Malaga tobt: «Das ist nicht Fussball, das ist Rassismus»
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Malaga tobt«Das ist nicht Fussball, das ist Rassismus»

Während Dortmund feiert, leckt Málaga die Wunden. Neben dem Schiedsrichter steht auch Uefa-Präsident Michel Platini unter Beschuss. Die Spanier wittern eine Verschwörung.

von
fox

Ein fahler Beigeschmack begleitet die dramatische Wende von Borussia Dortmund gegen Málaga: Der Siegtreffer hätte nicht zählen dürfen. Das deutsche Nachrichtenportal «n-tv» schreibt vom «Fünffach-Abseits vor dem BVB-Siegtor»: Bei der Flanke von Robert Lewandowski in den Strafraum standen vier Dortmunder im Abseits, Sekunden später traf Felipe Santana aus irregulärer Position.

Der Schiedsrichter, der Linienrichter und der dritte Offizielle auf der Torlinie sahen das nicht. Málagas Trainer Manuel Pellegrini sagt dazu: «In der Schlussphase war kein Schiedsrichter mehr auf dem Platz. Da hat das Heimteam gewisse Vorteile.»

«Wir verdächtigen Platini»

Dass auch das 2:1 für sein Team aus einer Offside-Position entstand, verschwieg Pellegrini elegant. Genauso wie Spieler Joaquín, der in der «Marca» poltert: «Wir haben die Tore nochmals am TV angeschaut. Auf so einem Niveau darf das nicht passieren. Aber klar, wir sind Málaga.»

Obwohl auch Joaquín das 2:1 mit keiner Silbe erwähnt, spricht er aus, was viele denken: «Unser Trainer hat recht, wenn er sagt, ein sanktioniertes Team darf nicht im Final spielen.» Málaga wurde wegen einem Verstoss gegen das Financial Fairplay aus der nächsten europäischen Spielzeit ausgeschlossen. Joaquín ahnt eine Verschwörung gegen den kleinen Klub aus dem Süden Spaniens: «Wir verdächtigen Platini und alle die da oben arbeiten. Wir sind Málaga und nicht Madrid, da ist es einfacher, so etwas mit uns zu machen.»

Málagas Besitzer tobt, offizieller Protest angekündigt

Noch heftiger reagiert Málagas Besitzer Scheich Abdullah ben Nasser Al Thani. Über seinen Twitter-Account tobt er: «Das ist kein Fussball, das ist Rassismus.» Der Katari fordert, dass der europäische Verband handelt: «Ich hoffe, es kommt zu Untersuchungen durch die Uefa, nachdem der spanische Klub auf diese Art und Weise ausgeschieden ist.» Málaga selbst hat einen ersten Schritt dazu gemacht. Kurz nach der Landung an der Costa del Sol erklärt Generalmanager Vicente Casado: «Der Klub wird bei der Uefa Klage gegen die Schiedsrichterleistung einreichen. Wenn sie von uns ein gewisses Niveau bei der Vereinsführung erwarten, dann soll auch der Rest – wie die Schiedsrichter – auf diesem Niveau sein.»

Vielleicht sollte sich die Uefa die Sache mit den fünf Unparteiischen auf dem Spielfeld tatsächlich nochmals überlegen. Bei der Szene vor dem 3:2 hätte der Linienrichter die vier (!) im Abseits stehenden Akteure sehen müssen. Bei Santanas Intervention ging zwar alles sehr schnell, aber der Linienrichter und der Assistent auf der Torlinie, der unmittelbar davorsteht, hätten das erkennen können.

Wie wärs mit dem Videobeweis?

Eine andere Lösung sind die vieldiskutierten Tortechnologien als Hilfe für die Unparteiischen. Die von der Fifa getesteten GoalRef oder Hawk-Eye hätten hier nicht geholfen, weil die nur entscheiden, ob der Ball über der Linie war oder nicht. Aber im Eishockey oder im Rugby können die Schiedsrichter bei heiklen Szenen die Wiederholungen kurz auf einem Bildschirm am Spielfeldrand anschauen und dann entscheiden. Bei Spielen der Champions League oder Europa League sitzt dort beispielsweise der sechste (!) Unparteiische. Es wäre eine Sache von höchstens zwei Minuten, bis er aufgrund der TV-Bilder in 99 Prozent der Fälle eine richtige Entscheidung getroffen hätte.

Klar, damit würden die Nachspielzeiten in einigen wenigen Partien etwas länger als gewohnt. Aber was will man als Fussball-Fan lieber? Ab und zu eine längere Nachspielzeit und dafür richtige Entscheide in heiklen Situationen oder wie im aktuellen Fall vier fälschlicherweise gegebene Offside-Tore (PSG, Bayern und zwei in Dortmund) in den Viertelfinals der Königsklasse?

Diskutieren Sie in unserem Talkback mit, wie solche Fehlentscheidungen in Zukunft am besten verhindert werden können. Oder gehört das halt einfach zum Fussball?

So drehte Dortmund die Partie gegen Malaga. (Quelle: YouTube)

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