Trotz Festnahmen: "Das ist schädlich für den gesamten Fußball"
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Trotz Festnahmen"Das ist schädlich für den gesamten Fußball"

Sieben Vertreter der Fifa wurden festgenommen. Sie sollen Bestechungsgelder kassiert haben. Die Präsidentschaftswahlen finden dennoch statt.

von
dpa/mh

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Riesige Aufregeung bei der Fifa: Am Morgen hatten Ermittler mehrere hochrangige Funktionäre des Weltfußballverbands im Züricher Nobelhotel Baur au Lac festgenommen. Die US-Justiz hat sie im Verdacht, Bestechungszahlungen von über hundert Millionen Dollar seit den Neunzigerjahren entgegengenommen zu haben. Unter den Festgenommenen befand sich auch Fifa-Vizepräsident Jeffrey Webb. Sechs der Funktionäre sollen bereits geständig sein.

Um 11 Uhr bezog Fifa-Sprecher Walter De Gregorio bei einer Pressekonferenz in Zürich Stellung zu den Festnahmen. Joseph Blatter sei nicht in die Vorfälle verwickelt. "Er tanzt nicht durchs Büro", sagte De Gregorio. Jedoch gelte Blatters Aufmerksamkeit weiterhin dem anstehenden Fifa-Kongress sowie der Präsidenten-Wahl. Auf diese hätten die Ermittlungen keine Auswirkungen. Auch die Weltmeisterschaften in Katar und Russland seien durch die Ereignisse nicht in Gefahr.

"Schädlich für den gesamten Fußball"

Gemäß Medienberichten befinden sich unter den Festgenommenen Eduardo Li aus Costa Rica, Jeffrey Webb von den Cayman Inseln, Eugenio Figueredo aus Uruguay und Jack Warner von Trinidad und Tobago. Figueredo war Präsident des südamerikanischen Fußballverbands, Warner war bis 2011 die Nummer zwei der Fifa. Die Festgenommenen sollen nun der US-Justiz überstellt werden.

Die Europäische Fußball-Union Uefa hat kritisch Stellung zu den Festnahmen bezogen: Man sei "enttäuscht und traurig" und warte "jetzt auf detaillierte Informationen", sagte der Verband der dpa. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sieht das Image des Sports beschädigt. "Es wäre erschütternd, wenn sich die im Raum stehenden, schweren Vorwürfe gegen Mitglieder der Fifa als richtig herausstellen", teilte er in einer Pressemitteilung mit. "Es ist schockierend und schädlich für den gesamten Fußball, was sich in Zürich zwei Tage vor dem Fifa-Kongress abspielt."

Der russische Sportminister Witali Mutko sieht die Fußball WM 2018 in Russland indes nicht negativ belastet: Die betroffenen Funktionäre hätten "keine Beziehung" zu dem Turnier in drei Jahren, zitiert ihn die dpa. Man werde kooperativ mit den ermittelnden Behörden zusammenarbeiten. "Wir haben nichts zu verbergen."

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