Aktualisiert 21.02.2020 17:59

Lara Gut-Behrami«Das ist mir in meinem Leben noch nie passiert»

Lara Gut-Behrami wird nach ihrem Sieg vom Schweizer Team auf Schultern getragen. Ein seltener Moment.

von
mro

Lara Gut-Behrami und Corinne Suter nach ihrem Doppelsieg im Interview. (Video: Keystone-SDA)

Das Gruppenbild hat Tradition. Bei einem Erfolg versammelt sich das Schweizer Team im Zielraum, im Zentrum der Sieger oder die Siegerin. Man demonstriert Geschlossenheit und Teamgeist. Am Freitagmittag darf Lara Gut-Behrami dieses Gefühl erleben. Joana Hählen und Wendy Holdener tragen die Tessinerin auf Schultern, neben ihr Corinne Suter, mit der sie Hand in Hand in die Kamera strahlt.

Gerade hat Gut-Behrami die Abfahrt von Crans-Montana gewonnen. Erstmals seit zwei Jahren stand sie wieder zuoberst auf dem Podest. Dabei schien das Rennen schon entschieden, als sie am Start war. Denn vor ihr scheiterten reihenweise Favoritinnen an Suters Zeit. Doch Gut-Behrami dominierte, nahm ihrer Teamkollegin acht Zehntel ab – Doppelsieg für die Schweizerinnen. Und eben das gemeinsame Foto.

Ein Moment, der Gut-Behrami offenbar viel bedeutet. Ein Moment, für den sie 25 Rennen gewinnen musste. «Heute haben mich zwei Teamkolleginnen gelupft», erzählt sie im Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, «das ist mir in meinem Leben noch nie passiert». Sie sei überrascht gewesen und beeindruckt, sagt auch, dass sie noch nie so nahe am Team war wie in den letzten zwei Jahren, als sie zum Teil Mühe damit hatte, im Weltcup auf Touren zu kommen. «Viele haben mir da auch geholfen und mich unterstützt.»

Gut-Behrami auf Siegeskurs

Gut-Behrami übernimmt die Führung! Mit acht Zehnteln Vorsprung.
(Video: SRF)

Die Beziehung zum Team war für Gut-Behrami oft eine komplizierte. Die Tessinerin trainierte individuell, hatte kaum eine Bindung zu den anderen Schweizer Fahrerinnen. Im Sommer gab es so etwas wie eine Annäherung, Gut-Behrami reiste mit dem Team nach Südamerika, um sich auf die Saison vorzubereiten. «Wir waren oft getrennt», erklärt sie. Einerseits wegen der Sprache, andererseits weil sie «ihr Ding gemacht» habe. Doch, so schliesst die 28-Jährige ab: «Man wird auch erwachsen.»

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