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Schreiende KinderDas können Eltern und genervte Passagiere tun

Kampfzone Flugzeugkabine: Elternbloggerin Deborah Lacourrège plädiert für mehr Toleranz auf beiden Seiten und gibt nützliche Tipps.

von
sei
16.2.2018
Elternbloggerin Deborah Lacourrège gibt anderen Eltern fünf Tipps fürs Fliegen mit Baby oder Kleinkind.

Elternbloggerin Deborah Lacourrège gibt anderen Eltern fünf Tipps fürs Fliegen mit Baby oder Kleinkind.

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1. Fliegt nur, wenn ihr es euch wirklich zutraut. Kinder merken, wenn die Eltern gestresst sind. Sind die Eltern entspannt, wirkt sich das positiv auf die Kinder aus.

1. Fliegt nur, wenn ihr es euch wirklich zutraut. Kinder merken, wenn die Eltern gestresst sind. Sind die Eltern entspannt, wirkt sich das positiv auf die Kinder aus.

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2. Erweitert euren Radius langsam. Wenn ihr nicht wisst, wie euer Kind reagiert, probiert es zuerst mit einer Kurz- oder Mittelstrecke. Eine Stunde Weinen ist erträglicher als zwölf Stunden Weinen.

2. Erweitert euren Radius langsam. Wenn ihr nicht wisst, wie euer Kind reagiert, probiert es zuerst mit einer Kurz- oder Mittelstrecke. Eine Stunde Weinen ist erträglicher als zwölf Stunden Weinen.

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Die Wogen gehen hoch: Über 700 Kommentare zum Artikel über schreiende Kinder im Flugzeug gingen ein. Während viele Leser sich auf die Seite der geplagten Mitpassagiere stellen, zeigen andere auch Verständnis für die Gegenseite. «Wir haben selber zwei Kids. Wir können die beiden recht gut einschätzen. Daher verzichten wir auf Langstreckenflüge, bis sie älter sind. Kurzstrecke hat bisher noch zu keinem Geschrei geführt. Und übrigens: Auch die Eltern sind durch schreiende Kinder genervt. Ich tue mir das selber lieber nicht an», meint etwa Patrick Frey. «Man kann nicht von anderen Reisenden erwarten, dass Sie auf einem Langstreckenflug das Geplänkel von Kindern hinnehmen müssen. Im Gegenzug sollten auch Familien fliegen können», gibt Andreas Peter zu bedenken.

Miteinander reden hilft

Ähnlich sieht dies auch Deborah Lacourrège vom Schweizer Familienblog Mama Rocks: «Toleranz auf beiden Seiten hilft. Als kinderlose Person ist es wichtig zu verstehen, dass es für die Eltern schrecklich ist, ihr Kind weinen zu sehen. Und als Eltern sollte man sich bei Gelegenheit daran zurückerinnern, wie gestresst man präventiv war, wenn man den Platz neben der Mama mit Säugling zugewiesen bekam.»

Lacourrège hat viel Erfahrung im Reisen mit Kindern: «Die Grosse ist bald zweieinhalb Jahre alt. Sie hat schon zwölf Flüge hinter sich gebracht. Wir sind mit ihr auch schon nach Australien gereist, als sie 18 Monate alt war. Ihr erster Flug war im Alter von sechs Monaten nach Nizza. Der Kleine ist drei Monate alt. Mit vier Monaten wird er zum ersten Mal fliegen – und zwar nach Lanzarote.»

Wenns nicht geht, gibts immer noch Auto und Zug

Eltern mit schreienden Kindern empfiehlt sie, das Gespräch mit den Mitreisenden zu suchen. «So entsteht nicht der Eindruck, dass ihr als Eltern nichts dafür tut, euer Kind zu beruhigen. Aus Erfahrung kann ich sagen: Man trifft auf viel mehr Verständnis als eigentlich gedacht. Denn viele Passagiere hatten auch mal kleine Kinder.» Mitpassagieren rät sie vorzubeugen: «Ohropax und Noise-Cancelling-Kopfhörer helfen nicht nur gegen Babygeschrei, sondern auch gegen schmatzende und schnarchende Mitbewohner.» Auch hier ist Kommunikation zur Deeskalation wichtig: «Drücken Sie ihre Bedürfnisse aus. Nur schon ein verständnisvoller Blick kann die Situation entspannen. Und wenn es hart auf hart kommt: Sprechen Sie mit der Crew. Wenn das Flugzeug nicht ausgebucht ist, bekommen Sie sicher einen anderen Platz.»

Reagiert das Kind trotz aller Tricks nicht gut aufs Fliegen, müssen Eltern laut Lacourrège halt die Konsequenzen ziehen: «Wenn der Flug ein einziges Martyrium für Kind und Eltern ist, würde ich darauf verzichten. Es gibt schliesslich auch schöne Destinationen, die mit dem Auto oder dem Zug erreichbar sind. Die Kinder werden so schnell gross und mit zunehmendem Alter wird auch das Reisen einfacher.»

Sehen Sie in der Bildstrecke fünf nützliche Tipps fürs Fliegen mit Kindern.

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