You've got Mail: Das kann das neue Hotmail
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You've got MailDas kann das neue Hotmail

Microsoft schraubt seinen E-Mail-Dienst auf und verpasst ihm auf den Sommer hin ein paar neue Fähigkeiten.

von
mbu/ddp

Für Juli ist ein umfangreiches Update mit einer Vielzahl neuer Funktionen geplant. Der zuständige Microsoft-Manager Chris Jones sprach von der bedeutendsten Erneuerung des Dienstes seit dem Kauf von Hotmail vor zwölf Jahren. Neu eintreffende E-Mails werden künftig automatisch in verschiedenen Kategorien einsortiert. Dabei verwendet Hotmail die wichtigsten Kontakte des Nutzers sowie Social Networks. Zudem soll der persönliche Posteingang von sogenannten «Gray Mails» verschont werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Werbemails von einem Online-Shop, auf dem man irgendwann einmal was gekauft hatte. Das neue Hotmail ist in der Lage, Mails dieser Art rauszufiltern und direkt zu löschen, oder in einen eigens angelegten Ordner zu verschieben.

Clips direkt im Mail betrachten

Dateianhänge wie Fotos oder Videos werden direkt im Mail-Fenster angezeigt, müssen also nicht mehr wie bisher erst geöffnet werden. Wer also eine E-Mail mit einem YouTube-Link erhält, braucht nicht erst darauf zu klicken und YouTube zu öffnen, der Film lässt sich direkt in Hotmail abspielen. Auch der Versand von Attachments soll vereinfacht werden. Dabei ist eine enge Verbindung mit dem Dienst Skydrive vorgesehen, wo Microsoft einen Online-Datenspeicher bis zehn Gigabyte bietet. Dadurch können E-Mails verschickt werden, die bis zu zehn GB gross sind ohne das Postfach zu verstopfen. Verbesserungen sind ferner bei der Synchronisierung der Mails auf mobilen Geräten geplant.

«Unser Dienst war nicht mehr so gut, wie er sein konnte», sagte Jones bei einer Vorstellung der Neuerungen am Montag in San Francisco. Die Hotmail-Nutzer sollen künftig weniger Zeit damit verbringen, ihren Posteingang zu verwalten und dafür mehr Zeit für die Inhalte bekommen. Auf einen genauen Startzeitpunkt hat sich Microsoft noch nicht festgelegt.

360 Millionen Nutzer

Auch Google und Yahoo haben in der jüngsten Vergangenheit neue Funktionen in ihren Mail-Diensten eingebaut. Marktführer bei den kostenlosen Web-Mail-Angeboten ist Hotmail mit 360 Millionen Nutzern. Danach folgen nach einer Erhebung von comScore Yahoo mit 284 Millionen vor Google mit 173 Millionen Nutzern. Allein in den USA aber liegt Yahoo mit 95 Millionen Konten an der Spitze, dahinter rangieren Hotmail (47 Millionen) und Google (43 Millionen).

Welcher E-Mail-Provider lässt am meisten Spam durch?

In einer Studie kamen die Wissenschafter des Frauenhofer-Instituts (SIT) zum Schluss, dass User von Yahoo am besten vor Spam-Nachrichten geschützt werden (20 Minuten Online berichtete). Dazu legten Testpersonen E-Mail-Accounts bei den kostenlosen Anbietern an und prüften anschliessend, wie viel Werbung in den elektronischen Postfächern landete. Während Yahoo-Nutzer im Testzeitraum insgesamt acht und bei Hotmail lediglich 13 Spam-Nachrichten erhielten, landeten bei GMX 116. Dazu zählen auch die Werbemails der Dienste-Anbieter selbst. Lässt man die Nachrichten der Postfachanbieter aussen vor, verzeichneten die Test-Konten bei GMX noch 36 Mails, bei Web.de 21, bei Hotmail und Yahoo zehn beziehungsweise acht Mails.

Die Studie wurde mit finanzieller Unterstützung von Microsoft erstellt und dauerte vier Wochen. Dass Microsoft sich finanziell an der Untersuchung beteiligte und den zweiten Platz erreichte, könnte den Verdacht wecken, dass die Redmonder mit der Meldung bezahlte PR machen möchten. Das SIT gilt aber als seriös.

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