Fragiler Hype: Das könnte die Bitcoin-Blase zum Platzen bringen
Aktualisiert

Fragiler HypeDas könnte die Bitcoin-Blase zum Platzen bringen

Der Kurs der digitalen Währung hat Rekordwerte erreicht. Aus diesen fünf Gründen könnte der Höhenflug aber bald vorbei sein.

von
Dominic Benz

Nach dem jüngsten Rekordhoch befindet sich der Bitcoin-Kurs wieder auf einer wilden Berg- und Talfahrt. Die starken Kursschwankungen zeigen denn auch: Der Bitcoin-Boom ist extrem fragil. Was könnte dem Hype ein Ende bereiten? 20 Minuten hat fünf Gründe gefunden:

Konkurrenz-Währungen

Bitcoin ist zwar die bekannteste, aber nicht die einzige virtuelle Währung. So gibt es beispielsweise auch Ether, hinter Bitcoin die Nummer zwei auf dem Markt. Würde Ether oder eine andere Kryptowährung plötzlich einen nachhaltigen Boom erleben, könnte dieser die Bitcoin-Blase zum Platzen bringen. Investitionen in Bitcoins würden dann plötzlich woanders hinfliessen.

Stärkere Regulierungen

Viele Experten sind überzeugt: Das gigantische Kurs-Plus ist nur möglich, weil der Handel mit Kryptowährungen kaum reguliert ist. Das könnte sich ändern. Häufige Hacker-Angriffe, der Kauf von Waffen mit Bitcoins oder die immer grösser werdende Ähnlichkeit mit dem regulären Börsenhandel rufen weltweit die Regulierungsbehörden auf den Plan.

Auch die Schweizerische Finanzmarktaufsicht (Finma) beobachtet die Entwicklungen genau. Mark Haefele, Investmentchef der UBS, sagt zur Nachrichtenagentur Bloomberg: «Alles, was es bräuchte, wäre ein mit Bitcoins finanzierter Terroranschlag in den USA.» Dann würden die US-Behörden schnell mit Regeln einschreiten.

Diebstahl durch Hacker

Immer wieder klauen Hacker die virtuellen Vergmögenswerte. So ging 2014 die in Tokio ansässige Bitcoin-Börse Mt. Gox pleite und behauptete, Cyperkriminelle hätten rund eine halbe Milliarde Dollar an Bitcoins gestohlen. Die Folge: Der Bitcoin-Kurs rasselte in die Tiefe.

Dasselbe geschah, als die Handelsplattform Bitfinex in Hongkong im letzten Jahr den Diebstahl von rund 70 Millionen Dollar bekannt gab. Ein massiver Hacker-Angriff auf eine prominente Bitcoin-Plattform könnte den Kurs erneut auf Talfahrt schicken.

Gewinnmitnahmen

Als am vergangenen Mittwoch der Bitcoin die Marke von 11'000 Dollar knackte, kollabierten zwei der grössten Handelsplattformen in der USA. Grund: Die Nutzerzahlen waren laut Angaben der Betreiber zu hoch. Das zeigt die starke spekulative Dynamik hinter dem Preisanstieg.

Die gleiche Kraft könnte aber auch das Gegenteil bewirken und den Kurs in den Keller rauschen lassen. Insbesondere dann, wenn gewisse Rekordmarken geknackt wurden. Investoren könnten jetzt die Gewinne ins Trockene bringen. Diese Gewinnmitnahmen könnten gemäss der Nachrichtenagentur starke Rückgänge und einen Verkaufsdruck verursachen.

Fehlender Realwert

Hinter dem Bitcoin-Wahnsinn steckt eine Goldgräberstimmung, die mit Logik nichts zu tun hat. Der US-Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz fordert daher ein Bitcoin-Verbot. Die Kryptowährung erfülle «keinerlei sinnvolle soziale Funktion», sagte er zu Bloomberg. Das Problem: Im Gegensatz zu normalen Währungen oder Aktien fehlt dem Bitcoin ein realer Gegenwert. Welcher Preis gerechtfertigt ist, lässt sich demnach gar nicht genau sagen.

Daisuke Yasaku, Finanzexperte am Daiwa-Institut in Tokio, bringt es auf den Punkt: «Wir können im Moment nicht so einfach sagen, ob die Blase platzen wird oder ob es sich überhaupt um eine Blase handelt.» Laut Bloomberg könnte es aber enden wie bei der Dotcom-Blase im Jahr 2000: Damals hatten die Investoren ebenfalls keine Ahnung, wie viel Wert ihre Anlagen tatsächlich hatten. Das Platzen der Blase war daher nur eine Frage der Zeit.

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Erik FinmanEr ist erst 18 – und schon Millionär. Finman besitzt laut «Business Insider» 403 Bitcoin-Einheiten – multipliziert mit dem bisherigen Höchstkurs von rund 7300 Dollar sitzt er also auf einem Vermögen von knapp 3 Millionen Dollar. Ganz ordentlich für einen jungen Mann, der nicht auf die Universität geht und auch keinen festen Job hat. Angefangen hat Finman mit einem Investment von 1000 Dollar, die er im Alter von 12 Jahren von seinem Grosi geschenkt bekommen hat.

Erik FinmanEr ist erst 18 – und schon Millionär. Finman besitzt laut «Business Insider» 403 Bitcoin-Einheiten – multipliziert mit dem bisherigen Höchstkurs von rund 7300 Dollar sitzt er also auf einem Vermögen von knapp 3 Millionen Dollar. Ganz ordentlich für einen jungen Mann, der nicht auf die Universität geht und auch keinen festen Job hat. Angefangen hat Finman mit einem Investment von 1000 Dollar, die er im Alter von 12 Jahren von seinem Grosi geschenkt bekommen hat.

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Yifu GuoDie Rechnungen während des Studiums zahlten sich nicht von selbst – also begann Guo während seines Studiums an New York University mit Bitcoin-Mining. Er erkannte das Potenzial der Kryptowährung und gründete 2012 seine eigene Mining-Firma namens Avalon. Guos Vermögen wird auf 5 Millionen Dollar geschätzt.

Yifu GuoDie Rechnungen während des Studiums zahlten sich nicht von selbst – also begann Guo während seines Studiums an New York University mit Bitcoin-Mining. Er erkannte das Potenzial der Kryptowährung und gründete 2012 seine eigene Mining-Firma namens Avalon. Guos Vermögen wird auf 5 Millionen Dollar geschätzt.

zvg
Roger VerEr ist bekannt als «Bitcoin Jesus» – und einer der reichsten Bitcoin-Millionäre überhaupt. Ok, «Bitcoin-Jesus» hatte einen riesigen Startvorsprung: Er war schon Millionär, bevor er überhaupt in Bitcoins investierte. So richtig reich wurde er aber erst, als er in die Firma seines Buddys Charlie Shrem investierte (s. nächstes Bild). Vers geschätztes Vermögen: 52 Millionen Dollar.

Roger VerEr ist bekannt als «Bitcoin Jesus» – und einer der reichsten Bitcoin-Millionäre überhaupt. Ok, «Bitcoin-Jesus» hatte einen riesigen Startvorsprung: Er war schon Millionär, bevor er überhaupt in Bitcoins investierte. So richtig reich wurde er aber erst, als er in die Firma seines Buddys Charlie Shrem investierte (s. nächstes Bild). Vers geschätztes Vermögen: 52 Millionen Dollar.

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