Fall Xhevahire Bytyqi: «Das ist unfair, wir werden nicht gleich behandelt»
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Fall Xhevahire Bytyqi«Das ist unfair, wir werden nicht gleich behandelt»

Sängerin Xhevahire Bytyqi darf nicht in Opfikon auftreten. Das sei kein Einzelfall, sagt ein betroffener Veranstalter.

von
tam

Ramadan Millaku, Pächter des Restaurants Glatthof in Opfikon, versteht den Entscheid des Zürcher Migrationsamts nicht. (Video: tam/gib)

Grosse Partys mit kosovarischen Musikern hat Pächter Ramadan Millaku (49) in seinem Restaurant Glatthof in Opfikon ZH jeweils organisiert. Auch Sängerin Xhevahire Bytyqi hätte dieses Jahr im grossen Saal auftreten sollen. Doch das Zürcher Migrationsamt hat das nicht erlaubt. Grund: Es hat die Sängerin als «nicht sehr gut qualifiziert» eingestuft.

Das ist kein Einzelfall, sagt Millaku. Seit Mai 2018 kann er im grossen Saal keine Livemusik mehr anbieten. Es ist ihm nicht gelungen, Künstler aus dem Kosovo zu engagieren. «Keiner von den über 40 angefragten albanischen Künstlern darf hier auftreten», sagt der 49-Jährige. Beispiele seien etwa auch Remzi Leka oder Ymer Bajrami.

«Plötzlich ist es nicht mehr möglich»

Das macht Millaku traurig. «Warum dürfen wir hier keine albanische Musik mehr hören?», fragt er. Seine Gäste würden das ebenfalls nicht verstehen. «Bytyqi etwa ist nicht nur im Kosovo bekannt, sondern auch in der Schweiz, wo sie früher auch schon aufgetreten ist. Jetzt plötzlich ist das aber nicht mehr möglich.» Er findet es auch unfair, dass Kosovo und Albanien nicht gleich behandelt werden wie EU-Staaten. «Für Künstler aus Bulgarien etwa kann man in 24 Stunden eine Bewilligung einholen.»

Der Entscheid habe eine grosse Auswirkung auf sein Geschäft: «Ich lebe von diesen Partys.» Zudem profitiere auch die Schweiz davon, weil er Steuern zahle. Im ersten Halbjahr 2018 zum Beispiel hat er aufgrund der Engagements rund 1800 Franken an Quellensteuern abgeliefert. Finanzielle Nöte hatte Millaku bisher nicht – ganz im Gegensatz zu seinem Berufskollegen.

Lokal geschlossen

Sulejmani Ibrahim (55) betrieb in Effretikon das Lokal Eraibra Dancing und musste im März schliessen. «Es ist einfach nichts mehr gelaufen», sagt er. Das sei anders gewesen, als er das Lokal 2012 übernahm. «An fünf Tagen in der Woche traten kosovarische Künstler auf. Vor allem am Wochenende kamen viele Gäste.»

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