Für Android und iOS: Das kann das neue Google Maps
Aktualisiert

Für Android und iOSDas kann das neue Google Maps

Google lanciert die neuste Version seiner Karten-App für Android, iPhone und iPad. Das Herzstück der App, die Routenplanung für ÖV, Auto, Fussgänger und Velofahrer, wurde in der Schweiz entwickelt.

von
Oliver Wietlisbach

«Über eine Milliarde Menschen nutzen regelmässig unseren Kartendienst», erzählt Raphael Leiteritz. Der Deutsche leitet das Maps-Team in Zürich, Googles wichtigstem Entwicklungsstandort ausserhalb der USA. Der Grossteil der 1100 Zürcher Googler arbeitete in den letzten Monaten am neuen Kartendienst für Android-Geräte sowie das iPhone und das iPad.

Ein Design für Android und iOS

Sah die iPhone- und iPad-Version schon seit einem halben Jahr sehr ansprechend aus, erstrahlt nun auch Google Maps auf Android in neuem Glanz. Über die Hälfte der User verwenden Googles Kartendienst inzwischen auf mobilen Geräten, «Tendenz stark steigend», sagt Leiteritz bei unserer Stippvisite in der Schweizer Firmenzentrale. Die App hat deshalb ein komplettes Redesign erhalten und sieht nun auf Android und iOS identisch aus. Auch der Funktionsumfang ist auf beiden Plattformen gleich. Nebst der Smartphone-Version hat Google auch eine für Tablets optimierte App im Sortiment.

Die App ist ab heute in Googles Play Store erhältlich; der genaue Zeitpunkt kann nach Land und Gerät variieren. Für das iPhone und iPad wird die neuste Version, die auch zusätzliche Funktionen bringt, ebenfalls demnächst im App Store bereitstehen. In die Röhre schauen vorerst Besitzer eines BlackBerry oder Windows-Smartphones. «Wir planen derzeit keine App für diese Plattformen, beobachten aber die Entwicklung», bestätigt Leiteritz.

In der Schweiz entwickelt

Das Herzstück von Google Maps, der überarbeitete Routenplaner, wurde in der Schweiz entwickelt. Inzwischen sind Fahrpläne und ÖV-Haltestellen in 800 Städten verfügbar. In der Schweiz sind 80 Prozent der öffentlichen Schweizer Transportunternehmen im Kartendienst vertreten, namentlich die SBB und VBZ.

Der Navigations-Modus, der Map-User Schritt für Schritt zum Ziel lotst, steht Autofahrern, ÖV-Benutzern, Fussgängern und Velofahrern zur Verfügung. Die ÖV-Daten basieren noch auf Fahrplanzeiten, sind also nicht in Echtzeit verfügbar. Dafür warnt Google Maps Autofahrer nicht nur vor aktuellen Staus, sondern schickt sie auf Wunsch auch auf eine schnellere Umfahrungsroute. «Wenn sich mehrere Google-Maps-Nutzer auf einer Strasse unabhängig von Verkehrssignalen länger nicht bewegen, erkennen wir automatisch, dass sich ein Stau gebildet hat», erklärt Leiteritz die Funktion.

Schöner und übersichtlicher

Das Ziel des Updates: Google Maps soll intuitiver werden. «Wir versuchten die Suchergebnisse und die Karte näher zusammenzubringen», sagt Leiteritz. Der Nutzer soll möglichst wenig zwischen verschiedenen Ansichten hin- und herwechseln müssen und seine individuell angepasste Karte haben. Egal was man tut, die Karte bleibt fast immer im Vordergrund. Google Maps für Android wirkt so auf den ersten Blick deutlich aufgeräumter (siehe Diashow). Im Fokus steht die Karte. Die verschiedenen Menüs und Icons sind hingegen verschwunden. Stattessen prangt wie bei der Desktop-Version ein schlichtes Suchfeld am oberen Bildschirmrand.

Gefundene Standorte werden am unteren Displayrand eingeblendet. Mit einem Wisch lässt sich zwischen den Suchtreffern, etwa gefundenen Restaurants oder Sehenswürdigkeiten, wechseln. Dabei ist die Karte stets in Sicht und der Kartenausschnitt springt automatisch zur aktuell betrachteten Adresse. Mit einem Klick werden zusätzliche Informationen zu diesem Standort angezeigt, beispielsweise Fotos oder Bewertungen zu einem Hotel oder Restaurant. Hier lässt sich wählen, ob man Bewertungen von Top- Rezensenten oder von Freunden erhalten will. Mit einem weiteren Klick lässt sich in der Street-View-Ansicht die Umgebung erkunden oder die Innenansicht eines Gebäudes betrachten.

Gut, aber noch nicht perfekt

Das erste Fazit: Google Maps sieht nicht nur deutlich besser aus, es wurde auch übersichtlicher. Der Funktionsumfang ist und bleibt top, allerdings fehlt der datenintensiven Anwendung noch immer ein Offline-Modus, der diesen Namen verdient. Zwar können Kartenausschnitte heruntergeladen und so offline genutzt werden, wenn man «Ok Maps» ins Suchfeld tippt. Eine einfache Funktion, um die Map eines ganzen Landes herunterzuladen, wie dies Nokias Kartendienst für Windows Phone bietet, fehlt aber nach wie vor.

(Quelle: YouTube/Google Maps)

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