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Messe LuzernDas kleine Schwarze aus dem Drucker

Vom Kleid über den Schlüssel bis zur Handprothese: Erstmals widmete sich eine Schweizer Messe dem professionellen 3D-Druck. Über 70 Aussteller waren in Luzern präsent.

von
emi/gwa

Im Video sehen Sie, wie vielfältig ein 3-D-Drucker einsetzbar ist.

In der Messe Luzern fand in den vergangenen zwei Tagen die AM Expo statt. Dabei handelte es sich um die schweizweit erste Ausstelung für professionellen 3-D-Druck. Rund 70 Aussteller präsentierten allerhand Erfindungen und Konstruktionen, die auf diesem Verfahren basieren.

Die Einsatzmöglichkeiten für 3-D-Druck sind vielseitig: Sie reichen von Elektronik über Medizin und Mikrotechnik bis hin zu Architektur oder Spielwaren. Fast alles ist denkbar. So wurden in Luzern unter anderem Sonnenbrillen aus Titan, gedruckte Zahnspangen und Hochsicherheits-Schlüssel präsentiert.

5000 Euro für ein Kleid

Möglich ist aber auch ein Kleid aus dem Drucker. Im Auftrag der Designerin Anna Dziwik hat die Firma Teufel Prototypen ein solches hergestellt: «Vom Entwurf muss man die 3-D-Daten erstellen, diese in horizontale Schichten zerlegen und so an die Druckmaschine schicken», sagt Geschäftsführer Thomas Teufel.

In diesem Fall besteht das chice Stück aus Gummi: «Dieses Material verwendet man eigentlich für Schläuche und Rohre. Nun haben wir es zweckentfremdet, um ein schönes Kleid zu entwerfen», sagt Teufel. Allerdings können nur Models mit der Grösse 34 in das Kleid schlüpfen. Und die Robe hat auch einen stolzen Preis: Rund 5000 Euro. Teufel: «Dieses 3-D-Kleid ist unverkäuflich, denn es ist reine Handarbeit.» Der springende Punkt: Nach dem Druck wurde das Kleid von Hand zusammengenäht.

Einsatzmöglichkeiten in der Medizin

An der Messe gezeigt wurden überdies Avatar-Kids – Lehrer dürften daran mehr Freude haben als Schüler. Denn der Avatar-Roboter Nao ermöglicht Kindern den Schulunterricht, auch wenn sie diesen etwa wegen eines Spitalaufenthalts verpassen. «Die Lehrer und die Mitschüler können so mit dem Kind im Spital kommunizieren», sagt Marcus Risi, Geschäftsführer der Firma 3-D-Protoyp aus Stans. So kann Nao etwa auch die Hausaufgaben übermitteln. Der Avatar-Roboter hat auch einen weiteren Anwendungsbereich: «Im Altersheim kann der Roboter etwa den Bewohnern ihre täglichen Übungen vortanzen», sagt Risi weiter.

Auch im medizinischen Bereich gibt es zahlreiche Verwendungen für Produkte aus dem 3-D-Drucker: So fördert etwa die Stiftung Appsocial ein Projekt, bei dem neuartige Kinderhandprothesen aus dem Kunststoff ABS entworfen werden. «Die Prothese wird komplett in 3-D hergestellt», sagt Denis Herrmann, wissenschaftlicher Assistent an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Der Vorteil: Die neuen Prothesen sind robust, aber trotzdem günstiger in der Herstellung als handelsübliche Prothesen. Hermann: «Zurzeit ist sie noch nicht im Handel erhältlich. Die reinen Herstellungskosten betragen rund 700 Franken.»

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