kompanie soll komplett aufgelöst werden.

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Es ist ein Hauch von Abenteuer und Geheimnis, der diese Truppe umweht. Kampfeinsätze am Hindukusch, Befreiung deutscher Geiseln aus Krisengebieten, Jagd auf Terroristen und Kriegsverbrecher – dies alles gehört zu den Aufgaben des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der deutschen Bundeswehr.

Es ist ein Hauch von Abenteuer und Geheimnis, der diese Truppe umweht. Kampfeinsätze am Hindukusch, Befreiung deutscher Geiseln aus Krisengebieten, Jagd auf Terroristen und Kriegsverbrecher – dies alles gehört zu den Aufgaben des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der deutschen Bundeswehr.

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Es ist ein Hauch von Abenteuer und Geheimnis, der diese Truppe umweht. Kampfeinsätze am Hindukusch, Befreiung deutscher Geiseln aus Krisengebieten, Jagd auf Terroristen und Kriegsverbrecher – dies alles gehört zu den Aufgaben des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der deutschen Bundeswehr.

Es ist eine Elitetruppe, deren mörderisch harte Aufnahmeprüfungen als «Höllenwoche» bekannt sind. Aber über die offiziellen Bilder schwer bewaffneter Soldaten im Training hinaus ist über die Einsätze des KSK wenig bekannt. Denn diese sind geheim.

Doch nun macht die in Calw in Baden-Württemberg stationierte, rund 1700 Mann starke Truppe Schlagzeilen wegen rechtsextremistischer Umtriebe. Der Militärgeheimdienst MAD prüft rund 20 Verdachtsfälle. Die Politik ist alarmiert. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat nun einschneidende Massnahmen eingeleitet, wie sie am Mittwoch vor der Presse in Berlin berichtete. Unter anderem wird eine ganze Kompanie des KSK aufgelöst und der Truppe die Verantwortung für die Ausbildung ihrer Leute entzogen. Aus laufenden Einsätzen soll das KSK vorläufig weitgehend abgezogen werden.

«Ignoriert oder gar toleriert»

Im Januar dieses Jahres gab der MAD bekannt, dass der Anteil der Rechtsextremismusfälle beim KSK im Verhältnis zur Truppenstärke fünfmal so hoch sei wie in der Bundeswehr insgesamt. Im Mai wurde auf dem Grundstück eines Soldaten in Sachsen ein Waffenversteck mit einem AK-47-Sturmgewehr, 6000 Schuss Munition und zwei Kilo Sprengstoff gefunden. Der Oberstabsfeldwebel wurde verhaftet. Ob die Gefahr einer rechten Terrorzelle drohte, müssen die Ermittler nun herausfinden.

Mitte Juni dann wurde ein Brandbrief bekannt, den ein KSK-Hauptmann an Kramp-Karrenbauer geschrieben hatte. Dieser beklagte laut Medienberichten, dass rechtsextreme Umtriebe in der Einheit «ignoriert oder gar toleriert» würden und dass eine «toxische Verbandskultur» sowie eine «Art Kadavergehorsam» herrschten.

62 Kilo Sprengstoff verschwunden

Der Kommandeur des KSK, Brigadegeneral Markus Kreitmayr, verurteilte die rechtsextremen Vorfälle scharf. «Ich meine nicht zu übertreiben mit der Feststellung, dass unser Verband derzeit die schwierigste Phase seiner Geschichte erlebt», schrieb er nach dem Waffenfund in Sachsen an seine Soldaten. Es wird auch eine Generalinventur beim KSK geben, denn nach jetzigem Stand der Ermittlungen ist der Verbleib von insgesamt 85 000 Schuss Munition und 62 Kilogramm Sprengstoff aus dessen Beständen noch nicht geklärt.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Generalinspekteur Eberhard Zorn haben sich besorgt über das Verschwinden von 62 Kilogramm Sprengstoff und 48.000 Schuss Munition bei der Elitetruppe KSK geäussert. «Das ist keine Kleinigkeit, das macht mir grosse Sorge», sagte Zorn am Mittwoch mit Blick auf den Sprengstoff. «Wir ermitteln da mit allem, was wir haben. Denn das ist wirklich ein Gefährdungspotenzial, was sich dahinter aufbaut.» Zorn verwies darauf, dass bei der Razzia auf dem Privatgelände eines KSK-Soldaten im Mai neben Sprengstoff auch Zündschnur gefunden worden sei.

(SDA, fss)

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