08.11.2020 19:11

Drohbrief wegen Chlauschlöpfen«Das Knallen erinnert an Terroranschläge»

Das traditionelle Chlauschlöpfen in Seengen AG kommt nicht bei allen gut an. Einige Firmen, die den Brauch finanziell unterstützen, haben anonyme Drohungen erhalten.

von
Lynn Sachs
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In Seengen AG wurde ein Drohbrief verschickt. (Symbolbild)

In Seengen AG wurde ein Drohbrief verschickt. (Symbolbild)

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Dieser warnt Unternehmen vor einem Boykott, wenn sie das Chlauschlöpfen finanziell unterstützen. Auf diesem Bild ist ein Junge zu sehen, der 2018 an der Geisselchlepfermeisterschaft in Schwyz teilgenommen hat. 

Dieser warnt Unternehmen vor einem Boykott, wenn sie das Chlauschlöpfen finanziell unterstützen. Auf diesem Bild ist ein Junge zu sehen, der 2018 an der Geisselchlepfermeisterschaft in Schwyz teilgenommen hat.

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Der Gemeindeammann Jörg Bruder hofft, dass sich die Verfasser des Briefes bei der Gemeinde melden, sodass man sich aussprechen kann.  (Symbolbild)

Der Gemeindeammann Jörg Bruder hofft, dass sich die Verfasser des Briefes bei der Gemeinde melden, sodass man sich aussprechen kann. (Symbolbild)

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Darum gehts

  • In der Region Lenzburg findet jährlich das sogenannte Chlauschlöpfen statt.

  • Doch dieses Jahr stösst der Brauch auf Kritik.

Das Chlauschlöpfen hat in der Region Lenzburg im Kanton Aargau eine lange Tradition. Jeweils vor Weihnachten schwingen Kinder mit sogenannten Chlausgeisseln umher und fordern sich gegenseitig heraus, wer lauter knallen kann. Der Grund: Sie wollen den Samichlaus wecken.

Diesen Brauch finden jedoch nicht alle toll, wie Tele M1 berichtet. In der Gemeinde Seengen erhielten einige Unternehmen ein anonymes Schreiben. Im Brief heisst es: «Das Chlöpfen respektive Knallen ist zur Unsitte geworden und erinnert zum Beispiel an Terroranschläge. Dieser heidnische Brauch gehört abgeschafft.» Im Schreiben wird zudem gedroht, die Seenger Unternehmen, die den Brauch finanziell unterstützen, zukünftig zu boykottieren

Der Co-Präsident des Ausschusses der Lenzburger-Chlauschlöpfer, Manuel Silva, ist enttäuscht: «Ich finde es schade, dass man eine alte Tradition dieser Region mit Füssen tritt», sagt er im Beitrag. Auch für den Gemeindeammann Jörg Bruder ist das Ganze nicht nachvollziehbar: «Dieser Brief befremdet uns. Wir hätten gerne mit den Verfassern des Briefes Kontakt aufgenommen.» Da kein Absender angegeben ist, hofft Bruder, dass sich die Verfasser für eine Aussprache bei der Gemeinde melden.

Die Sponsoren des Chlauschlöpfens wollen sich zum Brief nicht äussern. Sie wollen laut Tele M1 den Seetaler Brauch aber weiterhin unterstützen.

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