Coronavirus-Variante Delta Plus auch in der Schweiz nachgewiesen - Das ist über die neue Variante Delta Plus
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Auch in der Schweiz nachgewiesenDas ist über die neue Coronavirus-Variante Delta Plus bekannt

Während Europa vor der Delta-Mutante zittert, sieht sich deren Ursprungsland – Indien – schon mit der nächsten Virus-Variante konfrontiert: Delta Plus soll ansteckender sein und ist möglicherweise resistenter gegen Antikörper.

von
Fee Anabelle Riebeling
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In Indien – aber auch in einigen anderen Ländern, darunter die Schweiz – haben sich mehrere Menschen mit einer neuen Coronavirus-Variante infiziert, die derzeit inoffiziell als Delta Plus bezeichnet wird. 

In Indien – aber auch in einigen anderen Ländern, darunter die Schweiz – haben sich mehrere Menschen mit einer neuen Coronavirus-Variante infiziert, die derzeit inoffiziell als Delta Plus bezeichnet wird.

VIA REUTERS
Viel ist noch nicht über diese auch AY.1 genannte Mutante bekannt. Doch es gibt Hinweise, dass sich Delta Plus leichter ausbreitet, leichter an Lungenzellen bindet und möglicherweise resistent gegen Antikörper ist. 

Viel ist noch nicht über diese auch AY.1 genannte Mutante bekannt. Doch es gibt Hinweise, dass sich Delta Plus leichter ausbreitet, leichter an Lungenzellen bindet und möglicherweise resistent gegen Antikörper ist.

CDC/PD
Während einige Fachleute sie als besorgniserregend bezeichnen, wird sie offiziell derzeit als Variante betrachtet, die man beobachten sollte. 

Während einige Fachleute sie als besorgniserregend bezeichnen, wird sie offiziell derzeit als Variante betrachtet, die man beobachten sollte.

NIAID/PD

Darum gehts

  • Das indische Gesundheitsministerium zeigt sich besorgt über die sogenannte Delta-Plus-Variante des neuen Coronavirus.

  • Es gibt Hinweise darauf, dass sie ansteckender und möglicherweise resistent ist gegen Antikörper.

  • Während einige Fachleute sie als besorgniserregend bezeichnen, wird sie offiziell derzeit als Variante betrachtet, die man beobachten sollte.

Die Sars-CoV-2-Variante Delta (B.1.617.2) hat nicht nur Indien an den Rand des Kollapses gebracht, sondern auch Europa aufgemischt. So musste Grossbritannien angesichts rasant steigender Zahlen die Aufhebung der Corona-Massnahmen verschieben und Portugal die Region Lissabon vorübergehend abriegeln. Und auch in Deutschland nimmt der Anteil der zunächst in Indien nachgewiesenen Variante deutlich zu.

Tatsächlich ist Delta nach vorläufigen Daten die ansteckendste bisher bekannte Corona-Variante. Doch es könnte bereits eine noch ansteckendere geben: Delta-Plus, wie sie inoffiziell genannt wird.

Delta Plus könnte dem Immunschutz besser entkommen

Am Dienstag (22.06.2021) gab das indische Gesundheitsministerium an einer Medienkonferenz bekannt, die neue Variante, die auch unter AY.1 geführt wird, werde von den Fachleuten bereits als besorgniserregend eingestuft, berichtet Fr.de. Dies, da es Hinweise gebe, dass sich Delta Plus leichter ausbreitet, leichter an Lungenzellen bindet und möglicherweise resistent gegen Antikörper ist.

Experten, wie der indische Top-Virologe und Sequenzierungsexperte Shahid Jameel, befürchten, dass die Delta-Plus-Mutante in der Lage sein könnte, sowohl die Immunität aus der Covid-19-Impfung als auch die durch frühere Infektionen erzeugte Immunität zu umgehen. Delta Plus besitze nicht nur alle Eigenschaften der ursprünglichen Delta-Variante, sondern auch eine zusätzliche Mutation namens K417N auf dem Coronavirus-Spike, die auch in den Beta- und Gamma-Varianten gefunden wurde. «Und wir wissen, dass diese Varianten Impfstoffen viel besser ausweichen als die Alpha-Variante oder sogar die Delta-Variante», erklärt Jameel gegenüber dem Wochenmagazin «India Today».

Variante steht unter Beobachtung

«Bis jetzt haben wir keine Beweise dafür, dass Delta Plus sich so verhält», so Jameel. Sollten sich diese Vermutungen aber bestätigen, zeichnet er ein beunruhigendes Bild. Denn dann wäre es möglich, dass Delta Plus nicht nur gegen Antikörper und Impfstoffe resistent ist, sondern auch gegen Behandlungen, die das Fortschreiten von Covid-19 verhindern. Dazu zählt gemäss dem indischen Magazin auch die Antikörpertherapie von Roche, mit der unter anderem der damalige US-Präsident Donald Trump behandelt wurde und auf der weltweit grosse Hoffnungen liegen.

Noch handelt es sich bei Delta Plus offiziell um eine unter Beobachtung stehende Variante und nicht um eine besorgniserregende, zitiert Fr.de den indischen Gesundheitsminister, Rajesh Bhushan.

Auch schon in der Schweiz aufgetreten

Bisher wurde die Corona-Mutante Delta Plus in Indien rund 40 Mal entdeckt, wie BBC.com schreibt – in den indischen Bundesstaaten Maharashtra, Madhya Pradesh und Kerala. Doch auch in anderen Teilen der Welt wurde die neue Coronavirus-Variante bereits nachgewiesen – insgesamt 156 Mal : neben Indien am häufigsten in Grossbritannien (43), Portugal (27) und der Schweiz (34).

Von 20 Minuten auf das Vorkommen der Delta-Plus-Variante in der Schweiz angesprochen, teilt Simone Buchmann vom Bundesamt für Gesundheit mit, man unterscheide derzeit nicht zwischen Delta und Delta Plus: «Bis geklärt ist, ob es sich um eine neue Subvariante handelt, wird sie unter Delta geführt.» Aktuell gingen hierzulande «zirka zehn Prozent der Ansteckungen» auf diese Mutante zurück. Die BAG-Übersicht zeigte am 10. Juni – das sind die aktuellsten Daten – einen Sieben-Tage-Wert von 8,90 Prozent an.

«Bis geklärt ist, ob es sich um eine neue Subvariante handelt, wird sie unter Delta geführt.»

Simone Buchmann, BAG

Wie schnell sich die Situation ändern kann, verrät der Blick auf die Variantenübersicht der ETH Zürich, die sich auf Daten der globalen Virendatenbank Gisaid stützt. Demnach war die Delta-Variante in der Woche vom 14. bis 20. Juni 2021 für 18,99 Prozent aller Corona-Ansteckungen in der Schweiz verantwortlich, was 15 Fällen entspricht. Die Delta-Plus-Variante wird auf CovSpektrum separat ausgewiesen: Auf sie gingen im selben Zeitraum rund 1,76 Prozent der Covid-19-Infektionen zurück. Das entspricht sechs Fällen.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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